Berlins Bezirke

Wochenende in Berlin: Das sind unsere Tipps

Ausgehen nur in der Innenstadt? Weit gefehlt. Das Veranstaltungsangebot ist in allen Berliner Stadtteilen vielfältig. Eine Auswahl

Eine neue Ausstellung lädt zum Besuch ins Schloss Biesdorf.

Eine neue Ausstellung lädt zum Besuch ins Schloss Biesdorf.

Foto: Karin Scheel

Sehnsucht nach der Gegenwart: Kunst im Schloss Biesdorf

Im Schloss Biesdorf wird ab Sonntag eine neue Ausstellung gezeigt. „Sehnsucht nach dem JETZT“ thematisiert den schwer fassbaren Begriff des Gegenwärtigen. Was genau ist jetzt und wann werden Vergangenheit und Zukunft zur Gegenwart? Diesen flüchtigen Moment versuchen 17 Künstler einzufangen. Mittels Videoinstallationen, Fotokunst und Objekten kommen sie dem Gegenwartsbegriff näher. Zur Vernissage am 23. Februar gibt es eine Performance von Joachim Seinfeld. Seinfeld entwickelt live in einer Dunkelkammer Fotos, die während der Eröffnung entstehen. „Nicht immer wird der erste Abzug gut. Aber das JETZT birgt eben Risiken“, kündigen die Veranstalter an. „Sehnsucht nach dem JETZT“ ist der erste Teil einer insgesamt dreiteiligen Ausstellung, die in Berlin, Dresden und Düsseldorf gezeigt wird.

Schloss Biesdorf, Alt-Biesdorf 55, 23. Februar bis 10. Mai, Vernissage am 23. Februar, 18 Uhr, Eintritt frei. Geöffnet ist täglich von 10 bis 18 Uhr, freitags von 12 bis 21 Uhr, dienstags geschlossen.

Modellbau zum Staunen, Lernen und Mitmachen

Modellbau ist das große Thema im FEZ Berlin an diesem Sonnabend. Miniatur-Feuerwehrautos fahren mit Blaulicht, Speedboote jagen durchs Wasser und Off-Road -Fahrzeuge rollen auf holprigem Gelände. Helikopter erheben sich vom Startplatz. Auch Flugzeuge, Schiffe und Eisenbahnen sind zu sehen. Etwa 200 Modellbauer aus 35 Vereinen präsentieren die Vielfalt der Fortbewegungsmittel im Kleinformat.

Die Besucher erfahren, wie man Miniatur-Raketen bauen kann. Mitarbeiter des Mitteldeutschen Karton Verlags zeigen, wie kleine Autos aus Papier entstehen. Eine Börse für Modellbahnen und -autos findet von 12 bis 17 Uhr statt. Es gibt Möglichkeiten für Kinder ab sechs Jahre, selbst Fahrzeuge zu basteln. Um 18 Uhr beginnt eine besondere Attraktion: das Schaufahren der Berliner Schiffsmodellbauer. Das Becken der Schwimmhalle verwandelt sich dafür in einen Hafen.

Modellbauwochenende, FEZ Berlin, Straße zum FEZ 2, Oberschöneweide, 22. Februar, ab 12 Uhr, Tagesticket fünf Euro, www.fez-berlin.de

Türkischer Volksmusikchor: Lieder von der Liebe

Von sicher nicht alltäglichen Klängen wird das Konzert am Sonntag in der Ufa-Fabrik in Tempelhof geprägt sein. Der türkische Volksmusikchor und das Musikensemble des Konservatoriums für türkische Musik Berlin wollen sich der Liebe und ihren vielen Bedeutungen auf musikalische Weise nähern.

Unter der Leitung von Ali Aşık, Chor- und musikalischer Leiter, wollen die Künstler und Musiker die Liebe in all ihren Formen darstellen: Liebe kann Partnerschaft, Hingabe, Bindung, Vertrauen, Geborgenheit, Wunsch aber auch Trennung sein, Entfernung, Schmerz und Leiden. Die alten Lieder der anatolischen Kultur als Vorlage genommen, sollen die innovativen Ideen von Ali Aşık den Stücken ein neues musikalisches Gesicht geben. Manchmal tritt der türkische Volksmusikchor auch gemeinsam mit Tänzern auf. Auch wenn der Abend vordergründig für die Ohren ist, spricht diese Musik dennoch alle Sinne an.

