Gustav-Adolf-Kirche

Wie der Traum einer Klavierlehrerin in Erfüllung geht

Katrin Förch kann es kaum erwarten: Am Sonnabend gibt sie ihr erstes Konzert in einer großen Kirche in Charlottenburg.

Katrin Förch freut sich auf ihren Auftritt in der Gustav-Adolf-Kirche

Katrin Förch freut sich auf ihren Auftritt in der Gustav-Adolf-Kirche

Foto: Matthias Vogel

Charlottenburg.  Eigentlich ist es eine Mischung aus Lesung und Konzert. Zwar stellt die zweifache Mutter ihre neue CD „Follow the lights“ vor, reichert die Vorstellung aber auch mit Einträgen aus ihrem Tagebuch „Die richtige Entscheidung Jakobsweg? – Frisch verliebt und trotzdem los“ an, das sie 2012 auf dem Jakobsweg gefüllt hat.

Aufgewachsen ist Katrin Förch in Bayern, in einem kleinen Nest an der Grenze zu Baden-Württemberg. Lange wohnte sie in Charlottenburg, heute lebt sie in Lichterfelde. Gegen den Widerstand ihrer Familie begnügte sie sich mit dem Realschulabschluss, den sie mit 17 Jahren in der Tasche hatte. Noch ein Jahr Hauswirtschaftsschule im Anschluss – dann war für sie endgültig Schluss mit dem Pauken. „Sitzen und lernen, das war noch nie etwas für mich. Ich bin eher der handwerkliche Typ. Ich repariere lieber unser Auto oder streiche die Wände.“ Vor allem aber hatte sie eines im Sinn: Ihr Hobby zum Beruf zu machen. Mit elf Jahren begann sie mit dem Klavierspielen und es dauerte nicht lange, da fragte ihr Lehrer sie, ob sie sich nicht vorstellen könne, eines Tages Klavierlehrerin zu werden. Das konnte sie und trat später eine Ausbildung bei ihm an.

Mit 16 bereits selbstständig gemacht

„Inoffiziell, ohne Zeugnis und so. Das war ein Risiko, aber ich war bereit“, erinnert sie sich. Parallel hatte sie schon ihre ersten Schüler, lernte also in einer Art dualem System, wie sich Inhalte am besten vermitteln ließen. Mit 16 machte sie sich selbstständig und bereut bis heute nichts. „Ich kann das perfekt mit meinem Job als Mama kombinieren. Und ich bin von dem System, das ich von meinem Lehrer übernommen habe, voll überzeugt.“ Anstatt wie üblich zunächst das Notenlesen zu lehren, wird bei Förch losgespielt. „Motivation, spielerisches Lernen, viel Loben. Das ist oft viel mehr Psychologie als Musikunterricht“, sagt sie.

Unterstützung vor allem von der Oma

Seit bereits 15 Jahren gibt sie ihr Wissen inzwischen weiter und vom Zwist mit der Verwandtschaft ist nichts mehr übrig geblieben. „Mittlerweile sind alle stolz auf mich. Zum Glück hat mich meine Oma immer unterstützt.“ Vor etwa zehn Jahren begann sie, zu texten und zu komponieren. Drei Alben zimmerte das Allroundtalent schon vor dem neuen Tonträger – einer EP mit fünf Titeln – zusammen.

Zurück zum Glauben gefunden

Katrin Förch wurde neuapostolisch erzogen. Eine gescheiterte Ehe mit einem Katholiken, insbesondere die Intoleranz der Kirchen bezüglich der ökumenischen Hochzeit, ließ sie sich neun Jahre lang von der Kirche abwenden. Im Alter von 26 ging sie für vier Wochen nach Spanien auf den Jakobsweg, um Zeit für sich zu haben, in sich zu gehen und um Ordnung zu schaffen. Dieses Vorhaben ist ihr geglückt, obwohl sie kurz vor der Abreise mit ihrem jetzigen Partner zusammengekommen ist und der Abschiedsschmerz groß war. Ihr Leben bekam wieder Struktur. 2017 geriet sie mit ihrer kleinen Familie beim Campen in ein heftiges Gewitter. „Wir haben uns gefühlt, als wären wir mitten im Auge des Unwetters. Ich habe wieder angefangen zu beten.“ Seither, so sagt sie, hat sie wieder Vertrauen in Gott. Sie ist allerdings zur Evangelischen Kirche gewechselt und erzieht ihre Kinder bezüglich des Glaubens „entspannt“. Auf dem Jakobsweg wuchs in ihr der Wunsch, sich gesanglich einmal in einer Kirche mitzuteilen, „alles laut rauszusingen“, sagt sie und lacht. Jetzt erfüllt sich der Wunsch.

Information

Das Konzert in der Gustav-Adolf-Kirche an der Herschelstraße 14, beginnt am Sonnabend, 18. Mai, um 18.30 Uhr.