"Wandelism"

Street-Art-Künstler zeigen ihre Werke in der Autowerkstatt

Mehr als 70 Künstler des Projekts „Wandelism“ zeigen für eine Woche ihre Werke in einer ehemaligen Werkstatt in Wilmersdorf.

Street-Art-Künstler zeigen ihre Werke in der Autowerkstatt

Mehr als 70 Künstler des Projekts „Wandelism“ zeigen für eine Woche ihre Werke in einer ehemaligen Werkstatt in Wilmersdorf.

Street-Art-Künstler zeigen ihre Werke in der Autowerkstatt

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Berlin. In einer ehemaligen Autowerkstatt an der Wilhelmsaue 32 in Wilmersdorf hört man in diesen Tagen das Zischen von Sprühflaschen, die Luft riecht nach frischer Farbe. Endspurt: Am Sonnabend eröffnet dort die Street-Art-Ausstellung „Wandelism“, bei der mehr als 70 Künstler auf 2000 Quadratmetern ihre Street-Art-Werke dem Publikum zugänglich machen.

Acht Tage lang wird auf drei Ebenen – vom Keller bis zum Dach – zu sehen sein, was in 15 Räumen über vier Wochen gesprayt, geklebt, gemalt und getüftelt wurde. Nach dem Ende der Schau wird wieder alles verschwinden, denn das Gebäude soll ab 28. März abgerissen werden.

Dort, wo früher Autos repariert wurden, werden sie nun zerlegt und zu Kunstwerken umgestaltet. So erinnern ein mit rosa Plüsch beklebter Geländewagen oder etwa eine verbogene schwarze Limousine an den ehemaligen Zweck des Gebäudes. „Wandel ist die einzige Konstante“, steht mit roten Buchstaben und in englischer Sprache auf der Bar im Eingangsbereich.

Das Konzept erinnert an das Kunstprojekt „The Haus“, für das 2017 165 Künstler ein leer stehendes Bankgebäudes in der City West in eine Street-Art-Galerie verwandelt hatten. Die Macher von „Wandelism“ wollen sich damit nicht vergleichen. „Wir sind ein eigenständiges Projekt. Unser Leitmotiv: sozial und lokal“, sagt Jan Fiedler, einer der Organisatoren des Projekts.

Dass die Immobilienfirma Diamona & Harnisch der flüchtigen Kunst das Gebäude zur Verfügung stellt, erfuhren die Künstler erst Anfang Februar. Deshalb hatten sie nur knapp vier Wochen Zeit, um ihre Werke zu vollenden. „Auch wenn wir eigentlich vorher fertig werden wollten, ist es gar nicht schlimm, wenn wir es nicht schaffen“, sagt Fiedler. „Für die Besucher ist es ja eigentlich auch ganz interessant, zu sehen, wie die Kunstwerke hier entstehen“, fügt er hinzu. Dass nach der Ausstellung die Arbeit der letzten Wochen wieder abgebaut wird, sieht er pragmatisch: „Natürlich wird das Herz bluten. Wir haben hier alle hart gearbeitet. Aber das Ende gehörte in der modernen Kunst immer dazu.“

Die Ausstellung wird am Sonnabend, 17. März, von 15 bis 22 Uhr eröffnet und kann dann vom 18. bis 24. März jeweils von zwölf bis 20 Uhr besucht werden. Der Eintritt ist frei, die auf der Website des Projekts buchbaren Führungen kosten fünf Euro für Schüler, Studenten und Senioren. Alle anderen zahlen zehn Euro.

Weitere Informationen: wandelism.com

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