Leserforum

Morgenpost vor Ort: Wie geht es weiter mit Tegel?

| Lesedauer: 6 Minuten
Andreas Abel

Foto: Jörg Carstensen / dpa

Nach einer Diskussionsrunde über die Zukunft des Flughafens können Bürger mit Experten sprechen. machen Sie mit!

Am 24. September sind die Berliner nicht nur aufgerufen, einen neuen Bundestag zu wählen. Sie stimmen auch in einem Volksentscheid darüber ab, ob der Senat seine Absicht aufgeben soll, den Flughafen Tegel zu schließen. Träger des Volksbegehrens ist die Initiative „Berlin braucht Tegel“, die eng mit der FDP verbunden ist. Sie befürchtet vor allem Kapazitätsengpässe am künftigen Hauptstadtflughafen BER und einen Verkehrskollaps, „wenn mehr als 20 Millionen Passagiere jährlich die Stadt Richtung Schönefeld durchqueren müssen“. Neben der FDP haben sich auch CDU und AfD dafür ausgesprochen, den Flughafen Tegel offenzuhalten. Auf der anderen Seite stehen der Senat und die Koalitionsfraktionen von SPD, Grünen und Linken. Sie halten an dem sogenannten Konsensbeschluss fest, Tegel sechs Monate nach Eröffnung des BER zu schließen.

Die Frage, was aus dem innerstädtischen Airport werden soll, bewegt die Stadtgesellschaft sehr. Die Berliner Morgenpost bietet ihren Lesern die Möglichkeit, sich am Montag, 18. September, aus erster Hand über Möglichkeiten und Risiken zu informieren und mit Experten darüber zu diskutieren. Unser nächstes Leserforum in der Reihe „Morgenpost vor Ort“ trägt den Titel „Wie weiter mit dem Flughafen Tegel?“. Es beginnt um 19 Uhr im Kinokomplex Zoo-Palast an der Hardenbergstraße (Charlottenburg).

Bereits 2016 wurden an den Berliner Flughäfen knapp 33 Millionen Passagiere abgefertigt

Das Podium ist wieder hochkarätig besetzt. Es diskutieren: der Regierende Bürgermeister Michael Müller (SPD), der Chef der Flughafengesellschaft, Engelbert Lütke Daldrup, FDP-Generalsekretär Sebastian Czaja, der Unternehmensberater Luftfahrt, Hans-Henning Romberg, sowie Christine Richter, stellvertretende Chefredakteurin der Berliner Morgenpost. Moderator der Veranstaltung ist Hajo Schumacher, Publizist und Kolumnist der Morgenpost.

Nach der etwa 70 Minuten langen Podiumsdiskussion können die Teilnehmer im Publikum Fragen stellen und mitdebattieren. Die Teilnahme an unserem Leserforum ist kostenlos. Sie müssen sich allerdings zuvor in unserer Redaktion anmelden. Wie das geht, lesen Sie im Infotext unten.

Zur Abstimmung am 24. September steht kein Gesetz. Vielmehr fordert „Berlin braucht Tegel“ den Senat auf, „alle Maßnahmen einzuleiten, die erforderlich sind, um den unbefristeten Fortbetrieb des Flughafens Tegel als Verkehrsflughafen zu sichern.“ Der vor 20 Jahren gefasste Beschluss, auf einen einzigen Flughafen in Schönefeld zu setzen und Tegel nach Eröffnung des BER zu schließen, sei eine falsche Entscheidung gewesen, sagt die Initiative. Die damalige Prognose zu den Fluggastzahlen sei völlig überholt. Bereits 2016 seien an den Berliner Flughäfen knapp 33 Millionen Passagiere abgefertigt worden, bei der Planung des neuen Flughafens sei man nur von 25 Millionen Fluggästen ausgegangen.

