Kreisvorstand

Senatskanzlei dominiert SPD in der City West

Im SPD-Kreisvorstand Charlottenburg-Wilmersdorf wurden am Abend drei Posten neu besetzt.

Christian Gaebler führt den SPD-Kreisverband seit der Bezirksfusion im Jahr 2000.

Christian Gaebler führt den SPD-Kreisverband seit der Bezirksfusion im Jahr 2000.

Foto: Sergej Glanze

Charlottenburg-Wilmersdorf.  Während die Bundes-SPD führungslos dahintreibt, müssen sich die Sozialdemokraten auch in Berlins City West neu sortieren. Wegen der beteiligten Personen strahlt die Angelegenheit auch auf die Landespolitik aus. Denn im neuen Kreisvorstand von Charlottenburg-Wilmersdorf wird sich ein großer Teil der Spitze der Senatskanzlei versammeln.

Der Langzeit-Vorsitzende Christian Gaebler, der den Kreisverband seit der Bezirksfusion im Jahr 2000 führt und vorher auch schon Chef der Charlottenburger Sozialdemokraten war, hat seinen mit den internen Kritikern abgesprochenen Plan aufgegeben, den Posten in diesem Jahr an seinen früheren Referenten Johannes Reichersdorfer, der ebenfalls im Vorstand saß, abzugeben. Nun will der Senatskanzlei-Chef doch bis zur turnusmäßigen Neuwahl im Frühjahr 2020 bleiben, weil sich sein Referent anders orientierte und zurückgetreten war.

Ganz glücklich sind auch die Unterstützer nicht

Auch wegen dieser Kehrtwende war es in der Kreisspitze zu einer Krise gekommen. Zwei im Vorjahr gewählte Vorstandsmitglieder traten Anfang Mai zurück. Die Vize-Vorsitzende Ann-Kathrin Biewener, Mitglied der Bezirksverordnetenversammlung, und der 2018 ins Abgeordnetenhaus nachgerückte Kassenwart Christian Hochgrebe, warfen hin. Nun wurden an diesem Freitagabend drei Vorstandsmitglieder neu bestimmt.

Zur Wahl standen neben der stellvertretenden Landesvorsitzenden, der Jungsozialistin Heike Hoffmann, zwei Mitarbeiter der Senatskanzlei. Robert Drewnicki, als Grundsatzreferent im Roten Rathaus einer der engsten Vertrauten des Regierenden Bürgermeisters Michael Müller, sollte Schatzmeister werden. Und Kian Niroomand, Gaeblers persönlicher Referent, war für das Amt des Kreisvizes vorgesehen. Alle drei Bewerber wurden mit deutlichen Mehrheiten nach harten Debatten gewählt.

Ganz glücklich sind auch die Unterstützer dieser Lösung nicht mit den Personalien. Natürlich sehe es seltsam aus, wenn so viele in der Kreisspitze in der Senatskanzlei ihr Geld verdienen. Aber mit den zurückgetretenen Vorständen sei es einfach nicht mehr gegangen, hieß es.