Einsame Herzen

Partnervermittlerin: Die Frau für die große Liebe

Martina Eisenbraun ist Chefin von „Partner for You“. Sie ist seit 27 Jahren im Geschäft und hat mehr als 1000 Paare zusammengebracht.

Martina Eisenbraun hilft Menschen seit vielen Jahren, einen passenden Partner zu finden.

Martina Eisenbraun hilft Menschen seit vielen Jahren, einen passenden Partner zu finden.

Foto: Maurizio Gambarini

Berlin. Ihre Daten hat sie in Hängeordnern und im Kopf. Martina Eisenbraun ist die Chefin der Partnervermittlungsagentur „Partner for You“ am Ernst-Reuter-Platz, schon seit 27 Jahren im Geschäft und hat so ihre Methoden. „Ich war in Berlin zwar die Erste, die mit ihrer Website auch ins Internet gegangen ist, aber persönliche Daten vertraue ich doch nicht so gern einem Computer an“, sagt sie. Mehr als 1000 Paare habe sie zusammengebracht, darunter auch bekannte Persönlichkeiten vermittelt, sagt Eisenbraun und lächelt geheimnisvoll. Diskretion ist in ihrem Metier Ehrensache.

Manche Menschen wünschen sich Hilfe, um im großen Meer der Möglichkeiten die Liebe ihres Lebens zu finden. Doch funktioniert das Konzept konventioneller Partnerschaftsvermittlung in Zeiten von Onlinedating? „Als Parship 2001 auf den Markt kam, war das schon ein Riesen-Umsatzeinbruch für unsere Branche“, sagt Eisenbraun. Viele Kunden seien in der ersten Zeit zu den Onlineagenturen gelaufen. Doch die Partnervermittlerin hielt an ihrem konventionellen Geschäftsmodell fest. „Nachdem diese Plattformen etwa drei, vier Jahre auf dem Markt waren, kamen die Leute wieder verstärkt zurück zu mir.“ Einige hätten die Erfahrung gemacht, dass viele Menschen, die sich auf Onlineplattformen tummelten, nicht wirklich an einer ernsthaften Bindung interessiert seien oder nur ihren Marktwert beim anderen Geschlecht testen wollten.

Auch das Bild, das viele der Kandidaten dort von sich vermittelten, entspräche nicht immer der Realität, formuliert Eisenbraun vorsichtig. Das könne an fehlerhafter Selbstwahrnehmung liegen, aber manchmal auch schiere Flunkerei sein. „Da wird ein Mann schnell mal fünf Zentimeter größer, eine Frau zehn Jahre jünger, Kinder würden ganz verschwiegen“, beschreibt die Partnervermittlerin die Erfahrungen ihrer Kunden. Viele hätten darauf keine Lust mehr gehabt. „Für ernsthaft Partnersuchende können solche Erlebnisse sehr enttäuschend und verletzend sein.“

Auch Martina Eisenbraun fragt erst einmal ganz schematisch die Daten ihrer Kunden ab. Mit jedem, der zu ihr kommt, bespricht sie einen achtseitigen Fragenkatalog. Das geht von den Eltern über die Geschwister, die Ausbildung zu vorhergehenden Beziehungen und zu den Wünschen für eine künftige Partnerschaft. „Ich nutze das für eine Analyse des Lebensweges dieser Menschen, denn der ist ja nicht unerheblich für die Zukunft“, sagt sie. In die Vermittlung nimmt Eisenbraun nur Menschen, bei denen sie gute Möglichkeiten sieht, auch wirklich passende Kontakte herstellen zu können. „Wenn beispielsweise eine Frau kommt und sagt, ich bin 65, fühle mich aber wie 55 und möchte einen Partner, der zehn Jahre jünger ist, dann winke ich ab, so etwas mag in Einzelfällen möglich sein, ist aber eher unrealistisch.“ Bei vielen Suchenden habe sie schon nach dem Erstgespräch entsprechende Kandidaten ihrer Klientel im Kopf, die sie vorstellen möchte.

Gemeinsame Lebensziele sind ein entscheidendes Kriterium

Es sind nicht nur Frauen und Männer fortgeschritteneren Alters, die zu Martina Eisenbraun kommen. „Zu mir kommen beispielsweise auch junge Frauen, die mit ihrem Studium oder ihrer Ausbildung fertig sind und ernsthaft über eine Familiengründung nachdenken. Oft sind die Männer in deren Umfeld dazu aber noch nicht bereit“, erklärt sie.

