Durchsuchungen

Razzia in Shisha-Bars: Gesuchter Mann festgenommen

Bei Kontrollen von Cafés und Shisha-Bars zur Bekämpfung der Clan-Kriminalität hat die Polizei zahlreiche Verstöße festgestellt.

In Steglitz, Zehlendorf und Schöneberg wurden Shisha-Bars kontrolliert.

In Steglitz, Zehlendorf und Schöneberg wurden Shisha-Bars kontrolliert.

Foto: Morris Pudwell

Razzia in Steglitz, Zehlendorf und Schöneberg: Am Donnerstagabend sind in der Zeit von 17 bis 2 Uhr insgesamt 17 Lokale kontrolliert worden. Diese befanden sich an der Bayreuther Straße, Bülowstraße, Goebenstraße, Dominicusstraße, Hauptstraße, Eisenacher Straße, Fuggerstraße, Crellestraße, Hubertusstraße, Rheinstraße, Bergstraße und Schildhornstraße.

In dem Cafe an der Goebenstraße rauchten zwei Jugendliche verbotenerweise Shishapfeifen. In dem Lokal fanden die Beamten auch knapp vier Kilogramm unversteuerten Shishatabak. In einem weiteren Lokal trafen die Polizisten einen Gast an, der zur Festnahme ausgeschrieben war. An der Dominicusstraße und der Eisenacher Straße wurde jeweils ein Lokal wegen fehlender Verantwortlichkeit amtlich geschlossen und versiegelt.

Auch diese Verstöße wurde in einer Vielzahl festgestellt:

  • Verstöße gegen die Lebensmittelhygiene-Verordnung
  • Verstöße gegen das Straßenreinigungsgesetz
  • Verstöße gegen die Verordnung über Spielgeräte
  • Verstöße gegen das Gaststättengesetz
  • Verstöße gegen Nichtraucherschutzgesetz
  • Verstöße gegen Jugendschutzgesetz
  • Verstöße gegen Tabaksteuergesetz
  • Verstöße gegen Arbeitszeitgesetz
  • Verstöße gegen Verpackungsgesetz
  • Verstöße gegen die Preisangabenverordnung
  • Verstöße gegen das Ordnungswidrigkeitengesetz
  • Verstöße gegen die Kassensicherungsverordnung

Verkehrskontrollen durchgeführt

Neben der Durchsuchungen der Lokale kam es auch zu Verkehrskontrollen auf der Haupt-, Rhein- und Schloßstraße sowie auf dem Walter-Schreiber-Platz. Insgesamt wurden 79 Fahrzeuge kontrolliert. Es wurden Drogentests, Atemalkoholmessungen und drei Blutentnahmen durchgeführt. Eingeleitet wurden sechs Strafermittlungsverfahren, unter anderem wegen Fahrens unter Einfluss berauschender Mittel und Fahrens ohne Fahrerlaubnis.

Razzien auch in Charlottenburg und Wilmersdorf

Am vergangenen Freitag (18.10.2019) durchsuchte die GE Zig (Gemeinsame Ermittlungsgruppe Zigarettenhandel) zwei Shisha-Bars in Charlottenburg und Wilmersdorf. Nach Informationen der Berliner Morgenpost wurde der Shisha-Betrieb in einem Cafe untersagt. Es waren zu hohe CO-Werte im Lokal. Außerdem wurde gegen das Nichtraucherschutzgesetz verstoßen.

In beiden Lokalen wurde portionsweise Tabak verkauft. In einem Cafe stellte die Steuerfahndung eine unsachgemäße Kassenführung fest. Auch die Geldspielautomaten waren nicht korrekt aufgestellt.

Nach Informationen der Berliner Morgenpost trafen die Einsatzkräfte in beiden Lokalitäten Familienmitglieder arabischer Clans an.

Shisha-Bars in Neukölln und Friedrichshain-Keuzberg durchsucht

Erst am Donnerstagabend durchsuchte die Polizei Cafés und Shisha-Bars in Neukölln und Friedrichshain-Keuzberg. Dabei ging es unter anderem um Verstöße gegen das Gewerberecht oder den Jugendschutz, sagte eine Polizeisprecherin. Die Maßnahmen dauerten bis Mitternacht an. Im Einsatz waren Kräfte der Polizei Berlin, Steuerfahnder, Mitarbeiter des Finanzamts Wedding, des Zolls sowie der Bezirksämter Neukölln und Friedrichshain-Kreuzberg. Insgesamt waren 85 Einsatzkräfte an den Razzien beteiligt.

Bei den Kontrollen wurden acht Lokale und Bars an der Hasenheide, der Donaustraße und an der Oranienstraße kontrolliert. Mehrere Spielgeräte seien versiegelt worden. Die Einsatzkräfte waren unter anderem an der Neuköllner Sonnenallee unterwegs. In einer Bar in der Donaustraße wurde nicht versteuerter Shisha-Tabak beschlagnahmt.

Bilanz der Razzia

  • 8 Lokale und Bars wurden überprüft
  • 131 Personen wurden überprüft
  • 22 gewerberechtliche Verstöße festgestellt
  • 1 Strafverfahren wegen Schwarzarbeit
  • drei Mal Steuerhehlerei Shishatabak, es wurden 22 Kilogramm unversteuerter Tabak beschlagnahmt
  • 2 Messer, ein Reizstoffsprühgerät und Drogen sichergestellt
  • 7 Geldspielgeräte versiegelt
  • 1 Lokal in der Sonnenallee wurde geschlossen
  • zahlreiche gaststättenrechtliche Verstöße gegen Jugendschutz, Nichtraucherschutz etc.

Zudem überprüften die Einsatzkräfte im Bereich Hermannplatz rund 27 Fahrzeuge, Mitarbeiter des Ordnungsamtes kümmerten sich um die zahlreichen Falschparker in dem Bereich. Dabei wurden 151 Anzeigen wegen Verkehrsordnungswidrigkeiten geschrieben und vier Fahrzeuge abgeschleppt, weil sie verkehrsbehindernd parkten.

Bereits zuvor hatte es von 6.30 Uhr bis 20 Uhr einen Einsatz an der Hermannstraße gegeben. Dort überprüften rund 30 Einsatzkräfte insgesamt 108 Personen und kontrollierten auch hier den Verkehr, um Profilierungsfahrten zu verhindern. Bei einer Kontrolle zweier Lokale in der Emser Straße fanden die Beamten bei einem 39 Jahre alten Gast 35 tütchen mit Cannabis und vierstellige Geldsumme. Am U-Bahnhof Neukölln beobachten Beamte einen illegalen Zigarettenhandel und nahmen einen 19-Jährigen fest, bei dem 740 unversteuerte Zigaretten beschlagnahmt wurden.

Immer häufiger Kontrollen in Shisha-Bars

In den vergangenen Wochen war es immer wieder zu Razzien gekommen, vor allem in Neukölln. Auch andere Bezirke rücken in den Fokus der Ermittler. Denn seitdem berlinweit der Druck auf kriminelle Clans steigt, stellen die Beamten Wanderungsbewegungen fest.

Aus Behördenkreisen erfährt man, dass die Zeit drängt: Neben Neukölln haben Ermittler in Tempelhof-Schöneberg, Charlottenburg-Wilmersdorf, Spandau und Reinickendorf vermehrt Aktivitäten krimineller Familienclans wahrgenommen.