Marsch in Berllin

Hunderte protestieren gegen anti-israelische Al-Quds-Demo

600 Polizisten stellten sich zwischen die Anti- und die Pro-Israel-Demonstranten. Laut Polizei kamen weniger Teilnehmer als erwartet.

Ein Gegendemonstrant zeigt die Fahne Israels

Ein Gegendemonstrant zeigt die Fahne Israels

Foto: Reuters/Hannibal Hanschke

Berlin. An die 350 Demonstranten haben sich am Sonnabendnachmittag auf dem Nollendorfplatz zusammengunden um gegen den anti-israelelischen Al-Quds-Marsch zu demonstrieren. Ein breites gesellschaftliches Bündnis von demokratischen Parteien, jüdischen oder kurdischen und iranischen Vereinigungen hatte zu der Demonstration aufgerufen.

Unter den Demonstranten sind auch Innensenator Andreas Geisel und die Bezirksbürgermeisterin von Tempelhof-Schönefeld Angelika Schöttler (beide SPD).

Veranstalter Izy Ahron äußerte Gefallen daran, dass immer mehr Staaten ihre Botschaft in die "alleinige Hauptstadt" Israels, nach Jerusalem verlegten. Auf der Bühne forderte Volker Beck (Grüne) die Bundesregierung zu mehr Abstand zur iranischen Regierung auf. Der Al-Quds-Tag geht auf eine iranische Propaganda-Intitiative zurück, die die Auslöschung Israels fordert.

Innensenator Geisel selbst sprach nicht auf der Bühne. Er wolle aber durch seine Präsenz ein Zeichen gegen Antisemitismus und Anti-Israel-Hetze setzen. Um 14:30 Uhr zogen die Demonstranten ungestört in Richtung Wittenbergplatz los.

Wie die Beamten berichteten, hatten die Veranstalter des Al-Quds-Marsches vor Start der Demonstration am Adenauerplatz die Teilnehmer zum friedlichen Protest aufgerufen. Alle Plakate seien in deutscher Sprache verfasst, hieß es. Die Polizei achtete darauf, dass antisemitische Parolen unterblieben. An der anti-israelischen Demo nahmen in diesem Jahr etwa 1600 Menschen teil.

Der Stellvertretende Vorsitzende der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Stephan Harbarth, erklärte zu dem Al-Quds-Aufmarsch: „Die Demonstrationsfreiheit ist ein sehr hohes Gut. Aber sie gibt keinen Raum für antisemitische Hetze.“ Es sei unerträglich, dass mit dem Al-Quds-Marsch Jahr für Jahr in Berlin offener Antisemitismus zur Schau gestellt wird.

Am Al-Kuds-Tag, der am Ende des muslimischen Fastenmonats Ramadan liegt, ruft der Iran jedes Jahr zur Eroberung Jerusalems auf. Er erkennt den Staat Israel nicht an. Al-Kuds ist der arabische Name für Jerusalem. Der Tag geht auf einen Aufruf des iranischen Revolutionsführers Ajatollah Khomeini zurück.

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