Neue Stadtbücherei

Zauberhaft: Schmökern fast wie bei Harry Potter

Die Adolf-Reichwein-Bibliothek ist in den Gewölbekeller des ehemaligen Ratskellers des Rathauses Schmargendorf gezogen.

Ein neuer Lieblingsort für große und kleine Schmargendorfer: die Adolf-Reichwein-Bibliothek im ehemaligen Ratskeller

Ein neuer Lieblingsort für große und kleine Schmargendorfer: die Adolf-Reichwein-Bibliothek im ehemaligen Ratskeller

Foto: Carolin Brühl

Schon von außen hat das alte Rathaus in Schmargendorf etwas Verwunschenes. Wer das neogotische Gewölbe des ehemaligen Ratskellers über den Eingang an der Berkaer Straße 7 betritt, braucht deshalb nicht viel Fantasie, um unverzüglich an Harry Potters magisches Internat Hogwarts oder an „Der Name der Rose“ zu denken. Assoziationen, die fast unweigerlich Lust auf Schmökern machen und darum den Ort fast zu einem fast natürlichen Standort für eine Bibliothek machen. Dass man beide Werke in der Adolf-Reichwein-Bibliothek ausleihen kann, steht außer Frage.

Bislang waren die Kinder- und Erwachsenenabteilung der Adolf-Reichwein-Bibliothek auf zwei Etagen im Rathaus verteilt. Aus Personalmangel führte das in den letzten Jahren zu der Situation, dass die beiden Abteilungen immer nur abwechselnd jeweils zwei Tage in der Woche geöffnet werden konnten. Im neuen Standort unter den eleganten Gewölbebögen mit den mittelalterlich anmutenden Steinmetzarbeiten können nun sogar fünf Tage in der Woche Bücher ausgeliehen werden. Die Bibliothek hat ab sofort regulär von Montag bis Freitag von 14 bis 18 Uhr geöffnet.

„Wir haben mit der Zusammenlegung der beiden Bibliotheken nicht nur bessere Öffnungszeiten erreicht, sondern auch zusätzlich Raum gewonnen, auf dem wir Internetplätze mit Wlan anbieten können“, sagt Kulturstadträtin Heike Schmitt-Schmelz (SPD). Daneben gebe es noch einen Gruppenarbeitsraum und viele Leseecken mit gemütlichen Sofas. „Und im Sommer einen Garten, der ebenfalls zum Lesen oder Arbeiten mit Wlan einlädt“, fügt Andres Imhof, der Leiter der Stadtbibliotheken in Charlottenburg-Wilmersdorf hinzu.

Viele dächten, Bibliotheken hätten in Zeiten von Online und Ebooks ausgedient und seien überflüssig, sagt Schmitt-Schmelz. „Ich glaube aber, Bibliotheken sind wichtig, man muss sie der Lebenswirklichkeit der Menschen anpassen. Wir müssen sie denken, als Orte, in denen Traditionen im Sinne des klassischen Buches und Moderne zusammengeführt werden“, so die Stadträtin.

Damit das klassische Buch neben den elektronischen Medien auch gefördert wird, hat der Förderverein für die Bibliotheken in der City West 2000 Euro für die Anschaffung neuer Literetur spendiert. „Aber nur für echte Bücher“, sagt Förderin Marion-Ise Halten-Bartels.

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