Trinkbrunnen

In der City West und in Mitte sprudelt es am meisten

Erst ein Viertel der 100 geplanten öffentlichen Brunnen und Wasserspender sind bislang aufgestellt.

Nachbildung der Trinkbrunnen aus der Kaiserzeit: Neuerdings sprudelt es auch an der Masurenallee in Charlottenburg

Nachbildung der Trinkbrunnen aus der Kaiserzeit: Neuerdings sprudelt es auch an der Masurenallee in Charlottenburg

Foto: Annette Kuhn

Charlottenburg-Wilmersdorf/Mitte. Irgendetwas ist anders. Diese blaue dicke Ding stand doch noch nicht letztes Jahr mitten auf dem Bürgersteig an der Masurenallee, fast Theodor-Heuss-Platz. Richtig, die Berliner Wasserbetriebe haben dort erst vor wenigen Tagen einen Trinkbrunnen aufstellen lassen. In Charlottenburg-Wilmersdorf ist es bereits der neunte, drei weitere sollen noch folgen in diesem Jahr: im Volkspark Wilmersdorf und zwei an der Wilmersdorfer Straße in Charlottenburg – an der Ecke Kantstraße und an der Ecke Goethestraße.

Mit dann insgesamt zwölf Brunnen ist der Bezirk fast Spitzenreiter. Nur Mitte hat mit 13 Brunnen noch einen mehr. Gebaut oder in Planung gibt es in Friedrichshain-Kreuzberg zehn, in Marzahn-Hellersdorf acht, in Lichtenberg und Steglitz-Zehlendorf je sieben, in Neukölln sechs und in Treptow-Köpenick fünf. Schlusslichter sind Spandau mit vier, Reinickendorf mit demnächst drei Standorten am Ludolfinger Platz, am Schäfersee und vor dem Rathaus Reinickendorf, Pankow mit zwei und Tempelhof-Schöneberg, wo ein Brunnen am Breslauer Platz geplant ist.

In ganz Berlin 80 Trinkbrunnen

In ganz Berlin gibt es inzwischen knapp 80 Brunnen. Bis zum Ende dieses Jahres sollen es noch einmal deutlich mehr werden. Der Senat hat die Berliner Wasserbetriebe 2018 beauftragt, bis Ende 2019 insgesamt 100 neue Trinkbrunnen im öffentlichen Raum oder Trinkwasserspender in öffentlichen Gebäuden wie Bürgerämtern aufzustellen, um Berliner und Besucher der Stadt kostenlos mit Trinkwasser zu versorgen. Eine Million Euro hat der Senat für das Programm zur Verfügung gestellt.

Bis zum Jahreswechsel sind von diesen 100 bisher 22 gebaut, 78 müssen also noch in diesem Jahr dazukommen. Ein ehrgeiziges Ziel, aber die Wasserbetriebe sind zuversichtlich, es zu erreichen, sagt Sprecherin Astrid Hackenesch-Rump der Berliner Morgenpost. Darum wird auch jetzt schon während der Wintermonate mit dem Aufbau begonnen, solange es frostfrei ist.

Modelle wie in der Kaiserzeit

Die Brunnen gibt es entweder in einer modernen silbergrauen oder in der leuchtend blauen Ausführung nach einem Modell aus der Kaiserzeit. Die Bezirke können selbst entscheiden, was besser zum jeweiligen Straßenbild passt. „Im Moment werden mehr blaue Kaiserbrunnen gebaut“, so Astrid Hackenesch-Rump, sie seien auch robuster und leichter in der Wartung. Hergestellt werden beide Modelle in einer Gießerei in Berlin.

Die ersten Berliner Trinkbrunnen im öffentlichen Raum wurden schon in den 80er-Jahren gebaut, oft in Kooperation mit verschiedenen Initiativen und Geschäftsleuten.2014 wurde dann der Brunnen-Run ins Leben gerufen: Berliner konnten bei Laufveranstaltungen Kilometer „spenden“: Pro 5000 gelaufene Kilometer stellten die Wasserbetriebe einen Brunnen auf. Über den Standort konnten die Berliner abstimmen. Insgesamt 17 Brunnen kamen auf diese Weise ins Stadtbild. Bevor der Senat das „100 Brunnen“-Programm ins Leben rief, gab es also schon insgesamt 45 Trinkstationen.Auf das Wasser in diesen nunmehr bald doppelt so vielen Brunnen müssen die Berliner aber noch auf den Frühling warten. Je nach Temperatur wird das Wasser auch an der Masurenallee erst ab April oder Mai sprudeln.