Immobilien

Cumberland am Kudamm soll nun Bürohaus werden

Die Orco Germany hat die Pläne, das Haus Cumberland am Kurfürstendamm als Hotel auszubauen, ad acta gelegt. Stattdessen soll der seit Jahren leer stehende denkmalgeschützte Gebäudekomplex nun als Bürostandort entwickelt werden.

Die Pläne, am Kurfürstendamm und auch in einem Neubau an der Lietzenburger Straße sowie in einer Passage Ladengeschäfte einzurichten, sind geblieben. Auch außergewöhnliche Gastronomie soll weiterhin die Innenhöfe beleben.

Nach Marktrecherchen habe sich gezeigt, dass ein Hotel aus wirtschaftlichen Gründen nicht tragbar sei, sagte Orco-Sprecherin Sabrina Eilers. Schon jetzt gebe es hingegen Nachfrage an Büro- und Ladenflächen. Das Bürokonzept sieht Flächen von 20 000 Quadratmeter vor, hinzukommen knapp 9000 Quadratmeter Einzelhandelsfläche.

Baustadtrat Klaus-Dieter Gröhler (CDU) begrüßt das Projekt, das 2009 begonnen werden soll. Allerdings kritisiert er, dass sich jetzt Senatsbaudirektorin Regula Lüscher in das Verfahren einschaltet. Die Senatsbaudirektorin hatte ihm in einem Brief mitgeteilt: "Die Ergebnisse des Berliner Baukollegiums fließen als Empfehlung in die Projektarbeit der Behörden (Bauvorbescheid, B-Plan, Baugenehmigung) ein. Falls keine wichtigen stadtentwicklungspolitischen Gründe gegen die Empfehlung sprechen, wird dieser gefolgt."

"Das wäre ein weiteres Beispiel für die permanente Einmischungspolitik der Senatsverwaltung." Dem von der Senatsbaudirektorin ins Leben gerufenen "Baukollegium" - ein Gremium, das über die architektonische Qualität in der Stadt debattieren will - kann Gröhler nichts abgewinnen. Im Gegenteil: "Wenn das Kollegium potenzielle Investoren berät und Projekte an sich zieht, die hier im Bezirk noch nicht beraten wurden, hebelt es die politische Meinungsbildung aus." In Berlin sei es gute Tradition, neue Bauprojekte auf der kommunalen Ebene transparent zu beraten. Er fragt sich zudem, wie das Gremium es schaffen will, "Projekte, die eine Größenordnung von 2000 Quadratmeter Nutzfläche überschreiten" zu diskutieren. "Das ist fast jedes Mietshaus, das bei uns gebaut wird", wundert sich Gröhler.

Die Festlegung, dass generell Projekte ab 2000 Quadratmeter besprochen würden, gebe es so nicht, sagte hingegen die Sprecherin der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, Manuela Damianakis. Erörtert würden Projekte von gesamtstädtischer Bedeutung und Hochhausprojekte ab 2000 Quadratmeter Nutzfläche. Im Übrigen könne keine Rede davon sein, dass die Senatsverwaltung das Verfahren an sich gezogen habe. "Wir sind seit Monaten an dem Abstimmungsprozess beteiligt, und mit unserer Obersten Denkmalschutzbehörde reden wir ein gewichtiges Wörtchen mit", so Damianakis.

Das Bauprojekt "Haus Cumberland" wird am kommenden Mittwoch im Stadtplanungsausschuss des Bezirks im Rathaus Wilmersdorf öffentlich vorgestellt. Beginn ist um 17 Uhr.

© Berliner Morgenpost 2018 – Alle Rechte vorbehalten.