Allein in Berlin

Jungstorch „Lucky“ hat den Vogelzug nach Afrika verpasst

Pflastersteine statt Wiese: Jungstorch „Lucky“ hat es bis Berlin geschafft. Die Storchenschmiede bittet darum, ihr das Tier zu melden.

Foto: AWeise@wmg.loc / Holger Jost

Leicht hat er es in seinem bisherigen kurzen Leben nicht gehabt, das Futter war knapp. Jetzt ist er in Charlottenburg unterwegs. Die Storchenschmiede bittet die Berliner um Hilfe.

Erst landete „Lucky“ auf dem Dach eines geparkten Autos am Stuttgarter Platz Ecke Windscheidstraße, dann flog er einige Meter weiter, um seelenruhig zwischen neugierigen Passanten herumzustolzieren. Anhand der Ringnummer bekam ein Berliner heraus, dass „Lucky“ als etwa drei Tage alter Jungvogel aus seinem Horst in Linum geworfen worden war. Er war ein Mickerling, das Futter war knapp, weil es sehr trocken war.

Am 8. Juni schließlich wurde er völlig entkräftet und todkrank entdeckt. Mitarbeitern der Storchenschmiede päppelten ihn vier Wochen auf und brachten ihn dann in eine Aufzuchtstation, wo er mit anderen Artgenossen aufwachsen sollte.

Den Zug der Artgenossen nach Afrika verpasst

Dass funktionierte auch, er lernte sich gegen Futterkonkurrenten durchzusetzen, alles schien gut. Dann kam er nach Linum zurück, schlief nachts einige Zeit im Horst. Die Schmiede-Leute glaubten schon, er sei auf dem Zug nach Afrika, als sie jetzt von dem Berliner hörten, dass sich der Storch in Charlottenburg rumtreibt.

Er hätte schlechte Chancen, alleine durch den Winter zu kommen. Deshalb wollen die Naturschützer ihn in einem Vogelpark bis zum nächsten Frühjahr überwintern lassen.

Marion Szindlowski von der Storchenschmiede des Nabu Naturschutzzentrums (033922 50500) würde sich deshalb freuen, wenn ihr gemeldet wird, wenn „Lucky“ irgendwo gesichtet wird, damit sie sich wieder um ihn kümmern kann.

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