Sühne-Christi-Kirche

Kirchweih in Charlottenburg mit Orgel- und Chornacht

Am 11. Oktober 1964 wurde die Sühne-Christi-Kirche in Charlottenburg-Nord eingeweiht – und mit ihr auch ihre vier Glocken.

Feiert ihr Jubiläum mit Konzerten: Sühne-Christi-Kirche in Nord-Charlottenburg

Feiert ihr Jubiläum mit Konzerten: Sühne-Christi-Kirche in Nord-Charlottenburg

Foto: Sühne-Christi-Kirche

Charlottenburg.  Eingeweiht wurde die Sühne-Christi-Kirche in Charlottenburg-Nord am 11. Oktober 1964 – und mit ihr auch ihre vier Glocken, die folgende Inschriften tragen: „Unser Vater, geheiligt werde dein Name – Dein Reich komme – Dein Wille geschehe – Unser tägliches Brot gib uns heute und erlöse uns von dem Bösen“. Zum 55. Jahrestag der Kirch- und Glockenweihe lädt die Evangelische Kirchengemeinde zu einer Orgel- und Chornacht in der Kirche ein.

Orgel und Glockenkompositionen der Gregorianik

In mehreren kurzen Konzerten erklingen am Freitag, 11 Oktober, ab 18 Uhr Vertonungen des Vaterunsers, zu den Klängen der Glocken Kompositionen der Gregorianik und aus der slawisch-ostkirchlichen Tradition. Zu hören sein werden unter anderem auch Werke von Schütz, J. S. Bach, Strawinsky, Dobri Christow (Bulgarien), ferner Glockenstücke für Orgel und Klavier. Mitwirkende sind der bulgarische orthodoxe Chor Berlin unter der Leitung von Boryana Velichkova, die Charlottenburger Kantorei, die Gustav-Adolf-Kantorei und Amici Vocales unter der Leitung von Martin L. Carl.

In den Pausen gibt es am Buffet Kleinigkeiten zum Essen und Trinken zu kleinen Preisen. Der Eintritt ist frei, Spenden sind sehr willkommen.

Zur Geschichte der Kirche in Charlottenburg

Die Sühne-Christi-Kirche an der Toeplerstraße 1 wurde am 11. Oktober 1964 als erste Kirche der Ev. Kirchengemeinde Charlottenburg-Nord eingeweiht. Die Pläne für den weißen, sechseckigen Bau mit dem separaten dreieckigen Turm stammen von Architekt Hansrudolf Plarre. Der Innenraum erhält seine Ausdruckskraft durch die schlichten Ziegelsteinwände und die aus weißem Stein gestalteten Elemente Altar, Kanzel, Taufstein und Triumphkreuz. Die Orgel wurde 1967 von der Berliner Orgelbaufirma Schuke gebaut.

Die Tatsache, dass die Plötzenseer Gefängnisse auf dem Gebiet der Gemeinde liegen, bot einen wichtigen Hintergrund für Namensgebung und Gestaltung der Kirche, die heute eine Station auf dem „Pfad der Erinnerung Charlottenburg-Nord“ ist. Die Kirche beginnt bereits auf dem Vorplatz mit der von Florian Breuer gestalteten Gedenkmauer. An ihr sind Namen versammelt, die zu Synonymen für das unermessliche Leiden geworden sind, das Menschen im 20. Jahrhundert einander zugefügt haben: „Plötzensee“, „Auschwitz“, „Hiroshima“, „Mauern“ und – schon im Vorraum der Kirche – „Golgatha“.