Bir Sevdadir Türküler – Lieder, die die Liebe beschreiben, Ufa-Fabrik, Varieté Salon, Viktoriastraße 10-18, 12105 Tempelhof, Eintritt 15 Euro, www.ufafabrik.de

Barock-Musik zu Don Quichotte in der Großen Orangerie

Er ist als tragischer Held bekannt, der gegen Windmühlenflügel kämpft. Don Quichotte ritt auf seinem Pferd Rosinante durch Spanien und musste zahlreiche Niederlagen einstecken. Sein Knappe Sancho Panza begleitete ihn. Zu Beginn des 17. Jahrhunderts schrieb der spanische Nationaldichter Miguel de Cervantes den Roman über den „Ritter von der traurigen Gestalt“.

Viele Komponisten des Barock ließen sich davon inspirieren. Diese musikalische Vielfalt ist im Konzert mit dem Berliner Residenz Orchester unter Leitung von Alexandra Rossmann in der Großen Orangerie zu erleben. „Fantasien des Barock“ – Don Quichotte auf Schloss Charlottenburg“ ist der Titel des Abends. Historische Kostüme tragen zum Flair bei. Vor dem Konzert gibt es ein Dinner mit einem Drei-Gänge-Menü.

Berliner Residenzkonzert am 22. Februar, 20 Uhr. Das Dinner beginnt um 18 Uhr. Große Orangerie, Schloss Charlottenburg, Spandauer Damm 22, Karten ab 34 Euro, Tel. 030 258 10 350, www.residenzkonzerte.berlin

Virtuose Klangpoesie in der Waidmannsluster Kirche

Wer gerne den Klängen eines Klaviers lauscht, der ist am Sonntag in der Königin-Luise-Kirche in Waidmannslust richtig. Ab 17 Uhr wird Pianist Manfred Reuthe sein Können unter dem Titel „Virtuose Klangpoesie“ präsentieren. Auf dem Programm des Klaviervirtuosen stehen unter anderem Werke von Wolfgang Amadeus Mozart, Franz Schubert, Franz Liszt, Frédéric Chopin und Maurice Ravel.

Manfred Reuthe spielte schon als 17-Jähriger mit den Berliner Philharmonikern Chopins zweites Klavierkonzert. Er trat unter anderem auf Konzerten in vielen Städten Europas, aber auch in Südkorea, Japan und Südafrika auf. In Südkorea hatte er acht Jahre eine Professur für Klavier inne und unterrichtete ebenfalls in der Berliner Hochschule der Künste. In der Königin-Luise-Kirche treten regelmäßig Künstler auf, die die Besucher mit den klassischen Konzerten begeistern.

Königin-Luise-Kirche, Bondickstraße 14, 13469 Berlin, 17 Uhr, Eintritt frei, Spenden für Künstler und die Sanierung des Kircheninnenraums erbeten

Symposium mit Forschern und Künstlern auf der Zitadelle Spandau

Im Zusammenhang mit der Ausstellung „Verletzbare Subjekte“ findet an diesem Sonntag auf der Zitadelle Spandau ein Symposium mit Forschern und Künstlern statt. Dabei geht es um den öffentlichen Raum, dessen Grenzen und Sicherheitsarchitektur wie auch die gesellschaftliche Entwicklung.

„Der öffentliche Raum ist kein statisches Gebilde“, heißt es in der Ankündigung. Seine Regeln und Gestaltung hingen auch immer mit der Gesellschaft zusammen. Teil des Symposiums sind der Medien- und Kulturwissenschaftler Christoph Eggersgluß und die Geografin Sandra Wolf, die ihre Analysen vorlegen. Zudem präsentieren die Künstler Bernadette Keating und Julius C. Schreiner ihre Arbeiten und Recherchen. Die Ausstellung „Verletzbare Subjekte“ wurde von Künstlerinnen und Künstlern der Hochschule für Grafik und Buchkunst Leipzig entwickelt. Gezeigt werden dort Videoarbeiten, Fotografien, Installationen und performative Formate zum Thema der menschlichen Verletzlichkeit.

23. Februar, Zitadelle Spandau, Am Juliusturm 64, Symposium von 15 bis 17 Uhr, Eintritt frei.