Kurfürstendamm

Fragwürdige Kunstaktion im Apple Store könnte teuer werden

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Thomas Fülling, Peter Oldenburger,
Johannes Paul Raether nach seiner umstrittenen Kunstaktion im Apple Store am Kurfürstendamm

Johannes Paul Raether nach seiner umstrittenen Kunstaktion im Apple Store am Kurfürstendamm

Foto: Almuth Weise

Polizei und Feuerwehr stellen Verursachern der aus dem Ruder gelaufenen Performance im Apple Store am Kudamm ihre Einsätze in Rechnung.

Die fragwürdige Aktion eines Berliner Künstlers am Sonnabend im Apple Store am Kudamm wird die Beteiligten möglicherweise teuer zu stehen kommen. Allein die Feuerwehr will von dem Verursacher ihres als Notfall klassifizierten Einsatzes rund 5000 Euro fordern. Auch die Polizei wird die Kosten für den Fahrzeugeinsatz in Rechnung stellen. Denkbar sind zudem Schadensersatz-Forderungen in beträchtlicher Höhe vonseiten der Betreiber des Geschäfts in Charlottenburg. Gilt doch der Sonnabend traditionell als einer der umsatzstärksten Tage in der Woche.

>>>Kunstaktion sorgt für Großeinsatz im Apple Store<<<

Doch die Dependance des Computerriesen am Kurfürstendamm 26 blieb, wie berichtet, am Sonnabend für mehrere Stunden außerplanmäßig geschlossen. Auslöser war eine „Kunstaktion“ des Berliners Johannes Paul Raether im Rahmen des Festivals „Foreign Affairs“, das am Wochenende von den Berliner Festspielen veranstaltet wurde.

Store wegen Giftalarms vorsorglich geräumt

Raether betrat wie berichtet– grell geschminkt und mit einem Fantasiekostüm bekleidet – gegen 13 Uhr mit mehreren Mitstreitern den Laden, dabei wurde eine zunächst unbekannte silberfarbene Substanz auf Tischen, Geräten und dem Boden verstreut. Die von Mitarbeitern des Apple Stores alarmierte Polizei ließ das Geschäft wegen Giftalarms vorsorglich räumen. Etwa 400 Kunden und 100 Mitarbeiter mussten daraufhin das Geschäft verlassen.

Insgesamt 27 mutmaßliche Helfer des Künstlers sind nach Angaben der Polizei bis zur Aufnahme ihrer Personalien vorübergehend festgehalten worden. Etwa 20 Beamte waren mit dem Einsatz am Kurfürstendamm beschäftigt, bis gegen 18.15 Uhr Entwarnung gegeben werden konnte.

Verfahren wegen gemeinschaftlicher Sachbeschädigung

Die Untersuchung der Substanz hatte ergeben, dass diese aus Aluminium und weiteren nicht giftigen Metallen bestanden habe, sagte eine Polizeisprecherin am Sonntag. Erst gegen 18.30 Uhr konnte aber der Apple Store wieder geöffnet werden. Die Polizei leitete gegen den Mann ein Verfahren wegen gemeinschaftlicher Sachbeschädigung ein.

Der Künstler selbst spricht auf seiner Facebook-Seite von einer „Performance“. Dabei habe er Seltene Erden und Metalle bei sich getragen, die in der Herstellung so gut wie jedes Bildschirmes, Telefons und Computers vorkommen würden.

„Dem Publikum wurde ein Ring aus Gallium-Metall gegeben, der sich zusammen mit den Seltenen Erden in meiner Hand zu einer techno-alchemischen Legierung verbinden sollte“, so Raether. Ein Kontakt mit anderen Gegenständen sei nicht vorgesehen gewesen. Nach Ansicht von Raether habe die Polizei die Situation „unnötigerweise“ eskalieren lassen.