Kontra

Thai-Wiese: Gleiches Recht für alle

Carolin Brühl findet, dass auch für die Thais im Preußenpark Regeln gelten.

Carolin Brühl , Redakteurin Berliner Morgenpost

Carolin Brühl , Redakteurin Berliner Morgenpost

Foto: BM

Es ist nicht leicht, sich in dieser Frage eindeutig zu positionieren. Die fröhliche Stimmung auf der Thaiwiese im Preußenpark ist unbestritten ein Symbol für Lebensfreude und harmonisches Miteinander der Kulturen in dieser Stadt. Aber so geht es nicht weiter. Die Anwohner fühlen sich verdrängt und können den verwahrlosten Park nicht mehr für ihre Erholung nutzen.

Wer nur ab und zu am Wochenende in den Preußenpark kommt, sieht eben nicht, wie vermüllt die Anlage am Sonntagabend ist und wie sehr die Besuchermassen das Grün übernutzen. Wie soll man zudem Berliner Groß- und Kleingastronomen vom Döner­stand bis zum Sternekoch erklären, dass sie Steuern zahlen und sich regelmäßigen Gesundheits- und Hygienekontrollen unterwerfen müssen, wenn sich die Gastgeber im Preußenpark nicht daran halten müssen?

Viele Fans der Thaiwiese nennen solche Argumente spießig und sagen: Jeder sei selbst für sich verantwortlich und wisse schließlich, worauf er sich einlasse. Ist das so? Wer bekommt die Schuld, wenn sich jemand infiziert, krank wird oder sogar Schlimmeres geschieht? Sind dann wieder die „spießigen“ Behörden gefragt? Die Idee, eine Art Streetfood-Markt mit entsprechenden Einrichtungen und Kontrollen zu legalisieren, wäre ein bedenkenswerter Kompromiss.

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