Fotografie

Erinnerungen an das Hotel Bogota in Charlottenburg

Verletzlich und einsam: Eine Ausstellung in der Schlüterstraße in Charlottenburg zeigt Bilder des Fotografen Fred Hüning.

Allein und meist wenig bekleidet: Die Frauen der Fotoreihe „Hotel Bogota Blues“ von Fred Hüning

Allein und meist wenig bekleidet: Die Frauen der Fotoreihe „Hotel Bogota Blues“ von Fred Hüning

Foto: Fred Hüning

In ein Hotel kommen meist nur Menschen zum Übernachten. Es sei denn, es gibt auch ein bekanntes Restaurant. Im Hotel Bogota war das anders. Hier gab es zwar nur einen Frühstückssaal, aber die Menschen kamen trotzdem, selbst wenn sie hier nicht übernachteten. Auch Berliner kannten das Haus an der Schlüterstraße 45 gut von innen, vor allem weil sie die hier regelmäßig stattfindende Ausstellungen sehen wollten. Meist hatten Fotografen ihre Bilder gezeigt, darum hieß das Format auch „Photoplatz“.

Seit Ende 2013 ist das allerdings nicht mehr möglich. Das Hotel in einer Seitenstraße des Kurfürstendamms musste schließen, weil die Mietschulden zu groß geworden waren und der Eigentümer dem Hotelier Joachim Rissmann schließlich kündigte. Zweimal gab es noch Aufschub und Hoffnung auf eine Rettung für das legendäre Hotel, in dem viele Künstler und Schauspieler gewohnt hatten. Aber die Hoffnung erfüllte sich letztlich nicht. Am 1. Dezember 2013 checkten die letzten Gäste aus.

Jetzt will Rissmann den Photoplatz wiederbeleben. In der ersten Schau sind ab 15. Januar Fotografien von Fred Hüning zu sehen, die noch im letzten Jahr des Hotels dort entstanden sind. „Hotel Bogota Blues“ heißt die Arbeit des in Berlin lebenden Künstlers. Dem Titel entsprechend transportieren die Fotos eine melancholische und zugleich intime Stimmung. In den Zimmern des Hotels hat er Modelle fotografiert, immer allein und meist wenig bekleidet, wodurch sie sehr verletzlich und einsam wirken. Angeregt wurde er zu der Arbeit durch den Chanson „Hotel zur Einsamkeit“ von Erika Pluhar.

Zunächst soll der Photoplatz in diesem Jahr viermal stattfinden. Einen Ausstellungsraum hat Rissmann bei Mendelssohns Tochter & Gäste an der Schlüterstraße 68 (Eingang Pestalozzistraße) gefunden.

Die Ausstellung läuft vom 15. Januar bis 28. Februar und kann von Donnerstag bis Sonnabend 14 bis 19 Uhr besichtigt werden. Der Eintritt ist frei. Eröffnet wird die Ausstellung in Anwesenheit des Künstlers am 14. Januar um 18 Uhr.