Feuerwerksshow

Wie Feuerwerker die Pyronale in Berlin vorbereiten

Am Freitag startet die Pyronale. Die Berliner Morgenpost warf einen Blick hinter die Kulissen der Show.

Das Team Superpower aus Warschau baut auf dem Maifeld seine Feuerwerkskörper auf-

Das Team Superpower aus Warschau baut auf dem Maifeld seine Feuerwerkskörper auf-

Foto: Maurizio Gambarini

Berlin. Seit 2010 haben Nicole Freier und Björn Spliessgard keine Pyronale ausgelassen. „Wir hatten damals hier unser erstes Date“, erinnert sich die 38-Jährige. Auch in diesem Jahr kommt das Paar aus Hohenschönhausen wieder zu beiden Abenden der traditionellen Feuerwerksshow auf das Maifeld am Olympiastadion. Einen davon verbringt es dort aber als Gast der Berliner Morgenpost. Denn Freier und Spliessgard sind die glücklichen Gewinner von zwei VIP-Paketen im Wert von jeweils 155 Euro, die anlässlich des 120. Morgenpost-Geburtstags verlost wurden. „Ich konnte es erst gar nicht fassen“, freut sich Freier.

Während die Raketen der Pyronale erst am Freitag und Sonnabend (12. und 13. Oktober) in den Himmel steigen, ging es für beide Gewinner an diesem Mittwoch schon einmal auf das Gelände. Nach einer Fahrt auf den Glockenturm inklusive Ausblick auf das Olympiagelände bei bestem Wetter durften sie den Feuerwerkern auf dem eigentlich streng gesperrten Abschussfeld beim Aufbau über die Schulter sehen.

„Das war sehr interessant, mal hinter die Kulissen zu blicken, wie die Sprengkörper mit den Zündern zusammengebaut werden und welche Abläufe und Sicherheitsrichtlinien es gibt“, sagt Spliessgard. Dabei standen ihnen die beiden Pyronale-Veranstalter Gerhard Kämpfe und Mario Hempel Rede und Antwort. Markus Ketterle, pyrotechnischer Direktor der ausführenden Firma Flash Art, erläuterte außerdem die technischen Abläufe.

Feuerwerk steigt bis zu 240 Meter in den Himmel

"Die Pyronale ist weit mehr als ein bloßes Feuerwerk. Sie ist eine Feuerwerksshow, bei der mehrere internationale Teams mit ihren Programmen gegeneinander antreten. „Kunst entsteht, man bewundert sie, und im gleichen Moment ist sie weg“, schwärmte Veranstalter Kämpfe. Vor allem in Verbindung mit der Musik sei das rührend, und selten würden dabei alle Augen trocken bleiben. Voller Bewunderung zeigte sich Kämpfe für die Arbeit der Feuerwerker. Diese seien Physiker, Techniker und Künstler zugleich. „Himmelsmaler“ nennt er sie. Für die Zuschauer würden dabei vor allem die Verbindung von Feuer, dem Archaischen, und den sanften Klängen der Musik den besonderen Charme ausmachen.

Rund 16 Tonnen explosives Material sollen an beiden Tagen abgeschossen werden. Die Höhenfeuerwerke steigen bis zu 240 Meter in den Himmel über dem Olympiastadion auf. „Da wirkt der Glockenturm mit seinen knapp 80 Metern dann klein“, so Pyronale-Chef Kämpfe. Die großen Feuerbilder würden insgesamt bis zu 90.000 Quadratmeter groß – häufig wenn die Musikstücke zum Finale ihren Höhepunkt erreichen.

Es gibt Pflicht und Kür

Insgesamt sechs Teams treten an beiden Tagen gegeneinander an. Den Anfang machen am Freitag Super Power aus Polen, gefolgt von der Italienischen Martarello Group. Mit Potsdamer Feuerwerk folgt schließlich ein deutsches Team. Am Sonnabend schlägt dann die große Stunde für Heron Fireworks aus den Niederlanden, Orion Art aus Russland und Apogée aus Kanada. Drei Aufgaben gilt es dabei für alle zu meistern.

Zunächst wird eine Minute Feuerwerk abgebrannt, wobei die diesjährige Farbvorgabe Grün und Gold eingehalten werden muss. Dann ist eine Feuershow synchron zu einem vierminütigen, eigens komponierten Rock-Pop-Stück geplant. Nach der Pflicht folgt die Kür. Frei in Farbe und Gestaltung gilt es, zehn bis zwölf Minuten drei klassische Musikstücke mit Feuerwerk zu untermalen, die aus zehn Stunden vorgegebenen Material frei gewählt werden können.

Anschließend ist das Publikum gefragt. Mittels Telefonabstimmung wird der Tagessieger ermittelt. Am Sonnabend gibt dann auch eine Jury unter dem Vorsitz von Berlins Innensenator Andreas Geisel (SPD) ihr Votum ab. Neben Fachleuten sind darin Prominente wie der Scorpions-Gitarrist Rudolf Schenker sowie die Schauspieler Nellie Thalbach und Pierre Besson vertreten. Der Gesamtsieger wird am Sonnabend bestimmt, wobei die Jurywertung zu 70 Prozent und die Publikumswertung zu 30 Prozent in das Ergebnis eingehen.

So kommen Sie noch an Karten für die Pyronale

Die Pyronale erfreut sich sowohl unter Berlinern als auch beim internationalen Fachpublikum großer Beliebtheit. Insgesamt 800.000 Besucher zählen die Veranstalter seit dem Start 2006. Wegen der anhaltenden Hitze und Trockenheit wurde der Feuerwerks-Wettbewerb in diesem Jahr vom ursprünglich angedachten Termin Ende August auf den 12. und 13. Oktober verschoben.

Einlass ist an beiden Tagen ab 18.30 Uhr. Die Show startet um 20.45 Uhr. Nach den Siegerehrungen soll die Pyronale an beiden Tagen mit einer großen Feuershow zu Ende gehen. An beiden Tagen sind jeweils 40.000 Plätze vorhanden. Karten gibt es noch an den üblichen Vorverkaufsstellen, beim Onlineportal Ticketmaster sowie an den Abendkassen am Ost- und Südtor des Olympiastadions. Diese haben an beiden Pyronale-Tagen ab 14 Uhr bis kurz nach Veranstaltungsbeginn geöffnet.

Der Stehplatz kostet 27 Euro, ein Sitzplatz auf der Tribüne 47 Euro. Ein VIP-Ticket liegt bei 155 Euro pro Person.

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