Dreharbeiten

Ein zweiter Kudamm für Berlin

Der Kudamm ist einzigartig in Berlin. Doch für einen ZDF-Dreiteiler wird die Richard-Wagner-Straße nun zum zweiten Prachtboulevard.

Filmkulisse fuer den Film "Kudamm 56" an der Richard-Wagner-Str

Filmkulisse fuer den Film "Kudamm 56" an der Richard-Wagner-Str

Foto: Amin Akhtar

Für drei Tage wird die Richard-Wagner-Straße in Charlottenburg zwischen der Otto-Suhr-Allee und der Zillestraße zum Kurfürstendamm. Seit Tagen bauen Mitarbeiter eines Filmteams an den entsprechenden Requisiten und verändern die Hausfassaden.

Die Vorbereitungen für die Dreharbeiten, die am Freitag zwischen Behaimstraße und Zillestraße beginnen, versetzen Passanten und Anwohner aber auch knapp 60 Jahre in die Vergangenheit zurück. Die Filmproduktionsfirma UFA Fiction mit Sitz in Potsdam-Babelsberg dreht einen Dreiteiler für das ZDF: „Kudamm 56“.

Erzählt wird die Geschichte von jungen Frauen der 50er-Jahre, ihrem Aufbegehren gegen das biedere, festsitzende Frauenbild und von ihrem Kampf um eine selbstbestimmte weibliche Identität, heißt es bei der Produktionsfirma.

Rebellion gegen die Mutter

Im Mittelpunkt der Erzählung stehen Tanzschulbesitzerin Caterina Schöllack (Claudia Michelsen) und ihre drei Töchter. Zwei Töchter, Helga (Maria Ehrich) und Eva (Emilia Schüle), planen den damals üblichen Weg der Frauen: Sie wollen geheiratet werden. Die dritte Tochter Monika (Sonja Gerhardt) beginnt gegen ihre Mutter zu rebellieren.

Am Mittwoch trug eine stuckverzierte Hausfassade an der Richard-Wagner-Straße bereits eine gläserne, schwarz-goldene Reklameschrift. „Hiller Milchbar“ und „Tanzschule Galant“. Auch bei den angrenzenden Geschäften wurden die Firmenlogos über den Schaufenstern ausgetauscht. „Stodiecks Buchhandlung“ an der Ecke Haubachstraße ist jetzt ein Pelzgeschäft.

„Meine Buchauslagen habe ich weggeräumt. Dann wurden hinter den Scheiben Kästen gebaut, die den Blick auf die Regale verhindern“, sagt Inhaber Thomas Stodieck. „In den Schaufenstern sind jetzt Pelzmäntel zu sehen.“ Für so eine aufwendige Produktion zählt jedes Detail. Am Mittwoch haben Mitarbeiter der Filmcrew die weißen Radstreifenmarkierungen auf dem Asphalt mit schwarzer Folie überklebt.

Die Richard-Wagner-Straße ist zwischen Otto-Suhr-Allee und Zillestraße am Freitag und Sonnabend von 8 bis 20 Uhr sowie von Sonntag, 17 Uhr, bis Montagmorgen, 5 Uhr, in beide Richtungen gesperrt. An diesen Tagen können dort auch keine Autos parken.