Musikfestival in Berlin

Lollapalooza will Vorjahres-Chaos verhindern

Am Sonnabend startet das Musikfestival im Olympiapark. Die Veranstalter stehen in der Kritik. Die wichtigsten Antworten zum Festival.

Festivalbesucher beim Lollapalooza vergangenes Jahr in Hoppegarten

Festivalbesucher beim Lollapalooza vergangenes Jahr in Hoppegarten

Foto: Gregor Fischer / dpa

Berlin. Am Sonnabend startet das Musikfestival Lollapalooza in seine vierte Auflage. Nach dem Chaos bei der An- und Abreise im vergangenen Jahr, als das Musik-Festival noch in Hoppegarten stattfand, wollen die Veranstalter in diesem Jahr vieles besser machen – und einen Neustart wagen. Zwei Tage lang treten im Berliner Olympiapark mehr als 60 Künstler und Gruppen auf, knapp 100.000 Besucher werden erwartet. Doch es gibt auch in diesem Jahr Kritik an Planung und Kommunikation der Veranstalter. Die wichtigsten Fragen und Antworten:

Wie ist die An- und Abreise mit der Bahn geregelt?

Die S-Bahn Berlin wird an beiden Veranstaltungstagen zusätzliche Fahrten ab und bis Bahnhof Olympiastadion anbieten. Allerdings hat der Festival-Veranstalter für die Eintrittskarten keine Kombiticketvereinbarung für den öffentlichen Nahverkehr geschlossen. Die Bahn schreibt: „Dringender Tipp an die Fahrgäste: Vor der Anfahrt bereits das Rückfahrticket kaufen, um nach Konzert-Ende Gedränge an den Fahrkartenautomaten zu vermeiden.“

Wie sind die S-Bahnen getaktet?

Der reguläre Zehn-Minuten-Takt der Stadtbahn nach Spandau der Linien S3 und S9 wird ergänzt: An beiden Tagen verkehrt zusätzlich die S5 ab 10 Uhr zwischen Strausberg Nord/Mahlsdorf und Olympiastadion im Zehn-Minuten-Takt. Ab 19 Uhr werden bis etwa 1.15 Uhr weitere Fahrten zwischen Charlottenburg und Olympiastadion im Zehn-Minuten-Takt angeboten. Am Sonnabend verstärkt die S3 den regulären Nachtverkehr der S9 zwischen 0.45 Uhr bis voraussichtlich 1.15 Uhr mit einer Anbindung des Olympiastadions nach Charlottenburg. Außerdem werden an beiden Tagen auch auf der S41 ab 23 Uhr (Sonnabend) beziehungsweise 22.30 Uhr (Sonntag) zusätzliche Fahrten angeboten.

Wie viele Gäste können mit der Bahn transportiert werden?

Die enge Taktung der Bahn bedeutet, dass etwa alle drei Minuten ein Zug mit acht Wagen auf dem Abschnitt Olympiastadion und Charlottenburg fährt. Pro Fahrt können rund 1000 Fahrgäste befördert werden.

Wie kann ich sonst anreisen?

Besucher des Festivals, die mit dem Auto anreisen, müssen beachten, dass es keine Parkplätze am Olympiastadion gibt. Die Veranstalter empfehlen, das Auto in der Nähe einer der S-Bahnstationen zu parken und mit der Bahn anzureisen. Gäste, die mit der Bahn anreisen, müssen beachten, dass am Bahnhof Spandau gebaut wird und dort keine Fernzüge halten.

Was darf man mitnehmen und was nicht?

Aufgrund der Sicherheitslage sind Rucksäcke und große Taschen auf dem Festivalgelände nicht erlaubt. Erlaubt sind Taschen, die nicht größer als DIN-A4-Format sind – zum Beispiel Gürteltaschen, Turn- und Jutebeutel. Zu Hause bleiben müssen außerdem professionelle Kameras, Glas- und Plastikflaschen, Lebensmittel, Kühltaschen, Drohnen und Selfie-Sticks.

Gibt es noch Tickets und wie läuft die Bezahlung auf dem Gelände?

Ja, die gibt es noch. Ein reguläres Zwei-Tages-Ticket kostet 139 Euro. Das Ein-Tages-Ticket kostet 79 Euro. Die Tickets sind personalisiert und können nicht ohne Weiteres weitergegeben werden. Außerdem muss man wissen, dass das Lollapalooza ein bargeldloses Festival ist. Am Einlass erhalten die Besucher Chip-Karten, die auf dem Festival-Gelände aufgeladen werden können. Die Chipkarten können vorab im Internet auf der Lollapalooza-Seite mit dem Festival-Account aufgeladen werden. Überschüssiges Geld kann über die Festival-Website ab Mitte September zurückgebucht werden.

Warum werden die Veranstalter kritisiert?

Die BVG kritisiert, dass kein Veranstaltungsticket für den Nahverkehr angeboten wird. „Das ist einfach schade und wäre für alle einfacher gewesen“, sagte eine Sprecherin. Sie schlägt eine Pflicht für Veranstalter von Großevents ab einer gewissen Größe vor. Auch Politiker der Partei Die Linke kritisierten die Organisatoren: „Ich hoffe, dass sich Szenen wie letztes Jahr in Hoppegarten nicht wiederholen“, sagte Michael Efler, Abgeordneter der Linken. Das Verkehrs- und Sicherheitskonzept sei nicht ausreichend. Außerdem seien die Veranstalter nicht auf Wünsche der Anwohner eingegangen. Die Organisatoren äußerten sich auf Anfrage nicht zu den Vorwürfen.

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