Notunterkunft

Flüchtlinge verlassen Rathaus Wilmersdorf im November

Der Umzug soll Mitte November beginnen. Die meisten Menschen werden künftig im Südwesten unterkommen.

Die Flüchtlinge im ehemaligen Rathaus Wilmersdorf sollen in den kommenden Wochen umziehen

Die Flüchtlinge im ehemaligen Rathaus Wilmersdorf sollen in den kommenden Wochen umziehen

Foto: imago stock / imago/epd

Die Notunterkunft für Flüchtlinge im Rathaus Wilmersdorf soll bis Mitte Dezember freigezogen werden. Die landeseigene Immobiliengesellschaft BIM beansprucht das Gebäude als Ausweichquartier für die Senatsbauverwaltung, Württembergische Straße. Um die Details zu klären, wohin die aktuell noch 579 Bewohner ziehen sollen, hatte das Helfer- und Anwohnerplenum am Mittwochabend Sozialsenatorin Elke Breitenbach (Linke) und Vertreter des Landesamtes für Flüchtlingsangelegenheiten (LAF) eingeladen.

"Wir müssen das Rathaus zum 15. Dezember besenrein übergeben", sagte Sascha Langenbach, Sprecher des LAF. Die einzige Gemeinschaftsunterkunft, die im Bezirk Charlottenburg-Wilmersdorf errichtet wird, könne erst Mitte Dezember bezogen werden. Zudem entstehe dort nur Platz für 160 Menschen.

Der Umzugsplan des LAF sieht nun vor, dass ab Mitte November die ersten Bewohner ausziehen. Rund 240 sollen demnach in die Gemeinschaftsunterkunft an der Lissabonallee in Steglitz-Zehlendorf ziehen. Weitere 230 Plätze gibt es an der Finckensteinallee, ebenfalls im Nachbarbezirk. Das LAF geht davon aus, dass letztlich rund 500 Menschen mitziehen werden. Das Ziel: 50 bis 70 sollen pro Tag umsiedeln. Ob zumindest 160 von ihnen später in das neue Tempo Home an der Fritz-Wildung-Straße umziehen könnten, blieb am Mittwoch noch offen. "Wir hätten uns gewünscht, dass die Bewohner so lange im Rathaus bleiben können, bis die Unterkunft in der Fritz-Wildung-Straße fertig ist", sagte Holger Michel, ehrenamtlicher Helfer und Koordinator der Notunterkunft im Rathaus.

Bei der Berliner Immobilienmanagement GmbH (BIM) heißt es, dass es auf ein paar Tagen mehr oder weniger nicht ankomme. "Wie lange die Flüchtlinge im ehemaligen Rathaus Wilmersdorf bleiben können, entscheidet das Landesamt für Flüchtlinge", sagte Sprecher Christian Breitkreutz der Berliner Morgenpost. Das Container-Quartier an der Fritz-Wildung-Straße in Wilmersdorf werde jedenfalls Ende Oktober baulich fertiggestellt sein. "Dann übergeben wir das Quartier an das Landesamt für Flüchtlinge", sagte Breitkreutz. LAF-Sprecher Langenbach hält dagegen, dass aus ein paar Tagen auch Wochen werden könnten, daher wolle man am Umzugsplan festhalten. Leon Friedel, Integrationsbeauftragter des Bezirks Charlottenburg-Wilmersdorf, forderte, dass Flüchtlingsfamilien mit schulpflichtigen Kindern im Bezirk bleiben können. "Diese Familien sollen möglichst an der Fritz-Wildung-Straße untergebracht werden", sagte Friedel. Es ginge um kurze Schulwege für die Kinder und darum, dass die Sozialkontakte erhalten bleiben müssen.

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