Kino und Diskussion

Wie man eine Stadt der Zukunft planen könnte

„The Human Scale“ heißt ein Film über das Werk des dänischen Stadtplaners Jan Gehl, den die BI Wilmersdorfer Mitte am Sonnabend zeigt.

Der dänische Architekt und Stadtplaner Jan Gehl holt sich Inspirationen in Italien

Der dänische Architekt und Stadtplaner Jan Gehl holt sich Inspirationen in Italien

Foto: NFP /Repro: Carolin Brühl

Wilmersdorf. Mit dem Film „The Human Scale“ („Städte für Menschen“) will die Bürgerinitiative Wilmersdorfer Mitte ihren Nachbarn Anstöße geben, neu über den öffentlichen Raum nachzudenken. Der Dokumentarfilm über die Arbeit des dänischen Architekten und Stadtplaners Jan Gehl beschäftigt sich mit einer Neugestaltung und Erhöhung der Lebensqualität in Städten. „Seit über 50 Jahren bauen wir unsere Städte so, dass Menschen fast gezwungen werden, den ganzen Tag zu sitzen in ihren Autos, in ihren Büros, ihren Wohnungen. Wir verzeichnen eine starke Zunahme von Gesundheitsproblemen. Jedes Jahr sterben fünf Millionen Menschen, weil sie zu viel sitzen“, so eine von Gehls Thesen. Der Stadtplaner hält eine neue Integration von Gehen oder Radfahren in den Alltag für einen „nicht verhandelbaren Teil einer universellen städtischen Gesundheitspolitik“. Der Mensch, so Gehl, sei „als gehendes Tier erschaffen worden“, dessen Sinne für langsame Bewegungen mit bis zu fünf Stundenkilometern ausgelegt seien.

Umverteilung der Flächen

Gehl plädiert für mehr Radwege statt Straßen für Autos, „Staugebühren“ analog zu London, um das innerstädtische Verkehrsaufkommen zu reduzieren und für eine Umverteilung der Flächen zulasten des motorisierten Verkehrs. Im Film zeigt er Beispiele auf, wie Alternativen in die Realität umgesetzt werden könnten.

Information

Vor dem Hauptfilm sollen am kommenden Sonnabend, 14 September, ab 10 Uhr in den Eva-Lichtspielen, Blissestraße 18, Kurzfilme über bereits realisierte Projekte in Deutschland gezeigt werden. „The Human Scale“ beginnt um 10.35 Uhr. Im Anschluss gibt es unter der Moderation von Roland Stimpel von „FUSS e.V.“ um 12 Uhr eine Diskussion: “Was heißt das eigentlich für den Kiez?“. Der Eintritt kostet 5 Euro, für Kiezbewohner (an der Kann den Straßennehmen nennen) 4 Euro.