Gegen-Demo

Die City West zeigt klare Kante gegen Antisemitismus

Vom George-Grosz-Platz aus wendet sich am Sonnabend in Charlottenburg einen gegen-Demo gegen den antisemitischen Al-Quds-Marsch.

Im vergangenen Jahr beteiligten sich mehr als 1000 Menschen an dem anti-israelischen Al-Quds-Tag in Berlin

Im vergangenen Jahr beteiligten sich mehr als 1000 Menschen an dem anti-israelischen Al-Quds-Tag in Berlin

Foto: FABRIZIO BENSCH / Reuters

Charlottenburg-Wilmersdorf. Der mutmaßliche antisemitische Zwischenfall an einer Schule in Charlottenburg-Wilmersdorf sowie der am Sonnabend angekündigte Al-Quds-Marsch verdeutlichten die immerwährende Notwendigkeit, sich dem Antisemitismus klar entgegenzustellen, erklärt das Bezirksamt Charlottenburg-Wilmersdorf. Bezirksamt und Bezirksverordnetenversammlung von Charlottenburg-Wilmersdorf wendeten sich deshalb in aller Entschiedenheit gegen den von Antisemitismus sowie Homosexuellenfeindlichkeit geprägten Al-Quds-Marsch.

Mahnung zu Toleranz und der Bewahrung der Grundrechte

„70 Jahre Grundgesetz mahnen uns alle mehr denn je zu Toleranz der großartigen Errungenschaften der unumstößlichen Grundrechte von Meinungs-, Religions- und Demonstrationsfreiheit bis zum individuellen Persönlichkeitsrecht und der Menschenwürde“, sagt der stellvertretende Bezirksbürgermeister Arne Herz (CDU). Die Demonstrationsfreiheit räume allen breite Rechte ein, eine Meinung zu vertreten. Zugleich sei es schwer zu ertragen, wenn dieses Recht für Vorurteile, Hass und die Herabwürdigung von Menschen missbraucht werde, so Herz. Die Würde des Einzelnen sei aber nicht verhandelbar.

Kundgebung und Gegendemo auf dem George-Grosz-Platz

Das Bezirksamt Charlottenburg-Wilmersdorf ruft deshalb zur Gegenkundgebung am Sonnabend, 1. Juni, um 15.30 Uhr am Georg-Grosz-Platz auf. Der Stellvertretende Bezirksbürgermeister Arne Herz wird die Demonstranten begrüßen. Bereits um 9 Uhr wird Herz als deutliches Zeichen der Solidarität mit Israel die israelische Flagge vor dem Rathaus Charlottenburg hissen.

Regelmäßiger Austausch mit den Partnerstädten in Israel

Charlottenburg-Wilmersdorf versteht es Herz zufolge es als unverzichtbares Selbstverständnis, mit den israelischen Partnerstädten Or-Yehuda und Karmiel eines lebendigen Austauschs zu pflegen. Insbesondere der regelmäßige Jugendaustausch sei ein guter Weg, Begegnungen zu ermöglichen, Verbindungen zu schaffen und das friedliche Zusammenleben zu gestalten.

Thematischer Schwerpunkt

„Antisemitismus und Intoleranz müssen wir als Gesellschaft und auch gerade in unseren Schulen und Jugendfreizeiteinrichtungen mit einer klaren Wertediskussion begegnen“, sagte auch

Jugendstadträtin Heike Schmitt-Schmelz (SPD). So habe die bezirkliche Partnerschaft für Demokratie dieses Jahr ihren thematischen Schwerpunkt im Kampf gegen Antisemitismus.

Information

Der sogenannte „Al-Quds-Tag“ (nach dem arabischen Namen für Jerusalem „al-Quds“) ist in der Islamischen Republik Iran ein gesetzlicher Feiertag. Er wird alljährlich zu staatlich organisierten Massendemonstrationen gegen Israel genutzt, bei denen die „Befreiung Jerusalems von den zionistischen Besatzern“ gefordert wird. Auch weitergehende Vernichtungsdrohungen gegen Israel werden regelmäßig ausgesprochen.

Der „Al-Quds-Tag“ wird darüber hinaus auch in weiteren Ländern des Nahen Ostens mit hohem schiitischen bzw. palästinensischen Bevölkerungsanteil begangen und geht auf einen Aufruf des iranischen Revolutionsführers Ayatollah Chomeini zurück, der am 8. August 1979 „alle Muslime der Welt und alle muslimischen Regierungen“ dazu aufforderte, „den Usurpatoren und ihren Unterstützern die Hände abzuhacken“ und am letzten Freitag des islamischen Fastenmonats Ramadan die „internationale muslimische Solidarität zur Unterstützung der legitimen Rechte des muslimischen palästinensischen Volkes zu erklären“.