Etwa 170 Aussteller

„Classic Days“ in Berlin: Schatzkisten auf vier Rädern

Die „Classic Days“ lockten wieder Tausende Fans alter und auch noch nicht ganz so alter Automobile an den Kurfürstendamm.

Oldtimer-Show auf dem Kurfürstendamm

Oldtimer-Show auf dem Kurfürstendamm

Foto: Reto Klar / FUNKE Foto Services

Berlin.  Einige Autobesitzer waren passend zu ihren alten Schätzchen gekleidet: Damen mit zarten Chiffontüchern zum Schutz der Frisur im Mercedes Cabrio aus den 50ern, Männer in Cabriohauben des US-Herstellers Stetson oder im eleganten Nadelstreifen zum Rolls Royce im klassischen British Racing Green. Sehen und gesehen werden, lautete auch in diesem Jahr wieder das inoffizielle Motto der Berlin Classic Days, die Besuchern der Oldtimer-Show wieder jede Menge frisch polierten Chrom und Lack an rund 2000 historischen Fahrzeugen präsentierten – darunter viele Klassiker der Automobilgeschichte.

Etwa 170 Aussteller präsentierten darüber hinaus eine vielfältige Auswahl an Produkten und Dienstleistungen rund um das Thema Liebhaberautos und Oldtimer. Für das leibliche Wohl sorgten Champagnerlounges, Weingärten, Cafés, sommerliche Cocktailbars und Stände mit ausgewählten kulinarischen Spezialitäten. In der Automobilszene bekannte Moderatoren kommentierten das Geschehen. Ein Highlight des Wochenendes war auch in diesem Jahr wieder die Oldtimerparade am Sonnabend.

„Die heutigen Autos sehen doch fast alle gleich aus“

Viele Besucher und Aussteller reisten aus ganz Deutschland in die City West, um ihre Schätze zu zeigen, Gleichgesinnte zu treffen oder über Ersatzteile zu fachsimpeln. „Man kann heutzutage zwar viel im Internet finden“, sagte Torsten Maurus aus Stuttgart, der schon zum vierten Mal extra für die Schau nach Berlin gereist ist. Schöner sei es aber, direkt andere „Autoverrückte“ zu treffen. „Für mich ist das wie das Fenster eines Süßwarenladens für ein Kind“, sagt sein Bekannter Franz Natrop aus Recklinghausen. Beide sammeln Renault 4 und haben sich vor drei Jahren auf den Classic Days kennengelernt

Näher hatte es da der Berliner Thomas Engelskircher, der bisher jedes Mal bei den Classic Days dabei war, wie er sagt. Er macht stets viele Fotos der Oldtimer, vorzugsweise von besonderen Details wie Türgriffen oder der Innenausstattung, um sich dann im Anschluss einen Kalender mit den Bildern anzufertigen. So hat er dann bis zu den nächsten Classic Days Freude an den Oldtimern. „Sie sind einfach schön. Die heutigen Autos sehen doch fast alle gleich aus. Die Klassiker haben noch besondere Formen“, sagt Engelskircher und schon zückt er wieder seine Kamera und lichtet das geschwungene Heck eines Chevrolet Bel Air Sedan aus dem Jahr 1960 ab. „Hier sieht man die Liebe zum Detail. Das ist toll“, sagt der Berliner und zeigt auf die Antenne, die mit einer kleinen schwarzen Billardkugel abschließt.