Entschädigungsstreit

Linke fordern Umbenennung des Hohenzollernplatzes

Wegen der Auseinandersetzung von Bund und Ländern mit der Familie Hohenzollern will die Links-Fraktion in der BVV den Platz umbenennen.

Ein Platz mit Spuren der Geschichte: Hohenzollernplatz mit Preußen-Adler.

Ein Platz mit Spuren der Geschichte: Hohenzollernplatz mit Preußen-Adler.

Foto: Sofia Mareschow

Berlin. „Gier-Adel ohne Anstand“ nennt die Linksfraktion in Charlottenburg-Wilmersdorf die Familie Hohenzollern, die derzeit mit dem Bund und den Ländern Berlin und Brandenburg über Entschädigungsforderungen der Familie verhandelt.

Jagdschloss Grunewald und Schloss Charlottenburg für alle erhalten

Die Linksfraktion Charlottenburg-Wilmersdorf fordert deshalb in zwei aktuellen Antragen an die Bezirksverordnetenversammlung, dass sich das Bezirksamt öffentlich gegen die Forderungen ausspreche. Jagdschloss Grunewald und Schloss Charlottenburg müssten für die Allgemeinheit erhalten bleiben, so Linken-Fraktonschef Niklas Schenker Des Weiteren soll nach dem Willen der Linken der Hohenzollernplatz in Wilmersdorf einschließlich des U-Bahnhofs einen neuen Namen bekommen und auch eine Umbenennung des Hohenzollerndamms diskutiert werden.

Neubenennung nach einer Frau gefordert

„Die Forderungen des ehemaligen Königshauses und seiner Sachwalter sind inakzeptabel und völlig maßlos. Die ganze Republik regt sich über den Gier-Adel auf. Keine Geschenke für die Hohenzollern!“, fordert Schenker. Der Reichtum der Hohenzollern sei durch die Untertanen finanziert worden. Nun sollten die Bürger erneut zur Kasse gebeten werden. „Die Forderungen der Hohenzollern zeigen die Realitätsferne, in der der einstige Adel immer noch lebt“, so der Linken-Politiker.

Neu benannt werden soll Schenker zufolge der Platz nach einer Frau, die sich in besonderem Maße um demokratische Werte verdient gemacht habe, die gegen die Hohenzollern durchgesetzt werden mussten.

Bei den Verhandlungen zwischen dem Bund, Berlin und Brandenburg und den Hohenzollern ist nach Ansicht der Brandenburger Landesregierung bisher keine Einigung in Sicht. „Zurzeit liegen die Verhandlungspositionen immer noch sehr weit auseinander“, erklärte Kulturministerin Martina Münch (SPD) in der Antwort auf eine Anfrage aus der CDU im Landtag, die am Montag veröffentlicht wurde.