Tad des offenen Denkmals

Moderne in alten Denkmälern der City West

Auch in Charlottenburg-Wilmersdorf haben am Wochenende viele Häuser und Institutionen geöffnet, bei denen ein Blick hinter die Kulisse lohnt.

Aktives Kiezleben in einem Denkmal: Am Wochenende können Besucher die Sanierungsfortschritte im denkmalgeschützten Parkwächterhaus im Lietzenseepark besichtigen

Aktives Kiezleben in einem Denkmal: Am Wochenende können Besucher die Sanierungsfortschritte im denkmalgeschützten Parkwächterhaus im Lietzenseepark besichtigen

Foto: Sebastian Kringel

Charlottenburg-Wilmersdorf.  Zum bundesweiten „Tag des offenen Denkmals“ unter dem Motto „Modern(e): Umbrüche in Kunst und Architektur“ haben auch in der City West wieder viele Institutionen geöffnet und bieten etwas Besonderes an oder erlauben einen Blick hinter die Kulissen, der sich sonst eher nicht bietet.

„Lebendige Baustelle“ im Lietzenseepark

Ein Kind der Moderne ist beispielsweise das 1925/26 erbaute Parkwächterhaus im Lietzenseepark, das Elemente der Reformarchitektur und des Heimatschutzstils trägt und ist somit Teil dieser architektonischen Epoche ist. Erst jetzt kommt im Rahmen des behutsamen Sanierungsprozesses heraus, dass das denkmalgeschützte Haus In Anlehnung an die Gartenstadtarchitektur wahrscheinlich farbenprächtig in Ocker, Grün und Blau gehalten und mit Pflanzengirlanden verziert war. Auch in seiner Nutzung war das Parkwächterhaus ein Kind der Moderne. Mit öffentlichen Toiletten für Damen und Herren sowie einem Milch- und Mineralwasserausschank war es ein erholsamer Ort an Licht, Luft und Sonne. Der Verein ParkHaus Lietzensee lädt am Sonnabend und Sonntag von 12 bis 18 Uhr dazu ein, den Sanierungsfortschritt des Parkwächterhauses als „lebendige Baustelle” und die Ausstellung „Berliner Moderne mit Hexenhaus-Charme“ zu besichtigen. Der Eintritt ist frei.

Geschichte der Berliner U-Bahn erlebbar

Geöffnet hat beispielsweise auch das Berliner U-Bahn-Museum im U-Bahnhof Olympiastadion am Sonnabend von 10.30 bis 15.30 Uhr. In dem einst größten europäischen Einreihenhebelstellwerk wird die Geschichte der Berliner Untergrundbahn erlebbar. „Hier finden Besucher alles von A wie Abfertigungskelle bis Z wie Zugspitzenleuchte“, verspricht der Betreiberverein. Der Eintritt kostet zwei Euro (für Kinder unter 12 Jahren 1 Euro).

Pfad der Erinnerung im Charlottenburger Norden

An den Nazi-Terror und die frühere nahe Hinrichtungsstätte Plötzensee erinnern die Gedenkkirchen Maria Regina Martyrum und Plötzensee am Heckerdamm 226 und 230. Am Sonntag können sie von 11.30 bis 18 Uhr besucht werden. Um 10 Uhr beginnt ein Gottesdienst in der Gedenkkirche Maria Regina Martyrum. Führungen in beiden Kirchen finden ab 13 Uhr und nach Bedarf statt. Es gibt auch einen Pfad der Erinnerung, der die Gedenkstätten miteinander verbindet.

Die Villenkolonie Grunewald und ihre Bewohner sind das Thema einen Spaziergangs mit Petra Fritsche am Sonnabend um 11 Uhr. Vorgestellt werden die alten Villen, ihre Architekten und ehemalige Bewohner wie Lion Feuchtwanger, Walther Rathenau, Friedrich Wilhelm Murnau und Alfred Kerr. Der Spaziergang endet am S-Bahnhof Grunewald mit dem Mahnmal der Deportation. Anmeldung erforderlich unter petra.fritsche@freenet.de

Information

Einen Überblick über weitere Veranstaltungen gibt es hier: Tag des offenen Denkmals in Charlottenburg-Wilmersdorf