Leserforum

Was wird aus den Hochhaus-Träumen in der City West?

„Morgenpost vor Ort“ am 19. Februar: Experten diskutieren über Probleme und Perspektiven in Charlottenburg-Wilmersdorf.

Blick von oben auf den Kurfürstendamm, das Upper West, das Zoofenster und die Gedächtniskirche.

Blick von oben auf den Kurfürstendamm, das Upper West, das Zoofenster und die Gedächtniskirche.

Foto: Jörg Krauthöfer

Berlin. Charlottenburg-Wilmersdorf ist nicht nur einer der begehrtesten Wohnbezirke Berlins, hier pulsiert das Leben der Hauptstadt besonders intensiv. Kurfürstendamm, Gedächtniskirche, Zoo, Deutsche Oper, Messegelände am Funkturm – die Liste der Anziehungspunkte für Berliner und ihre Gäste ließe sich beliebig verlängern.

Ist folglich die rosige Zukunft der City West ein Selbstläufer, der keiner Erörterung bedarf? Natürlich nicht. Um Fragen der Stadtentwicklung und der wirtschaftlichen Ausrichtung wird in der Kommunalpolitik heftig gerungen, die Bürger machen sich Sorgen, ob ihre Wohnung bezahlbar bleibt und ihre Grünfläche vor der Tür bebaut wird. Viele fragen sich, ob sie auch künftig sicher und ohne Angst vor Alltagskriminalität in diesem Teil Berlins leben können.

Grund genug also, sich mit Charlottenburg-Wilmersdorf in einem großen Leserforum eingehend zu beschäftigen. Die Berliner Morgenpost bietet ihren Lesern die Möglichkeit, sich am Dienstag, 19. Februar, aus erster Hand über die Entwicklung des Bezirks zu informieren und mit unseren Experten auf dem Podium darüber zu diskutieren, wie der Bezirk lebens- und liebenswert bleiben kann. Unser nächstes Leserforum in der Reihe „Morgenpost vor Ort“ trägt den Titel „City West – Probleme und Perspektiven eines Bezirks“.

Experten sitzen auf dem Morgenpost-Podium

Das Podium ist mit Experten besetzt, die das Geschehen im Bezirk aus unterschiedlichen Perspektiven verfolgen. Es diskutieren: Charlottenburg-Wilmersdorfs Bezirksbürgermeister Reinhard Naumann (SPD); Christine Wußmann-Nergiz, Vorsitzende der „Aktiven Bürger“; Gottfried Kupsch, Vorstandsmitglied der AG City; Lars Neumann, Leiter des Stabsbereichs Einsatz der Polizeidirektion 2, und Carolin Brühl, City-West-Reporterin der Berliner Morgenpost. Der Abend wird von Morgenpost-Autor Hajo Schumacher moderiert.

Das Leserforum beginnt am 19. Februar um 19 Uhr im Maison de France, Kurfürstendamm 211 (Ecke Uhlandstraße) und dauert circa zwei Stunden. Nach der etwa 60 Minuten langen Podiumsdiskussion ist das Publikum gefragt. Teilnehmer des Forums können ihre Fragen stellen und sich in die Debatte einschalten. Die Teilnahme ist für unsere Leser kostenlos, sie müssen sich allerdings zuvor in unserer Redaktion anmelden. Wie das funktioniert, lesen Sie im Infotext oben rechts.

Auch das Publikum ist gefragt

Das erste Thema des Leserforums ist die zukünftige Entwicklung von Charlottenburg-Wilmersdorf, insbesondere in den Bereichen Stadtentwicklung und Wirtschaft. Wie viel Wachstum ist möglich und wünschenswert? Gibt es noch Grundstücke, auf denen Wohnungen oder Büros gebaut werden können? Sollen weitere Hochhäuser errichtet werden, und wenn ja, wo? Wächst die Infrastruktur rechtzeitig mit neuen Wohngebieten mit? Müssen die Alteingesessenen angesichts steigender Mieten aus ihrem Kiez wegziehen? Werden die Bürger an den Entwicklungen beteiligt? Und können trotz des Baubooms Grünflächen und Freiräume erhalten bleiben? Solche Fragen werden an dem Abend im Maison de France ebenso eine Rolle spielen wie die nach den wirtschaftlichen Perspektiven. Welche Stärken kann die City West hier ins Feld führen, etwa in Zusammenarbeit mit der Technischen Universität (TU)?

