Berlins Bezirke

Wochenende in Berlin: Das sind unsere Tipps

Ausgehen nur in der Innenstadt? Weit gefehlt. Das Veranstaltungsangebot ist in allen Berliner Stadtteilen vielfältig. Eine Auswahl.

Neue Sichtweisen bietet das Computerspielemuseum Berlin.

Neue Sichtweisen bietet das Computerspielemuseum Berlin.

Foto: joerg metzner

„Mit Essen spielt man (nicht)“ – Sonderschau im Computerspielemuseum

Essen gehört unbestreitbar zur Computerwelt. Kein Kino-Thriller, in dem der Web-kundige Supernerd beim alles entscheidenden Hack ins System der Schurken nicht eine Tüte Chips und ein koffeinhaltiges Getränk in Reichweite hätte. Das Computerspielemuseum widmet sich der Kulinarik nun in einer Sonderschau. Dabei geht es um die Darstellung von Essen im Computerspiel. Die Ausstellung „Die digitale Küche – mit Essen spielt man (nicht)“ zeigt, in welchen Zusammenhängen Lebensmittel dargestellt werden. Das reicht von Früchten, Burgern und Bonbons als Designelemente bis hin zu Küchen als Schauplatz verschiedener Spiele-Genres. Business- und Management-Simulationen trainieren den Aufbau eines eigenen Restaurants, und manchmal muss man sogar seine Spielfigur in karger Umgebung vor dem Hungertod bewahren.

Computerspielemuseum, Karl-Marx-Allee 93a, Friedrichshain, täglich 10-20 Uhr, Eintritt 9, ermäßigt 6 Euro, Familienkarte 19 Euro (maximal 5 Personen, maximal 2 Erwachsene)

Boulanger Trio spielt französische Kammermusik bei „Klassik in Spandau“

Im Gotischen Saal der Zitadelle ist an diesem Sonnabend das Boulanger Trio zu Gast, bestehend aus der Pianistin Karla Haltenwanger, der Geigerin Birgit Erz und der Cellistin Ilona Kindt. Die drei Frauen erfüllten sich 2006 mit der Gründung des Trios einen Traum und erarbeitete sich, so heißt es vom Veranstalter, einen ausgezeichneten Ruf in der Szene. In Spandau treten die Musikerinnen im Rahmen der Konzertreihe „Klassik in Spandau“ auf. Dabei präsentieren sie ein rein französisches Programm, darunter Werke von Lili Boulanger. In ihrer Musik zeigen sich Einflüsse berühmter französischer Komponisten, insbesondere von Gabriel Fauré, aber auch Claude Debussy. Von eben jenem Fauré wird am Sonnabend ebenfalls ein Werk gespielt, das Trio d-Moll. Er komponierte es – fast taub – im Jahre 1914. Es wurde in Frankreich zu einem Klassiker der Trio-Literatur. Der Abend endet mit Camille Saint-Saens Trio e-Moll.

Zitadelle Spandau, Am Juliusturm 64, 25.1., Beginn 19.30 Uhr, Eintritt 24 Euro, ermäßigt 16 Euro

Weitblick durch das längste bewegliche Linsenfernrohr der Welt

Es wurde 1896 erbaut und ist weltberühmt. Das Riesenfernrohr auf dem Dach der Archenhold-Sternwarte wiegt 130 Tonnen und hat eine Brennweite von 21 Metern. Der Durchmesser des Objektivs beträgt 68 Zentimeter. Nach Angaben der Sternwarte ist es das längste voll bewegliche Linsenfernrohr der Welt. Bei der Führung am Sonnabend erfahren die Besucher, wie es zum Bau der Sternwarte und des Fernrohrs kam. Das auch als „Himmelskanone“ bezeichnete Gerät wurde im Rahmen der Berliner Gewerbeausstellung erbaut und mit Spenden finanziert. Es stand zunächst in einem Holzgebäude. Dort nahm die Sternwarte mit ihrem ersten Direktor, Friedrich Simon Archenhold, den Betrieb auf. 1909 eröffnete der Neubau. Albert Einstein hielt 1915 im großen Hörsaal der Sternwarte seinen ersten Berliner Vortrag über die Relativitätstheorie. Die Führung dauert 60 Minuten. Dabei wird das Riesenfernrohr in Aktion vorgeführt.

