Wilmersdorf

Gesamte Bundesallee soll Tempo-30-Zone werden

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Katrin Lange

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Auf dem Bundesplatz regiert der Verkehr. An dem Schnittpunkt von S-Bahn, U-Bahn, Auto- und Radwegeverkehr wollen bislang Fußgänger nur eines: schnell über die Straße. Das soll sich ändern.

Noch ist der Bundesplatz in Berlin-Wilmersdorf als Schnittpunkt von S-Bahn, U-Bahn, Auto- und Radwegeverkehr ein Ort, an dem Fußgänger nur schnell über die Straße wollen. Doch nach dem Willen der Initiative Bundesplatz e.V. soll sich das ändern.

„Die Bundesallee in Wilmersdorf und Friedenau soll von einer trennenden Barriere wieder zu einem Boulevard entwickelt werden“, sagt Wolfgang Severin, Vorsitzender der Bürgerinitiative. Dazu müssten die Wexstraße und die Detmolder Straße von einer A-100-Nebenstraße zu einer Stadtteilstraße umgewandelt und der Bundesplatz völlig neu gestaltet werden.

Wie es rund um den Bundesplatz weitergehen könnte, soll in einer „Zukunftswerkstatt Bundesplatz“ an diesem Wochenende in der Aula der Marie-Curie-Oberschule an der Weimarischen Straße 21 diskutiert werden. Die Veranstaltung beginnt am Sonnabend (23. November 2013), 14 Uhr, mit einem Rundgang durch den Kiez (Treff in der Schule), eine Debatte schließt sich ab 16 Uhr an. Am Sonntag geht es mit Werkstattarbeit von 11 bis 18 Uhr weiter.

Umsetzbare städtebauliche Lösungen für den Bundesplatz

Auf dem Zukunftsforum sitzen unter anderen internationale Architekten und Stadtplaner sowie Vertreter der Technischen Universität und der Bauhaus-Universität Weimar auf dem Podium. Mit dabei ist auch Marc Schulte (SPD), Bezirksstadtrat für Stadtentwicklung. „Der Bundesplatz ist ein sehr autogerechter Platz“, sagt Schulte. Jetzt sei es an der Zeit zu überlegen, wie er für Fußgänger neu gestaltet werden könnte.

In der Zukunftswerkstatt soll es um Perspektiven und Visionen gehen. So gebe es „große Ideen wie die Schließung des Autotunnels“, sagte Schulte. Das seien für ihn eher Utopien, aber dennoch wichtige Hinweise, um zu überlegen, in welche Richtung die Veränderungen gehen könnten. Für realistisch hält der Stadtrat hingegen, Tempo 30 einzuführen oder Mittelinseln zu bauen, die das Überqueren der Straße erleichtern.

Unter dem Motto „Neue urbane Qualitäten“ wollen die Mitglieder der Initiative gemeinsam mit den Anwohnern umsetzbare städtebauliche Lösungen für den Bundesplatz finden. „Der heutige Bundesplatz und die Bundesallee mit ihren beiden Tunneln trennen, separieren und fragmentieren die vormals von engen räumlichen und funktionalen Beziehungen geprägten Kieze“, sagt Wolfgang Severin. Zusätzlich zerstöre der Ausweichverkehr von der A100 die ehemaligen Kiezstrukturen.

Die Bundesplatz-Initiative kann in ihrer dreijährigen Vereinsgeschichte bereits einige Erfolge aufweisen. So haben die 200 Mitglieder in einem Einsatz das vernachlässigte öffentliche Grün auf dem Platz gepflegt. Für ihr Engagement hat die Initiative den Deutschen Naturschutzpreis erhalten.