Medizin

Klinik für Kardiologie am Martin-Luther-Krankenhaus eröffnet

Krankenhaus konnte vier Spezialisten aus der Universitätsmedizin für seine neue Abteilung gewinnen. Eröffnung am 16. September.

Die Klinik für Kardiologie am Martin-Luther-Krankenhaus wird von einem Expertenteam geleitet, das künftig standortübergreifend für die Johannesstift Diakonie tätig sein wird. (v.l. Chefärzte Dr. Michael Laule, Prof. Dr. Heinz Theres und Dr. Ivan Diaz Ramirez mit Klinikdirektor Prof. Dr. Dietrich Andresen.

Die Klinik für Kardiologie am Martin-Luther-Krankenhaus wird von einem Expertenteam geleitet, das künftig standortübergreifend für die Johannesstift Diakonie tätig sein wird. (v.l. Chefärzte Dr. Michael Laule, Prof. Dr. Heinz Theres und Dr. Ivan Diaz Ramirez mit Klinikdirektor Prof. Dr. Dietrich Andresen.

Foto: Johannesstift Diakonie/Christina Stivalik

Grunewald. Es musste schon seine Ordnung haben. Nur für ein Foto wechselt Dr. Michael Laule seinen festlichen dunklen Anzug gegen seine blaue Arbeitskluft samt Häubchen. Schließlich, so seine Argumentation, müsste damit auch verdeutlicht werden, dass im neuen Behandlungssaal des kardiologischen Zentrums des Martin-Luther-Krankenhauses (MLK) alles peinlich reinlich zugehe. Doch wer sich die hellen Räume mit ihrer modernen Ausstattung ansieht, zweifelt daran nicht. „Wir durften Einfluss auf die Gestaltung und Planung dieser neuen Klinik nehmen. Das ist ein Traum für jeden Kardiologen“, sagt Laule. Die Wege zwischen den Behandlungsräumen, dem Herzkatheterlabor, in dem Eingriffe minimalinvasiv durchgeführt und mit neuesten bildgebenden Verfahren unterstützt würden sowie den Sprechzimmern seien kurz, sagt er. Angenehm sei auch das Ambiente, das beispielsweise einen gemütlichen Raum für Patienten bietet, die nach einer ambulanten Behandlung noch ein ein wenig Ruhe benötigten.

Kardiologie konzentriert sich auf 700 Quadratmetern

„Herz-Kreislauf-Erkrankungen sind in Deutschland weit verbreitet. Deshalb ist es uns wichtig, unseren Patientinnen und Patienten eine medizinische Versorgung auf dem neuesten Stand der Technik anzubieten“, sagte Frederike Fürst, die Geschäftsführerin des Klinikums, das zur evangelischen Johannesstift Diakonie gehört. Die Eröffnung der neuen Klinik nach etwa 13 Monaten Bauzeit sei ein Meilenstein in der Geschichte des fast 90 Jahre alten Klinikums. 3,2 Millionen Euro hat der 700 Quadratmeter große Neubau gekostet, der die gesamte Kardiologie nun auf einer Etage konzentriert. Mit weiteren 1,8 Millionen Euro schlägt die Medizintechnik zu Buche. Erste Eingriffe werden ab dem 16. September durchgeführt.

Neben Laule gehören zum Expertenteam mit Dr. Ivan Diaz Ramirez und Prof. Dr. Heinz Theres noch zwei weitere Chefärzte sowie Klinikdirektor Prof. Dr. Dietrich Andresen. Mit ihrer Expertise decken sie das komplette Spektrum der Kardiologie, der invasiven Kardiologie, der Rhythmologie und Elektrophysiologie ab. „Ein Kardiologe ist ja heute kein Kardiologe mehr. Es gibt da auch ganz spezielle Spezialisten“, erklärte Medizin-Vorstand Prof. Dr. Lutz Fritsche anlässlich der Eröffnung. Alle vier Spezialisten verfügten über langjährige Erfahrung in der Universitätsmedizin und würden künftig standortübergreifend in den Kliniken der Johannesstift Diakonie tätig sein. „Wir wollen auch für Notfälle rund um die Uhr einsatzbereit sein“, sagte Frtische. Es sei daher nötig, dass das Team gut zusammenspiele. „Niemand braucht einen nervösen Kardiologen.“

Kardiologie in Berlin ein Politikum

Die leitende Idee des neuen Herzzentrums ist Fritsche zufolge, Krankheiten wie Herz-Rhythmus-Störungen mit neuesten Methoden zu heilen und sich nicht darauf zu beschränken, Medikamente zu verschreiben. Kardiologie sei in Berlin allerdings ein Politikum. „Ein Ex-Kollege von der Charité nannte unsere neue Klinik ,Wildwuchs’“, so der Mediziner. Er halte es für richtiger, wenn die Universitätskliniken neue Heil-Verfahren entwickelten, die dann von gut ausgestatten Krankenhäusern in der Breite umgesetzt werden könnten.

Nicht nur weil er gern mit seinem Namen spiele, freue er sich über den Neubau, sagte Arne Herz (CDU), stellvertretender Bezirksbürgermeister und Bezirksstadtrat von Charlottenburg-Wilmersdorf, bei der Eröffnung. „Mit der Klinik für Kardiologie wird der medizinische Versorgungsbereich des Martin-Luther-Krankenhauses weiter sinnvoll ergänzt.

Information

Das Martin Luther Krankenhaus in Grunewald ist ein Unternehmen der Johannesstift Diakonie. Es ist ein Akut- und Unfallkrankenhaus sowie Akademisches Lehrkrankenhaus der Charité – Universitätsmedizin Berlin. Das 1931 gegründete Haus verfügt über 260 Betten. Jährlich werden in den neun Kliniken und seinen zertifizierten Zentren etwa 15.000 Patienten stationär und 21.000 Patienten ambulant versorgt.

Die Johannesstift Diakonie ist das größte konfessionelle Gesundheits- und Sozialunternehmen in der Region Berlin und Nordostdeutschland. 8.850 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sowie 1200 Ehrenamtliche leisten moderne Medizin und zugewandte Betreuung im Einklang mit den christlich-diakonischen Werten des Unternehmens. Der Träger betreibt Einrichtungen in Berlin, Brandenburg, Sachsen-Anhalt, Mecklenburg-Vorpommern, Thüringen und Niedersachsen mit einem vielfältigen Angebot in den Bereichen: Krankenhäuser und ambulante Versorgungszentren, Altenhilfe und Hospize, Behindertenhilfe, Kinder-, Jugend- und Familienhilfe, Arbeit, Beschäftigung und Soziales, Bildung sowie Dienstleistungen für Gesundheits- und Sozialeinrichtungen.