Rheingauer Weinbrunnen

Sonntags kein Wein mehr am Rüdesheimer Platz

Mitte Mai startet das Winzerfest. Aus Rücksicht auf die Anwohner soll es in diesem Jahr erstmals einen wöchentlichen Ruhetag geben.

Künftig bleibt er sonntags trocken: der Weinbrunnen am Rüdesheimer Platz

Künftig bleibt er sonntags trocken: der Weinbrunnen am Rüdesheimer Platz

Foto: Philipp Siebert

Wilmersdorf.  Bald wird am Rüdesheimer Platz wieder Riesling, Burgunder und Blanc de Noirs ausgeschenkt. Bereits zum 53. Mal laden Winzer aus dem hessischen Rheingau-Taunus-Kreis, mit dem der Bezirk Charlottenburg-Wilmersdorf seit Jahrzehnten eine Partnerschaft unterhält, zum „Rheingauer Weinbrunnen“. Das traditionelle Fest soll am Sonnabend, 11. Mai, um 16.30 Uhr feierlich eröffnet werden. Letzter Ausschanktag ist der 12. September. Während der Weinbrunnen im vergangenen Jahr auf der Hälfte für eine Woche pausierte, soll er nun wieder durchgehend laufen.

Einigung mit den Anwohnern

Allerdings: Mit Ausnahme des ersten Sonntags nach der Eröffnung bleibt der Ausschank in diesem Jahr erstmals an allen weiteren Sonntagen geschlossen. Im Vorfeld habe man sich mit den Winzern und den Beschwerdeführern gegen das Fest auf diesen wöchentlichen Ruhetag geeinigt, sagt Bezirksbürgermeister Reinhard Naumann (SPD). „Ich habe deutlich gemacht, dass der Sonntag das Maximum an Entgegenkommen gegenüber der Anwohnerschaft bedeutet.“ 2016 hatten Anwohner gegen die Lärmeinwirkung des Fests geklagt, unterlagen aber 2017 vor dem Berliner Oberverwaltungsgericht.

Opposition kritisiert Sonntagsschließung

Opposition kritisiert Sonntagsschließung Die Bezirks-CDU sieht den wöchentlichen Ruhetag mit Skepsis. „Ich glaube nicht, dass die Schließung sonntags irgendeine Entlastung für die Anwohnerschaft bringen wird“, sagt der wirtschaftspolitische Sprecher der Unionsfraktion in der Bezirksverordnetenversammlung, Simon Hertel. Die Menschen würden trotzdem zahlreich erscheinen. Im Rahmen etwa einer Einwohnerversammlung, Diskussionsveranstaltungen oder Aufklärungskampagnen gelte es vielmehr, eine gemeinsame Lösung mit und für die Anwohnerschaft zu finden und ein Konzept zu erarbeiten. „Das Fest hat in den vergangenen Jahren etwas Überhand gewonnen und muss reguliert werden“, ist Hertel überzeugt.

Siegfriedbrunnen startet kommende Woche

Ein Fauxpas wird sich allem Anschein nach allerdings nicht wiederholen. 2018 war der Siegfriedbrunnen am Rüdesheimer Platz zum Start des Weinfests defekt. „Zum jetzigen Zeitpunkt kann vom Bezirksamt kein Datum für die Inbetriebnahme in der diesjährigen Saison genannt werden“, sagt zwar Bürgermeister Naumann. Man habe die Berliner Wasserbetriebe, die ab diesem Jahr für die Brunnen im Bezirk verantwortlich sind, angeschrieben und noch keine Antwort erhalten. Auf telefonische Anfrage der Morgenpost teilt ein Sprecher der Wasserbetriebe jedoch mit, dass der 17. April als spätestes Datum für die Inbetriebnahme des Siegfriedbrunnens vermerkt sei.

Speer der Sagenfigur wurde gestohlen

Dafür wird aber der Siegfried darauf mit leeren Händen in die Ferne blicken. Seit geraumer Zeit ist der Speer der Statue verschwunden. „Es scheint ein sehr begehrtes Objekt zu sein“, sagt Baustadtrat Oliver Schruoffeneger (Grüne) lakonisch. Innerhalb der vergangenen zwei Jahre habe man die Waffenreplik drei Mal ersetzt beziehungsweise repariert und das nun zunächst aufgegeben. „Auf Dauer braucht der Siegfried natürlich wieder einen Speer, aber es macht auch keinen Sinn, im Zweimonatsrhythmus einen neuen anzubauen und sich immer wieder klauen zu lassen“, so Schruoffeneger weiter.