Passagierzahl-Prognosen nach oben korrigiert

Inzwischen wurden die Prognosen nach oben korrigiert. Im Jahr 2040 könnten es 55 Millionen Passagiere sein, die Flughafengesellschaft hat auch entsprechende Ausbaupläne vorgestellt. Die Tegel-Befürworter gehen indes von einem noch höheren Bedarf aus und betonen, der Reinickendorfer Flughafen werde gebraucht. „So will der europäische Marktführer Ryanair nach der BER-Eröffnung nach Tegel umziehen und von dort Flüge nach ganz Europa für alle Berliner anbieten“ formuliert die Initiative in ihrem Text für die Infobroschüre zum Volksentscheid, die alle Abstimmungsberechtigten zusammen mit ihren Wahlunterlagen bekommen haben. Es sei auch rechtlich möglich, Tegel offenzuhalten.

Der Senat argumentiert, die Standortentscheidung für den BER und die damit verbundene Schließung der beiden Flughäfen Tempelhof und Tegel sei lange und sorgfältig abgewogen worden, mit deutlichen parlamentarischen Mehrheiten entschieden und höchstrichterlich bestätigt. Die juristischen Klippen seien erheblich: „Nur verbunden mit der künftigen Schließung Tegels war es juristisch möglich, eine Genehmigung für einen stadtnahen Flughafen in Schönefeld zu bekommen“, argumentiert die Landesregierung.

Entlastung vom Fluglärm für rund 300.000 Menschen

Der Flughafen könne auch nicht einfach weiterbetrieben werden wie bisher, widerspricht sie einer zen­tralen These der Tegel-Befürworter. „Eine Offenhaltung würde zudem auch zu Klagen von Betroffenen sowohl am Flughafen BER als auch in Tegel führen – mit den damit verbundenen möglichen zeitlichen Verzögerungen und Mehrkosten.“

Ein weiteres Argument ist die Entlastung vom Fluglärm für rund 300.000 Menschen. Der Senat sagt, nirgendwo in Deutschland seien mehr Menschen von Fluglärm betroffen als im Umfeld des Flughafens Tegel. Bei einem Weiterbetrieb würden zudem erhebliche Kosten anfallen, etwa 400.000 Euro für Schallschutz, rund eine Milliarde Euro für eine Sanierung des Flughafens und eine notwendige Modernisierung der technischen Infrastruktur sowie 100 Millionen jährlich bei einem Parallelbetrieb zweier Flughäfen, das sei unwirtschaftlich.

Viel Stoff also für einen spannenden Abend und eine gute Gelegenheit, das „Bauchgefühl“ in der Flughafenfrage mit Informationen zu unterfüttern.

Montag, 18. September ab 19 Uhr im Kinokomplex Zoo-Palast an der Hardenbergstraße (Charlottenburg).

So können Sie am Leserforum teilnehmen:

Ort und Zeit

Das Leserforum „Morgenpost vor Ort“ zum Thema „Wie weiter mit dem Flughafen Tegel?“ beginnt am Montag, 18. September, um 19 Uhr im Kinokomplex Zoo Palast an der Hardenbergstraße 29 A in Charlottenburg. Es dauert etwa zwei Stunden.

Anmeldung

Die Teilnahme ist für die Leser unserer Zeitung kostenlos. Voraussetzung zur Teilnahme ist eine Anmeldung in unserer Redaktion unter dem Kennwort „Morgenpost vor Ort“. Das geht ganz einfach per E-Mail an aktionen@morgenpost.de oder per Fax an die Nummer 030/887 27 79 67. Teilen Sie uns bitte mit, wie viele Plätze Sie benötigen. Abonnenten der Berliner Morgenpost sollten nach Möglichkeit ihre Abonummer dazuschreiben, sie werden bei der Platzvergabe bevorzugt berücksichtigt. Anmeldungen müssen spätestens bis Sonntag, 17. September, um 12 Uhr in der Redaktion vorliegen. Sie werden in der Reihenfolge ihres Eingangs bearbeitet.

Anfahrt

Der Zoo Palast ist sehr gut mit Bus und Bahn zu erreichen, der Bahnhof Zoologischer Garten ist nur wenige Meter entfernt. Dort halten die Linien S3, S5, S7 und S75, die U2 und U9 sowie zahlreiche BVG-Buslinien. Kostenpflichtige Parkplätze gibt es in mehreren Parkhäusern im nahen Umfeld.