Kriterien für die Partnersuche sind Eisenbraun zufolge, dass Lebensziele, Wertvorstellungen und intellektuelles Niveau zusammenpassen. „Ich höre aus Gesprächen auch heraus, ob jemand besonders ordnungsliebend oder vielleicht etwas sehr sparsam ist, ob er musisch ist und mehrmals in der Woche ein paar Stunden Klavier spielt oder seine Freizeit gern mit Sport verbringt“, sagt sie. Nicht immer müssten alle Interessen eins zu eins deckungsgleich sein, aber die Grundelemente und die Basis müssten stimmen. „Ich treffe als neutrale Person eine Auswahl, im Internet tut dies zuerst der Algorithmus und dann der Betreffende aus dem Eigenbild heraus.“

An Liebe auf den fast ersten Blick glaubt Martina Eisenbraun, vormals Resch, dennoch. Im November hat sie zum zweiten Mal geheiratet. Kennengelernt hat sie ihren Mann nicht in der Agentur, sondern im Sportstudio. „Ich hatte ihn eigentlich angestrahlt, weil ich ihn für meine Partnervermittlung gewinnen wollte. Nach den ersten beiden Sätzen waren wir uns gleich so sympathisch, dass ich dachte, den möchte ich nicht vermitteln, den möchte ich für mich.“

Alle Folgen der Serie "Berlin - Stadt der Liebe" gibt es hier.

Geschenke für den Valentinstag

Mit dem Valentinstag ist es ein bisschen wie mit Roter Bete, Schlager oder Dieter Bohlen. Man liebt oder man hasst sie. Der Valentinstag hat vor allem bei Briten und US-Amerikanern Tradition. In England schreibt man anonyme Liebesbriefe, in den USA werden geheime Grußkarten mit Liebesbotschaften verschickt. Die Zahl der versandten Valentinstagskarten wird auf etwa 190 Millionen geschätzt.

Zusammen mit den Karten, die Schüler untereinander austauschen, belaufen sich die Schätzungen auf etwa eine Milliarde. In den letzten Jahrzehnten wurde der Valentinstag zunehmend kommerzialisiert. Besondere Werbekampagnen fördern den Umsatz. In Deutschland kam der Valentinstag erst in den 80er-Jahren in Mode und scheidet auch hierzulande die Geister. Hauptsächlich Männer machen ihren Partnerinnen am Valentinstag ein Geschenk. Von 501 vom Statistikportal Statista 2018 befragten Männern erklärten 58,2 Prozent, wenigstens ein Valentinstagsgeschenk kaufen zu wollen. Von den 501 befragten Frauen planten hingegen nur 50,8 Prozent ein Geschenk. Die meisten beschränken sich auf Blumen, Pralinen, ein Schmuckstück oder sonstige kleine Aufmerksamkeiten.

Im Trend liegen aber auch selbst gekochte Essen oder Gutscheine für gemeinsame Erlebnisse wie Konzertkarten, Städtereisen oder Trips zum Ort des ersten Kusses oder des Heiratsantrages. Gutscheine müssen übrigens auch nichts Langweiliges sein. Bei ArtNight gibt es beispielsweise für 34 Euro spezielle Valentinstags-Gutscheine zum Selbstausdrucken. Vielleicht entdeckt ein(e) Beschenkte(r) ja seine Kretivität und wird dadurch zum Künstler. Wer etwas besonders Ausgefallenes sucht: Wie wäre es mit einem Stern? Unter www.sternregister.de gibt es schon Basis-Pakete für 39,95 Euro für einen Stern, der „gerade noch“ am Himmel zu sehen ist.

Beliebt ist der Tag bei jungen Paaren aber auch, um einen Heiratsantrag zu machen. Im Durchschnitt geben die Deutschen immerhin 45 Euro für Valentinstagsgeschenke aus. Das zeigt eine aktuelle Analyse des Onlineshops „Geschenkidee“. Die Dresdner und Leipziger geben dabei mit jeweils 27 Euro nach den Dortmundern am wenigsten Geld für Geschenke zum Tag der Liebe aus. Auch die Berliner zeigen sich mit knapp 39 Euro eher sparsam. Die großzügigsten Schenker leben in Hannover (69,35 Euro) und in Münster mit 77,95 Euro.