Charlottenburg

Weihnachtsmarkt-Betreiber will 2015 wieder Eintritt fordern

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Raimon Klein

Foto: Bernd von Jutrczenka / dpa

Ein Gericht hat das Eintrittsgeld für den Weihnachtsmarkt am Schloss Charlottenburg verboten. Der Betreiber beugt sich dem Entschluss - will aber 2015 erneut einen Eintritt erheben.

Das Verwaltungsgericht hat am Donnerstag entschieden, dass für den Weihnachtsmarkt vor dem Schloss Charlottenburg kein Eintritt verlangt werden darf. Als öffentliche Grünanlage müsse das Areal von jedem Bürger kostenfrei nutzbar sein. Jetzt meldet sich der Veranstalter zu Wort.

„Wir werden der Entscheidung des Gerichts folgen und keine Beschwerde bei der nächst höheren Instanz einlegen“, sagte Tommy Erbe, Geschäftsführer des Weihnachtsmarkt-Betreibers „werbeteam berlin“ am Sonnabend bei einer Pressekonferenz. Seiner Darstellung nach liegt das Problem in einem Formfehler bei der Genehmigung beim Bezirksamt. Erbe hatte den Weihnachtsmarkt als Jahrmarkt beantragt. Um Eintritt verlangen zu können, hätte er jedoch einen Antrag für einen so genannten Spezialmarkt sowie eine Sondernutzungserlaubnis stellen müssen. Dies habe er nicht gewusst, so Erbe.

Besucher sollen umgelenkt werden

Der Veranstalter beharrt auf seinem Standpunkt, dass ein Eintrittsgeld an den Sonnabenden nötig sei, um die hohen Besucherströme auf andere Zeiten umzulenken. „Letztes Jahr war es am Wochenende so voll auf dem Markt, dass es viele Besucher ungemütlich fanden“, sagte Erbe. Bei der Zählung im Jahr 2012 seien es für die gesamte Dauer des Weihnachtsmarkts 800.000 bis eine Million Besucher gewesen. Daher kündigte er an, für 2015 die korrekte Genehmigung für einen Eintritt zu beantragen.

Den zuständigen Stadtrat Marc Schulte (SPD), ein entschiedener Gegner des kostenpflichtigen Weihnachtsmarkts griff Erbe am Sonnabend scharf an. „Herr Schulte denkt, dass er allein darüber verfügen kann, ob es ein Eintrittsgeld gibt. Diese Entscheidung obliegt jedoch der Verwaltung“, sagte Erbe. Bezirksbürgermeister Reinhard Naumann (SPD) solle sich einschalten, da es Schulte an Führungsqualitäten mangele.

Auf einem anderen beliebten Weihnachtsmarkt, dem „WeihnachtsZauber“ am Gendarmenmarkt in Mitte zahlen Besucher bis auf die Zeit zwischen 11 und 14 Uhr täglich 1 Euro Eintritt für Showprogramm und karitative Projekte. Der Gendarmenmarkt ist anders als das Areal vor dem Charlottenburger Schloss nicht als Grünanlage, sondern als öffentliches Straßenland ausgewiesen.