Tourenvorschläge

Das sind die besten Tipps für die Grüne Woche in Berlin

Wie Sie auf der Agrarmesse schnell an Ihr Ziel kommen – sechs Tourenvorschläge für verschiedene Geschmäcker.

Junge Schweine  auf der Grünen Woche

Junge Schweine auf der Grünen Woche

Foto: Paul Zinken / dpa

1600 Aussteller aus rund 70 Ländern: Am heutigen Freitag startet zum 82. Mal die Internationale Grüne Woche auf dem Berliner Messegelände. Die Veranstalter der größten Agrarmesse Deutschlands erwarten in diesem Jahr 400.000 Besucher. Das Ganze verteilt auf 26 Hallen. Da kann man leicht den Überblick verlieren. Die Berliner Morgenpost gibt Ihnen ein paar Tipps für Touren, die Sie am schnellsten zu Ihren Lieblingsständen bringen.

Landwirtschaft zum Anfassen

Fleisch kommt nicht aus dem Kühlregal. Und Milch nicht aus der Tetrapack-Tüte. Woher, das lässt sich am besten beim „Erlebnis Bauernhof“ in Halle 3.2 klären, per Blick in einen Kuhstall. 50 Aussteller zeigen, wie ein modernes Frühstück produziert wird, mit Brot, Cornflakes und Käse. Die „Pflanzendoktoren“ der Deutschen Phytomedizinischen Gesellschaft (DPG) erklären den Besuchern außerdem, was der Produktion oft im Wege steht: Pflanzenkrankheiten und Schädlinge. Per Blick durch die Lupe lassen sich Drahtwürmer oder Kornkäfer in 40-facher Vergrößerung beim Fressen – und Zerstören – beobachten. Bei „Multitalent Holz“ in Halle 4.2 dürfen Besucher hobeln, sägen und klettern. Der Deutsche Jagdverband gibt in derselben Halle Tipps für die richtige Erziehung von Jagdhunden, erklärt was Baummarder von Steinmardern unterscheidet. Besucher können hier außerdem selber Getreide mahlen und Alpaka-Wolle verarbeiten.

Für Kinder

Für Familien bietet sich ein Gang über den Erlebnisbauernhof an: Schweine und Kühe ziehen hier für eine Woche in die Halle 3.2. Für Kinder bieten die Aussteller dort Labor-Experimente rund ums Frühstück. In einem Bus vom Zentralverband des deutschen Bäckerhandwerks können sie ihr eigenes Gebäckstück zubereiten, kneten und fertig gebacken mit nach Hause nehmen. Außerdem ist ein eigener Messe-Kindergarten eingerichtet, wo die Kleinsten mit Minitraktoren durch die Halle düsen dürfen. Alternativ können Eltern ihren Nachwuchs hier auch betreuen lassen. Die größeren können am Dienstag (24. Januar) ab 10.30 Uhr die Humboldt-Kinderuni in Halle 5.2 besuchen. Dort spricht Wissenschaftler Harald Grethe in einer speziellen Kindervorlesung über das Thema Gartenbau.

Für Umweltschützer

Was artgerechte Haltung bei Hühnern bedeutet und wie viele Ökohühner auf einem Quadratmeter leben, das sehen Besucher in der Biohalle 1.2b. Auf der Bühne bereiten Köche ab 12.45 Uhr Biogerichte zu: von den Kichererbsen geröstet in Traubenkernöl bis zum Gulasch vom Märkischen Sattelschwein. Am Sonnabend (21.1.) kann man hier in einem Workshop selbst Sahne zu Butter machen. Wer aktiv etwas für die Natur tun möchte, der kann in Halle 4.2 auf dem „Waldpflegetandem“ in die Pedale treten. Für die zurückgelegten Kilometer werden im Wald am Stadtrand Berlins neue Bäume angepflanzt. Am Stand der Erlebnisdörfer in Halle 4.2 können Besucher Energie-Wettradeln, Windspiele flechten und eine Duftkräuter-Straße entlangspazieren.

Für Tierfreunde

Wer Tiere lieber lebendig als auf dem Essteller sieht, für den empfiehlt sich ein Spaziergang durch Halle 26. In der „Erlebniswelt Heimtiere“ tummeln sich Alpakas, Kaninchen, Ziegen und Esel. Auch die weniger kuscheligen Exemplare: Vogelspinnen und Insekten. Züchter zeigen hier im Viertelstundentakt ihre Rassehunde: Pudel, Terrier, Schäferhunde, Ungarische Hirtenhunde. Abends um 17 Uhr verabschieden sich die Hunde des Tages sogar in einer eigenen Gala. Noch mehr Show ist nebenan in Halle 25 geboten: In einer Art Stadion sind hier täglich Vorführungen von Pferderassen zu sehen, darunter Fjordhengste und Kaltblüter. Verschiedene Kaltblutrassen treten sogar im Bundeswettbewerb gegeneinander an, wo sie auf Stand, Schritt und Trab gemustert werden. Den Sieger ermittelt eine Jury bis zum Ende der kommenden Woche. Eine besondere Rarität zeigen in Halle 25 die Entenzüchter, mit Exemplaren der Rassen Deutsche Pekingente, Orpingtonente und Warzenente. Die Gesellschaft zur Erhaltung alter und gefährdeter Haustierrassen e. V. (GEH) setzte sie 2017 auf die rote Liste „Gefährdete Nutztierrasse des Jahres“.

Für Schlemmer-Weltreisende

Von Neuseeland bis Kanada, von Nepal bis Kolumbien: Bei der Internationalen Grünen Woche können sich Besucher durch mehr als 60 Länder weltweit durchprobieren. Original Dominikanische Gandules Verdes (Straucherbsen) zum Beispiel in Halle 7.2b oder mongolischer Wildtee in Halle 6.2. Gastland ist in diesem Jahr Ungarn. An den Ständen werden nicht nur deftige traditionelle Gerichte wie Lángos, Salami aus Szeged und Gulaschsuppe serviert. Auch Süßspeisen wie Baumstriezel oder hausgemachte Strudel kommen auf den Teller. Dazu ein Tröpfchen Pálinka, ungarischer Obstschnaps. Apropos Tröpfchen: Auf dem Gelände können Besucher auch internationale Weine testen: beim Weinwerk in Halle 2.2, im Kulinarium in Halle 13 und auch in der Internationalen Weinzone „Di Vin“ in Halle 1.2a.

Für den schnellen Esser

Das fixe Essen auf die Hand gibt es in Halle 12. Dort finden Besucher nicht nur den klassischen Smoothie, gefüllte Pfannkuchen und Brötchen mit Fleisch. An den Ständen finden sich auch einige neuere Trends, zum Beispiel „schwarzes Essen“: sieht verbrannt aus, ist es aber nicht. Speisen wie Pommes, Black Metal Hacksteak und Chili sin Carne werden dabei mit medizinischer Pflanzenkohle und Sepia-Tinte gefärbt. Der Trend kommt aus Japan und soll gesund sein. In einem englischen Bus wird außerdem Fudge serviert, eine Süßspeise aus Karamell. Ein Anbieter von Nussmühlen zeigt, wie geröstete Nüsse verarbeitet werden. Ein weiterer Aussteller hat sich auf Fruchtriegel spezialisiert. Dazu gibt es einen Schluck Craftbeer. Wer sich lieber komplett in den Biergarten zurückzieht, der ist am besten in Halle 16 aufgehoben: dort wird Bier und fränkische Küche serviert.