Kurfürstendamm

Karstadt schließt Kündigungen am Kudamm nicht aus

193 Mitarbeiter von Karstadt am Kurfürstendamm stehen vor einer ungewsissen Zukunft. Der Umbau verschiebt sich nochmals.

so soll Karstadt nach dem Umbau aussehen

so soll Karstadt nach dem Umbau aussehen

Foto: SIGNA

Die Beschäftigten von Karstadt am Kurfürstendamm fürchten um ihre Arbeitsplätze. Jetzt wird eine Einigungsstelle eingerichtet. Besetzt ist sie mit den streitenden Parteien, also Geschäftsleitung und Betriebsrat. Ein neutraler Vorsitzender, zumeist ein Richter oder eine Richterin, wird für eine Einigung der streitenden Parteien sorgen. Dort wird auch ein Sozialplan aufgestellt.

Wie berichtet, wird das Areal mit dem Einkaufscenter „Mall of Ku’damm“ neu bebaut. Die Karstadt-Filiale soll als Ankermieter am jetzigen Standort mehr Kunden bedienen als zuvor. Zunächst hieß es, die Beschäftigten könnten während der Neubauphase in anderen Filialen arbeiten, eine Wiedereinstellung in der neuen Filiale am Kudamm werde angestrebt. Dann hieß es bei einer Betriebsversammlung im Sommer, dass alle 193 Mitarbeitern betriebsbedingt gekündigt würden.

Mit einem offenen Brief – nachzulesen auf der Facebook-Seite von Verdi – beschwerten sich die Mitarbeiter bei ihrer Unternehmensleitung, dass sie während der Bauphase nicht weiterbeschäftigt werden sollten. „Wir Mitarbeiter haben durch unsere engagierte Arbeit und jahrelangen Lohnverzicht geholfen, Karstadt aus dem Keller zu holen und auf Erfolgskurs zu bringen“, heißt es dort beispielsweise.

„Einfach nur zu kündigen ist zu kurzsichtig“

„Wir brauchen Lösungen für die Kollegen, einfach nur zu kündigen, ist zu kurzsichtig“, kritisierte Petra Ringer von Verdi. Wenn Karstadt nach dem Umbau am Kudamm den Geschäftsbetrieb wieder aufnehme, was geplant sei, „dann wird ein eingespieltes Team gebraucht“. Die Mannschaft sollte deswegen erhalten bleiben, so die Forderung.

Von der Karstadt-Zentrale in Essen hieß es am Montag auf Anfrage der Berliner Morgenpost: „Die Filiale ist geöffnet, und alle Mitarbeiter befinden sich derzeit in einem ungekündigten Arbeitsverhältnis. Aufgrund laufender Prüfungen zur weiteren Entwicklung und zum Baufortschritt des Projekts Karstadt Kudamm verschiebt sich der Schließungszeitpunkt der Karstadt-Filiale am Kudamm über den März 2017 hinaus. Im Frühjahr 2017 werden wir genauere Aussagen zur konkreten Planung und der Möglichkeit einer modifizierten Umbauphase machen können.“ In jedem Fall werde der Karstadt-Standort Kurfürstendamm „perspektivisch gestärkt“ und eine noch erheblich wichtigere Einkaufsstätte zwischen KaDeWe und Kudamm werden, so die Sprecherin weiter.

Ob und in welchem Umfang betriebsbedingte Kündigungen aufgrund der Umbaupläne erforderlich würden, sei wegen der veränderten Zeitplanung und der noch nicht abgeschlossenen Verhandlungen mit dem Betriebsrat offen. „Mitarbeiter können sich selbstverständlich sowohl für die künftig neue Filiale in Tegel bewerben, als auch auf freie Stellen in anderen Karstadt-Filialen in Berlin und dem Umland“, sagte die Sprecherin.