Bürgerprotest

Trotz Beschluss: Umweltamt pflanzt weiter Schilf im Halensee

Die BVV hat beschlossen, dass der Zaun an der Badestelle im Halensee abgebaut werden muss. Beim Grünflächenamt ist das offenbar nicht angekommen.

Am Halensee wird weiter Schilf gepflanzt, obwohl der Zaun an der Badestelle abgebaut werden sollte.

Am Halensee wird weiter Schilf gepflanzt, obwohl der Zaun an der Badestelle abgebaut werden sollte.

Foto: Uwe Moldenhauer

Berlin.  Eigentlich könnte man ja denken, der mehrheitliche Beschluss in der BVV vom 13. Juni wäre eindeutig: Der Zaun am Halensee soll innerhalb von 14 Tagen wieder abgebaut werden. Doch wie Fotos von Anwohnern zeigen, schafft das Umweltamt des Bezirks weitere Fakten und setzt neue Pflöcke, respektive weiteres Schilf ans Ufer der traditionsreichen Badestelle auf der Höhe der Wiese des Friedenthal-Parks.

„Ungeachtet des Beschlusses wurden am 14. Juni sowie am 17. Juni durch das Grünflächenamt Wachstumshilfen und Schilfbündel an eben dieser Badestelle im Uferbereich ins Wasser eingebracht und dort fixiert“, sagt Bade-Aktivist Uwe Moldenhauer. Selbst wenn der Zaun nun entfernt würde, sei es so nicht möglich Zugang zum Wasser zu bekommen.

Für den Halenseer ist es unverständlich, dass die Aktion nicht gestoppt wurde, die ja nicht nur dem BVV-Beschluss zuwiderlaufe, sondern auch Geld koste, das verschwendet sei, wenn man den Zaun abbaue. Für Moldenhauer hat das Vorgehen System, denn auch die Zettel, in der beispielsweise der BVV-Umweltausschuss am heutigen Dienstag angekündigt werde, würden immer wieder abgenommen.

SPD nennt Aktion einen „frechen Affront“

Für die SPD-Bezirksverordnete Claudia Buß ist die Aktion des Umweltamts schlicht ein „frecher Affront“. Ihre Fraktion wolle deshalb heute einen Antrag im Umweltausschuss einbringen, die Umweltstadtrat Oliver Schruoffeneger (Grüne) auffordere, den Zaun unverzüglich abzubauen. „Herr Schruoffeneger mag ja ein Visionär sein, aber wir haben den Eindruck, dass er manchmal nicht mehr weiß, was in seinem Ämtern los ist“, sagt Buß.

Das sieht auch ihr Fraktionskollege Martin Burth so. Irritierend sei, dass sich Schruoffeneger auf die Verordnung des Landes für ein Landschaftsschutzgebiet bezieht. Das sieht aber auch vor, dass auch keine Zäune gebaut werden dürften und in die Uferbefestigung keine mineralischen Stoffe eingebracht werden dürfte. Das aber sei geschehen, weil das Umweltamt zur Sicherung des Schilfs Körbe mit Steinen und Metallschlingen eingebaut hätte.

Vom Stadtrat war bislang keine Stellungnahme zur Aktion des Umweltamts zu erhalten.