Gegen Verdrängung

Mieterinitiativen protestieren gegen Deutsche Wohnen

180 Mieter von Initiativen aus neun Bezirken haben vor der Deutsche Wohnen-Zentrale gegen hohe Mieten und Verdrängung demonstriert.

Kreativer Protest gegen die Deutsche Wohnen

Kreativer Protest gegen die Deutsche Wohnen

Foto: Isabell Jürgens

Die Mieter hatten sich am Freitagvormittag vor der Zentrale des größten Berliner Immobilienkonzerns in der Mecklenburgischen Straße in Charlottenburg versammelt. "Die aggressiven Mietsteigerungen der Deutsche Wohnen zwingen uns aus unseren Häusern. Ob in Tegel, Kreuzberg oder Steglitz-Zehlendorf, wir sehen überall, wie die Deutsche Wohnen unsere Verdrängung in Kauf nimmt", sagte Christine Hahn, Mieterin der Otto-Suhr-Siedlung.

Die Mieterinnen und Mieter forderten unter anderem die Abschaffung des Gesetzes zur Energetischen Modernisierung und einen wirksamen Milieuschutz. Weiterhin wurde der Übergang der Bestände der Deutsche Wohnen AG in die öffentliche Hand unter Mitbestimmung durch die Mieterinnen und Mieter gefordert. In Berlin besitzt die Deutsche Wohnen derzeit fast 110.000 Wohnungen und ist damit der größte Immobilieninvestor.

Unterstützt wurde der Protest vom Berliner Miererverein. Geschäftsführer Reiner Wild erklärte bei der Kundgebung: "Die Deutsche Wohnen tritt die Mieterinteressen oft mit den Füßen. Sei es bei Mängelbeseitigung, Betriebskostenabrechnungen, Modernisierung oder Mieterhöhungen. Berlins größter Vermieter tut sich besonders hervor bei der Missachtung der Interessen der Mieter, die ja eigentlich die Kunden sind." Das Geschäft mit der Wohnung müsse börsennotierten Wohnungunternehmen vermiest werden. Es gebe keinen verfassungsrechtlichen Anspruch auf eine maximale Rendite, so Wild weiter.

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