Führung (ab 8 Jahre), Archenhold-Sternwarte, Alt-Treptow 1, 25. Januar, 17 Uhr, Eintritt sieben, ermäßigt fünf Euro, Tel. 030 536 06 37 19, www.planetarium.berlin

100 Jahre Architekturmoderne im Berliner Südwesten

Mit der Gründung von Groß-Berlin 1920 kam die Aufbruchstimmung in den neuen Bezirken. Die Metropole war in der Zeit der Weimarer Republik ein Experimentierfeld der Moderne, vor allem in den Bereichen Architektur und Stadtentwicklung. Auch in Steglitz-Zehlendorf entstanden neue Versuchssiedlungen wie in der Schorlemmerallee und Großsiedlungen wie Onkel Toms Hütte. Die Ausstellung „Neu, Groß, Grün – 100 Jahre Architekturmoderne im Berliner Südwesten“ zeigt zwölf Beispiele des neuen Bauens in Steglitz-Zehlendorf. Dazu gehören bauliche Wahrzeichen wie das Strandbad Wannsee und die Elektro-Mechanik-Fabrik Abrahamson. Die Ausstellung ist auf zwei Standorte verteilt: Historische Dokumente, Fotos sowie noch nicht gezeigte 3D-Objekte sind im Gutshaus-Steglitz, Schloßstraße 48, und in der Schwartzschen Villa, Grunewaldstraße 55 zu sehen.

Ausstellungseröffnung am Sonntag, 26. Januar, 11 Uhr, im Gutshaus Steglitz (öffentlich), geöffnet bis 28. Juni, Mo bis So, 10 bis 18 Uhr, Eintritt frei

Jazzmusik auf der Festivalbühne im Kulturstall auf Schloss Britz

Das Jazzfest der Paul Hindemith Musikschule Neukölln lockt Musikfans an diesem Wochenende in den Kulturstall auf dem Gutshof Britz. Die Gewinner des Wettbewerbs für Nachwuchs-Jazztalente sorgen am Sonnabend für Stimmung. Sie zeigen ihr Können beim Preisträgerkonzert des StuVo-Jazz-Contest. Kulturstadträtin Karin Korte (SPD) wird die Preise und Urkunden überreichen. Im Anschluss daran stehen gleich zwei der drei Wettbewerbsjuroren mit Thärichens Tentett auf der Bühne des Kulturstalls. Am Sonntag werden dann wieder zwei Großformationen auf der Festivalbühne aufspielen: Die aus Lübeck stammende Big Band „Salt Peanuts“ unter der Leitung von Sven Klammer und die „Flintstones Big Band“, die unter der Leitung des Musikschulleiters Daniel Busch Werke der britische Komponistin Hazel Leach präsentieren wird.

Schloss Britz, Kulturstall auf dem Gutshof Schloss Britz, Alt-Britz 81, 12359 Berlin. Beginn: Sonnabend 19.30 Uhr / Sonntag 11 Uhr. Eintritt: Sbd. 12 Euro, ermäßigt 6 Euro, So. 8 Euro, ermäßigt 5 Euro.

Rundgang durch die Geschichte und die Kulissen der Deutschen Oper

Hinter die Kulissen zu schauen ist immer eine spannende Angelegenheit, insbesondere beim größten Berliner Opernhaus. Bühnen und Probenräume, die sonst den Schauspielern und Technikern vorbehalten sind, stehen am Sonnabend den Teilnehmern der Führung offen. Sie erfahren, wie Proben ablaufen und wie eine Inszenierung entsteht. Das Magazin mit den großen Bühnenbildern und das Zuschauerhaus werden bei der Führung gezeigt. Sie dauert 90 Minuten und wird in deutscher Sprache gehalten. Auch um die Geschichte des fast 60-jährigen Gebäudes geht es. Die Deutsche Oper wurde im September 1961 eröffnet. Sie war auf dem Grundstück errichtet worden, wo das alte Opernhaus von 1912 stand. Es war im Zweiten Weltkrieg zerstört worden. Architekt Fritz Bornemann entwarf das neue Gebäude. Es hat fast 1900 Plätze und steht unter Denkmalschutz.

Führung, 25. Januar, Beginn um 14 Uhr und um 15.30 Uhr, Deutsche Oper Berlin, Treffpunkt in der Kassenhalle, Bismarckstraße 35, Charlottenburg, Karten kosten fünf Euro, www.deutscheoperberlin.de