Sanierung

Gedächtniskirche startet Spendenkampagne für neues Podest

Das Podest, auf dem die Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche steht, ist zur Stolperfalle geworden. Das soll sich ändern.

Die Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche auf dem Breitscheidplatz

Die Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche auf dem Breitscheidplatz

Foto: Rainer Jensen / dpa

Die Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche hat für das marode Podest, auf dem sie steht, eine Spendenkampagne gestartet. Es muss dringend saniert werden. 1,3 Millionen Menschen besuchen das Wahrzeichen für Frieden und Versöhnung jährlich. "Doch alle sehen nach oben, auf den alten Turm, wer beachtet schon das Podium, das das gesamte Ensemble trägt?", sagt Susanne Funk von der Stiftung der Gedächtniskirche.

Egon Eiermann, der Architekt des Neubaus, habe in den 50er-Jahren lange um diese Plattform gerungen. Ursprünglich sollte sie viel höher sein, sogar aus Abbruchmaterial von Gebäuderesten des Zweiten Weltkriegs erstellt werden. Der großzügig bemessene Freiraum sei bis heute als Einladung zum Wandeln, zum ungezwungenen Sich-Erschließen der Einzelbauten zu verstehen.

Doch eingedrungenes Wasser, Temperaturunterschiede und Erschütterungen haben gravierende Schäden an den Steinplatten verursacht. Gefährliche Stolperstellen sind entstanden. Der Originalbelag des Podiums aus dem Entstehungsjahr 1961 bestand aus einem Mosaik von kreisrunden, ziegelroten und dunkelgrauen Keramikscheiben verschiedener Größen und großen runden Platten aus Beton, ähnlich dem Boden im Innern der Kirche. Für Pfarrer Martin Germer symbolisiert die abwechslungsreiche und ungeordnete Anordnung der Bodenscheiben gleichermaßen auch die Unterschiedlichkeit der Menschen.

Es soll denkmalgerecht saniert werden

Außen jedoch ging dieser besondere Charakter durch eine 1981 erfolgte Reparatur verloren. Statt der Scheiben wurden weite Teile des Bodens mit Kleinpflastersteinen belegt. Jetzt soll denkmalgerecht saniert werden. Dafür werden nach aktuellen Schätzungen 1,4 Millionen Euro benötigt. Die Fläche ist 4700 Quadratmeter groß. Die Stiftung Deutsche Klassenlotterie Berlin, die Deutsche Stiftung Denkmalschutz, das Landesdenkmalamt und der Bund fördern das Vorhaben und schultern den Hauptteil davon. Aber die Kirche muss einen Eigenanteil in Höhe von 250.000 Euro leisten, den sie durch Spenden sammeln will.

Mit dem Slogan "Betreten erbeten – Zeig worauf Du stehst" soll der Blick auf den Boden gelenkt werden. City Light Poster, gestiftet von der Firma Ströer, machen die Besucher bereits auf das Projekt aufmerksam. Erster Spender ist der Wirtschaftsrat des 1. FC Union, der eine Podium-Patenschaft für eine fünf Quadratmeter große Fläche mit 5000 Euro übernommen hat.

Auskünfte bei Susanne Funk: Stiftung Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche,
E-Mail: funk@gedaechtniskirche-berlin.de,
Tel. 2101 8608, www.betreten-erbeten.de

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