Neustadt Null Müll

Wie die Spandauer Neustadt müllfrei werden soll

Mit der Aktion „Neustadt Null Müll“ soll der Abfall an den Straßen im Kiez reduziert werden. Ein Sperrmüllfest ist geplant.

Abfall auf und an den Straßen ist in der Spandauer Neustadt ein Thema. Mit dem Projekt „Neustadt Null Müll“ soll der Abfall reduziert werden.

Abfall auf und an den Straßen ist in der Spandauer Neustadt ein Thema. Mit dem Projekt „Neustadt Null Müll“ soll der Abfall reduziert werden.

Foto: Jessica Hanack / BM

Berlin. Die Spandauer Neustadt in einen Modell-Kiez in Sachen Müllvermeidung verwandeln – das ist das Ziel des Projekts „Neustadt Null Müll“. Und das, obwohl das Quartiersmanagement-Gebiet bislang nicht durch seine Sauberkeit besticht. Auf dem zentralen Lutherplatz gibt es ein Problem mit Vermüllung und auch an den Straßen in der Umgebung liegen Verpackungen, Hundekot, häufig auch Sperrmüll.

Im aktuellen Integrierten Handlungs- und Entwicklungskonzept für das Quartiersmanagement-Gebiet heißt es, bei der Sauberkeit liege nach wie vor ein hoher Handlungsbedarf vor, obwohl mehrere Straßen in einer hohen Reinigungsklasse bei der Berliner Stadtreinigung eingestuft worden sind, so dass sie bis zu sechsmal pro Woche gesäubert werden. Die Schlussfolgerung in dem Konzept: Der Fokus solle künftig „auf der Bewusstseinsbildung und Strategien zur Müllvermeidung liegen“. Daran knüpft das Projekt „Neustadt Null Müll“ an, finanziert aus Mitteln des Förderprogramms „Soziale Stadt“.

Verein erarbeitet ein Zero-Waste-Konzept

Auf dem Lutherplatz soll es deshalb in einigen Monaten ein Sperrmüllfest geben, es ist das erste dieser Art in Spandau, wie Magdalena Adamczyk-Lewoczko vom Verein „Life“ sagt, der das Projekt organisiert. „Mit der Aktion wollen wir dafür sorgen, die Neustadt von Sperrmüll zu befreien, denn Sperrmüll landet tagtäglich an den Straßen der Neustadt“, erklärt sie. Bei dem Fest am 29. Mai sollen Bewohner die Möglichkeit bekommen, alte Möbel, Elektrogeräte und Ähnliches zwischen 14 und 18 Uhr kostenlos am Lutherplatz abzuliefern. Gleichzeitig planen die Veranstalter Musik-, Kunst-, Mitmachangebote, um ein Fest zu gestalten. Um solche Veranstaltungen in der Neustadt künftig möglichst müllfrei zu organisieren, wird bereits altes Geschirr gesammelt.

Das Sperrmüllfest ist aber nur ein Beispiel für ein Konzept, dass der Verein „Life“ entwickelt. Aktuell werde ein Leitfaden erarbeitet, um aus der Neustadt ein Zero-Waste-Quartier zu machen, einem Quartier also, in dem möglichst kein Abfall produziert wird, erklärt Adamczyk-Lewoczko. Weitere Punkte, die Teil des Konzepts sein sollen, werden bereits praktisch ausprobiert, etwa ein Repair-Café oder Kleidertauschpartys.

„Die Partys werden schon angenommen. Es braucht immer ein bisschen Zeit, aber wir können so an verschiedenen Orten verschiedene Zielgruppen erreichen“, sagt Adamczyk-Lewoczko. In ein Café seien etwa viele Studentinnen gekommen, die solche Veranstaltungen gerne öfter hätten. Kleidung und nachhaltiger Kleidungskonsum seien generell ein Thema, das in diesem Jahr einen Schwerpunkt bieten soll. Neben den Tauschpartys plant der Verein unter anderem auch Upcycling-Workshops, bei denen alte Kleidung aufgewertet wird.

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