Zweites Thema ist die künftige Entwicklung am Kurfürstendamm. Welche Ideen verfolgen die Geschäftsleute, um den Boulevard attraktiver zu machen? Hat auch die Kultur künftig noch einen Platz am Kurfürstendamm? Wie entwickeln sich die Gewerbemieten und welchen Einfluss hat das auf die Mischung des Angebots? Und schließlich wird auch die Sicherheit eine Rolle beim Leserforum spielen. Welche Kriminalitätsschwerpunkte beschäftigen die Polizei? Wie ist es um die Verkehrssicherheit bestellt? Und wie entwickelt sich in den verschiedenen Ortsteilen die Zahl der Einbrüche in Wohnungen, Einfamilienhäuser und Keller?

Investoren möchten mehrere Hochhäuser errichten

Die Verknappung des Baugrunds ist in ganz Berlin ein Problem. In der City West befinden sich die Planungen und Wünsche der Investoren deshalb geradezu im Höhenflug. Inzwischen gibt es mit dem Zoofenster und dem Upper West zwei je 119 Meter hohe Türme. Damit soll es noch lange nicht genug sein, auch wenn viele Menschen im alten Berliner Westen die Entwicklung mit Sorge betrachten und einen Verlust ihrer Identität fürchten.

So projektiert der österreichische Karstadt-Eigentümer René Benko am Kudamm gegenüber dem Upper West bis zu drei Hochhäuser zwischen 120 und 150 Meter Höhe rund um das Karstadt-Warenhaus. Das Berliner Baukollegium, ein beratendes Gremium der Bauverwaltung, lehnt die Entwürfe bisher ab. Europa-Center-Eigner Christian Pepper möchte den Gebäudekomplex auf der Rückseite des Europa Centers von Star-Architekt Helmut Jahn umgestalten lassen. Kernstück des Vorhabens soll der „Pepper-Turm“ mit 200 Meter Höhe sein.

Neue Pläne gibt es auch für das Huthmacher-Haus vis-à-vis dem Bahnhof Zoo. Noch steht der 50er-Jahre-Bau unter Denkmalschutz, aber die Hamburger Newport Holding will das Haus abreißen und stattdessen eine breitere und höhere Hochhausscheibe errichten.

Eine noch unklare Hochhausgemengelage existiert im nördlichen Bereich des Bahnhofs Zoo, wo die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung die Planung an sich gezogen hat. An der Hertzallee westlich des Bahnhofs, wo einst ein Riesenrad vorgesehen war, plant Investor Oliver Reiß ein rund 120 Meter hohes Gebäude. Zwischen Fasanenstraße, Landwehrkanal und S-Bahndamm sollen drei weitere Hochhäuser entstehen. Der Bezirk Charlottenburg-Wilmersdorf und die benachbarte TU sehen die Pläne aber kritisch.

Bisher weniger konkrete Hochhausträume hat offenbar auch der Käufer des Westkreuz-Areals, Uwe Glien. Ob auf der Brache allerdings überhaupt gebaut werden darf, ist bislang noch offen. In Bezirk und Senat reagiert man indes verhalten auf die Hochhausträume. Im Herbst will Senatsbaudirektorin Regula Lüscher erst einmal einen Hochhausentwicklungsplan für Berlin vorlegen.

Reichlich Stoff also für einen interessanten und informativen Abend. Kommen Sie zu unserem Leserforum und diskutieren Sie mit.

Für Sie auf dem Podium

Reinhard Naumann (58)

Der Jurist ist seit fast acht Jahren Bezirksbürgermeister von Charlottenburg-Wilmersdorf und im Bezirksamt auch für Personal, Finanzen und Wirtschaftsförderung zuständig. Er fördert Innovationszentren und die Zusammenarbeit zwischen den Universitäten und der lokalen Wirtschaft.

