Initiative

Speisen für Waisen - Frühstück für einen guten Zweck

Zusammen essen und Bedürftigen helfen: Die Aktion funktioniert seit sieben Jahren nach diesem einfachen Prinzip - auch in Charlottenburg.

An den Tisch setzen und gemeinsam Essen, eine sehr einfache, aber wirkungsvolle Methode, um ins Gespräch zu kommen.

An den Tisch setzen und gemeinsam Essen, eine sehr einfache, aber wirkungsvolle Methode, um ins Gespräch zu kommen.

Foto: Matthias Vogel

Charlottenburg. Die muslimische Kita mit interkulturellem Schwerpunkt an der Brahestraße auf der Charlottenburger Mierendorffinsel hatte jüngst zum morgendlichen Auftaktessen der Spendenaktion „Speisen für Waisen“ der Hilfsorganisation „Islamic Relief“ eingeladen. Die Kinder dekorierten mit Feuereifer die Tische, bereiteten das Essen vor und brachten Speisen von Zuhause mit. Auch einen Umschlag mit einer finanziellen Spende bekamen sie von ihren Eltern mit auf den Weg in die mit dem Integrationspreis ausgezeichnete Kindertagesstätte. Das Geld kommt stets Kindern in Not zugute, in diesem Jahr sind es muslimische und christliche Waisenkinder im Sudan. Mit der hat „Islamic Relief“ bereits zum siebten Mal als erste muslimische Hilfsorganisation zum gemeinsamen sozialen Engagement von Muslimen und Nichtmuslimen aufgerufen.

An andere Menschen denken

Noch bis zum 31. Dezember laufen bundesweit ähnliche Veranstaltungen wie das gemeinsame Frühstück in Charlottenburg. „Kinder engagieren sich für Kinder. An Menschen denken und sich für ihre Belange einzusetzen, ist uns ein großes Anliegen. Partizipation und Teilhabe sind zwei wichtige Begriffe, die wir seit Jahren mit Inhalten und praktischer Arbeit mit den Kindern füllen“, sagte Kita-Leiterin Iman Reimann.

Luise Scholl koordiniert „Speisen für Waisen“. Sie hält die Aktion für sinnvoll, nicht nur, weil am Ende bedürftigen Kindern geholfen wird. „In der heutigen Zeit ist es wichtiger denn je, ein Zeichen zu setzen, sich an einen Tisch zu setzen und gemeinsam zu essen. Unabhängig von Herkunft oder Religionszugehörigkeit.“ Die Regenbogen-Kids waren jedenfalls in der Nachbarschaft unterwegs, um ihre Einladungen zu verteilen. Rabbiner Nils Ederberg vom Verein Masorti folgte ihr, Diakonin Claudia Bücherl von der Evangelischen Gustav-Adolf-Gemeinde und Nirilalaina Andriamiharisoa vom Deutschen Institut für Community Organizing auch. Kaum hatte Iman Reiman zusammen mit den Kindern dann den Tischspruch durch und ihre Schützlinge mit einem „Haut rein!“ zum Frühstücken aufgefordert, traten die Gäste auch schon in regen Austausch. Näher zusammenrücken und Bedürftigen helfen – das klingt nicht nur nach einer guten Sache, das ist eindeutig auch eine.

Erwachsene: Spendenaktion mit Mehrwert "Wertvoller Dialog unter Nachbarn": Diakonin Claudia Bücherl, Rabbiner Nils Ederberg, Nirilalaina Andriamiharisoa vom Deutschen Institut für Community Organizing und Kita-Leiterin Iman Reimann (v. li.). Foto: Matthias Vogel

Erwachsene und Kinder:

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