Baufortschritt

Jüdisches Bildungszentrum in Wilmersdorf nimmt Formen an

Ab 2020 soll auf dem Pears Jüdischen Campus religionsübergreifend gelernt werden. Berlins Regierender Müller besuchte die Baustelle.

Rabbiner Yehuda Teichtal (l.) erklärt Berlins Regierendem Bürgermeister Michael Müller den Fortschritt auf der Baustelle des Pears Jüdischen Campus in Wilmersdorf

Rabbiner Yehuda Teichtal (l.) erklärt Berlins Regierendem Bürgermeister Michael Müller den Fortschritt auf der Baustelle des Pears Jüdischen Campus in Wilmersdorf

Foto: Philipp Siebert

Wilmersdorf. Vorurteile entstehen oft durch Berührungsängste. Um diese abzubauen, will das Bildungszentrum „Chabad Lubawitsch“ in Wilmersdorf mit dem Pears Jüdischen Campus eine religionsübergreifende Begegnungsstätte schaffen. Bis Ende 2020 soll an der Westfälischen Straße ein siebengeschossiger Bau entstehen. Auf 7000 Quadratmetern sind eine Kita mit 200 sowie Grundschule und Gymnasium mit 300 Plätzen, ein Sport- und ein Kulturzentrum geplant. „Wir wollen, dass unser Berlin international nicht als Ort bekannt wird, wo man dauernd Antisemitismus bekämpfen muss, sondern als positiver, lebendiger, zukunftsorientierter Ort, wo jüdisches Leben wächst“, sagte Rabbiner Yehuda Teichtal, Vorsitzenden des Bildungszentrums, am Montag am Rande eines Besuchs von Berlins Regierendem Bürgermeister Michael Müller (SPD) auf der Baustelle.

Müller lobte den Fortschritt der Bauarbeiten und nannte das Projekt eine „Bereicherung für Berlin“. Es sei einerseits ein „starkes Zeichen für immer mehr und immer sichtbareres jüdisches Leben“ in der Stadt. Da der Campus aber allen offen stehen soll, führe er Menschen ungeachtet ihrer Religion, Herkunft oder Lebensweise zusammen und schaffe auch in der Gegend dringend benötigte Infrastruktur, so Müller weiter.

Sieben Millionen Euro fehlen noch zur Finanzierung

Die Baukosten belaufen sich laut Teichtal auf insgesamt 20 Millionen Euro. 13 Millionen seien bereits aus Bundes- und Landesmitteln sowie Spenden zusammengekommen. Der Regierende Bürgermeister äußerte sich zuversichtlich, dass auch die verbleibenden sieben Millionen bald bereitstehen.

Der Keller und Teile des Erdgeschosses sind bereits fertig. Gebaut wird auf dem ehemaligen Rentenversicherungs-Grundstück zwischen der Münsterschen und der Westfälischen Straße. Das fertige Gebäude soll eine leuchtend blaue Fassade aus glasierter Keramik erhalten.