Christine Wußmann-Nergiz (68)

Die Inneneinrichterin ist in Charlottenburg geboren und lebt seit etlichen Jahren an der Schlangenbader Straße in Wilmersdorf. Als Vorsitzende der „Aktiven Bürger“ setzt sie sich für viele Anliegen ein, insbesondere aber für den Erhalt des Grüns.

Gottfried Kupsch (75)

Der Diplom-Bauingenieur und Gewerbeimmobilien-Entwickler ist seit 2005 im Vorstand der AG City. Er macht sich für eine Aufwertung und Stärkung des Handels in der City West stark sowie für mehr Aufenthaltsqualität auf Kudamm und Tauentzienstraße.

Lars Neumann (51)

Die Polizeidirektion 2 ist für Charlottenburg-Wilmersdorf und Spandau zuständig. Neumann, gebürtiger Reinickendorfer, leitet dort den Einsatzstab. Seit 1994 ist er bei der Berliner Polizei, zuvor war der Diplom-Pädagoge Offizier der Luftwaffe bei der Bundeswehr.

Carolin Brühl (57)

Die gebürtige Fränkin lebt seit 1996 in Berlin und beobachtet seither als Journalistin den Wandel in der Stadt. In der Berliner Morgenpost berichtet die Wilmersdorferin vor allem über Menschen, Kultur und Politik sowie die Veränderungen in der City West. Ihr Blog „Im Westen Berlins“ ist sehr erfolgreich.

Hajo Schumacher (54)

Der Morgenpost-Autor und -Kolumnist moderiert die Diskussionsrunde. Schumacher, in Münster geboren, hat Journalistik und Politikwissenschaft studiert, arbeitet für Magazine, Hörfunk, Online und Fernsehen. Er ist zudem Autor etlicher Bücher („Männerspagat“, „Restlaufzeit“).

So können Sie teilnehmen

Das Leserforum „Berliner Morgenpost vor Ort“ zum Thema „City West – Probleme und Perspektiven eines Bezirks“ beginnt am Dienstag, 19. Februar, um 19 Uhr im Maison de France, Kurfürstendamm 211, Ecke Uhlandstraße (Saal Boris Vian, vierte Etage). Es dauert zwei Stunden. Die Teilnahme ist für unsere Leser kostenlos.

Voraussetzung zur Teilnahme am Leserforum ist eine Anmeldung in unserer Redaktion unter dem Kennwort „Morgenpost vor Ort“. Das geht ganz einfach per E-Mail an aktionen@morgenpost.de, per Fax an 030/8872 77967 oder per Postkarte/Brief an die Berliner Morgenpost, Redaktion Lokales, Kurfürstendamm 21, 10719 Berlin.

Teilen Sie uns bitte mit, wie viele Plätze Sie benötigen. Abonnenten der Berliner Morgenpost können gern ihre Abonummer dazuschreiben, sie werden bei der Platzvergabe bevorzugt berücksichtigt. Alle Anmeldungen werden nach Eingang bearbeitet und müssen spätestens bis Freitag, 15. Februar, 14 Uhr in der Redaktion vorliegen. Der Zugang zum Leserforum ist aus Sicherheitsgründen nur mit einer schriftlichen Bestätigung Ihrer Anmeldung durch die Morgenpost-Redaktion möglich. Wir bitten dafür um Verständnis.

Das Maison de France ist sehr gut mit öffentlichen Verkehrsmitteln zu erreichen. Der U-Bahnhof Uhlandstraße (U1) liegt direkt vor der Tür, der U-Bahnhof Kurfürstendamm (U1, U9) ist nur wenige Gehminuten entfernt. An der Ecke Kurfürstendamm/Uhlandstraße halten etliche BVG-Buslinien, zum Beispiel X10, M19, M29, 109, 110. Kostenpflichtige Parkplätze gibt es in umliegenden Parkhäusern.

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