Stadtplanung

Altes Hotel am Adenauerplatz soll abgerissen werden

Die Wohnungsbaugesellschaft Berlinhaus Verwaltung möchte stattdessen einen neuen Gebäudekomplex mit Hochhaus errichten.

Die komplette Zeile an der Lewishamstraße möchte die Berlinhaus GmbH neu aufbauen. Das Panorama Hotel soll abgerissen und - um drei Stockwerke höher - neu errichtet werden. Ganz rechts an der Ecke Waitzstraße soll ein Hochhaus entstehen.

Die komplette Zeile an der Lewishamstraße möchte die Berlinhaus GmbH neu aufbauen. Das Panorama Hotel soll abgerissen und - um drei Stockwerke höher - neu errichtet werden. Ganz rechts an der Ecke Waitzstraße soll ein Hochhaus entstehen.

Foto: Matthias Vogel

Charlottenburg. Die Wohnungsbaugesellschaft Berlinhaus Verwaltung stellte ihre Pläne für den Adenauerplatz dem Bauausschuss der BVV von Charlottenburg-Wilmersdorf vor, dort stieß sie aber nur teilweise auf Gegenliebe.

Es geht um das Areal, das sich hinter dem markanten Gebäude des Architekten Helmut Jahn Ecke Kurfürstendamm und Lewishamstraße in Richtung Charlottenburger S-Bahnhof bis zur Waitzstraße erstreckt. Geht es nach dem vorgestellten Entwurf, soll das alte Panorama-Hotel abgerissen und um drei Stockwerke höher wieder neu aufgebaut werden. Gleichzeitig soll anstelle der Parkpalette an der Ecke Waitzstraße ein Hochhaus mit Mietfläche für Gewerbe, Praxen und Büros errichtet werden. Dazwischen hat Architekt Max Dudler 43 Mietwohnungen und 40 Einheiten für studentisches Wohnen eingeplant.

"Städtebaulich unglückliche Stelle"

Geschäftsführer Robert Jung stellte das Projekt vor. Das Grundstück liege an einer städtebaulich unglücklichen Stelle mit dem Tunnel, der im Zuge der in den 60er-Jahren geplanten Autobahn gebaut wurde und Straßen und Wohnblöcke durchschnitten hat. „An der breitesten Stelle liegen neun Fahrspuren nebeneinander, das ist relativ unattraktiv für Anwohner, Passanten und unsere Mieter.“ Die Aufenthaltsqualität sei gering, deshalb sei es schwierig, gute Nutzungen anzusiedeln. Vor zwei Jahren habe man das Grundstück gekauft und wolle jetzt gemeinsam mit dem Bezirk etwas Gutes auf den Weg bringen. Jung betonte, dass Berlinhaus ein reiner „Bestandshalter“ sei und weder Handel mit Wohnungen betreibe noch Eigentumswohnungen baue. Folgerichtig versprach er allen Bestandsmietern – derzeit existieren 35 Wohnungen - bei gleichem Mietzins den Einzug in den neuen Komplex anzubieten und sowohl das Wohnen während der Bauzeit als auch den Umzug zu bezahlen. Dudler, dem Vernehmen nach ein Architekt mit Weltruhm, erklärte seinen Entwurf und wies auf den Eyecatcher hin, der den Gebäudekomplex zu etwas ganz Besonderem machen würde: „Vertikale Begrünung, hängende Gärten.“

Projekt im Bezirk schon einmal auf Ablehnung gestoßen

Schon einmal hatte das Unternehmen sein Konzept der Bezirksverwaltung vorgestellt und war auf der fachlichen Ebene auf Ablehnung gestoßen. Siegfried Rudolph von der Bauleitplanung erinnerte Ausschuss und Investor, warum: „Als Einzelprojekt war das für uns nicht vorstellbar, der Entwurf nicht nachvollziehbar. Wir sahen keinen weiteren Untersuchungsbedarf. Und wenn, dann muss der Adenauerplatz in seiner Gesamtheit betrachtet werden. Auch eine Aufwertung des Platzes sahen wir nicht gegeben.“

Gegenwind gab es auch von den Grünen. Jenny Wieland hätte lieber den Bestand gepflegt als ein neues Hochhaus gebaut gewusst. „Warum kann man die Aufenthaltsqualität nicht im Bestand verbessern?“ Wieland war auch der Wohnanteil im Vergleich zum Gesamtvolumen des Bauvorhabens zu gering. „Ich frage mich, wo der Mehrwert für die Allgemeinheit liegt?“ „Wir sehen das nicht ganz so negativ“, sagte Christiane Timper von der SPD, Niklas Schenker (Linke) hakte nach, ob der Anteil an Wohnungen nicht erhöht werden könnte, wenn möglich nach dem Modell der kooperativen Baulandentwicklung, also mit 30 Prozent Sozialwohnungen.

FDP geht Ablehung der Grünen "gehörig auf den Geist"

Der FDP ging die ablehnende Haltung der Grünen „gehörig auf den Geist“ (Johannes Heyne) und auch wenn die CDU wie alle anderen Fraktionen vorher gern den Hochhausentwicklungsplan auf dem Tisch hätte, gutierte sie in Person von Christoph Brzezinski den Berlinhaus-Vorschlag. „Ich finde an dieser Stelle kann man ernsthaft über eine Einzelfallbetrachtung nachdenken, das zusätzliche Hochhaus wäre Teil eines bereits bestehenden Konzeptes.“ Am Ende der einstündigen Diskussion sagte der geschäftsführende Gesellschafter von Berlinhaus, Sruel Prajs, er wolle in seinem Alter Berlin gern etwas Gutes tun. „Wenn der Vorschlag nicht angenommen wird, dann kommt eben ein anderer. Aber der hier wäre eine große Chance für den Bezirk.“ Die Ausschussmitglieder nehmen nun die Ergebnisse mit in die Fraktionen, das Projekt ist auf der Agenda einer der nächsten Sitzungen zu erwarten.

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