Natur

Neuer Grünzug am Spandauer Rieselfeldgraben wird geprüft

Am nördlichen Rieselfeldgraben könnte ein neuer Grünzug entstehen. In Verbindung mit anderen Anlagen ist ein grüner Rundweg möglich.

Foto: pa

Berlin. In Spandau könnte in den nächsten Jahren eine Idee umgesetzt werden, die bereits seit den 60er-Jahren besteht: ein neuer, öffentlicher Grünzug entlang des nördlichen Rieselfeldgrabens in Staaken und der Wilhelmstadt. Derzeit findet eine Machbarkeitsstudie dazu statt, finanziert über Mittel aus dem Förderprogramm „Stadtumbau“, zu dem das Gebiet „Heerstraße Nord/Brunsbütteler Damm“ zählt. Zusammen mit bestehenden Grünanlagen wäre es dann möglich, dass ein großer, grüner Rundweg entsteht.

Planungen für die Gestaltung eines neuen Grünzugs zwischen Gatower Straße und Semmelländerweg seien erstmals entstanden, als sich der westliche Berliner Stadtraum immer weiter baulich verdichtete und für die neuen Bewohner auch entsprechende Grünflächen erhalten oder neu geschaffen werden sollten, erklärt Anja Sorges, Leiterin des Spandauer Umwelt- und Naturschutzamts.

„Dazu gehörte auch der Bereich des nördlichen Rieselfeldabfanggrabens, der nach Aufgabe der Rieselfeldbewirtschaftung durch die Berliner Wasserbetriebe in den Besitz des Landes Berlin überging.“ Lange Zeit hätten allerdings die Mittel gefehlt, um die Pläne zu realisieren. Erst jetzt, so Sorges, rücke „die damalige Idee in greifbare Umsetzungsnähe.“

Grünzug kann in Spandau neue Fuß- und Radwegverbindung schaffen

Der Graben südlich des Weinmeisterhornwegs fügt sich ein in ein schon bestehendes großräumiges System von Grünzügen. Dazu gehören der Hahneberg mit der Naturschutzstation, der Bullengraben, die Egelpfuhlwiesen und der Egelpfuhlpark, der ebenfalls im Rahmen des Förderprogramms Stadtumbau zum Jonny-K.-Aktivpark entwickelt werden soll.

Die Verknüpfung dieser Grünanlagen sei „aus städtebaulicher Sicht als wohnungsnaher Grünerholungsraum wünschenswert und notwendig“ erklärt Sorges. Gleichzeitig könnte so eine neue Fuß- und Radwegverbindung geschaffen werden. Aktuell kann das Gelände am Rieselfeldgraben von Spaziergängern oder Radfahrern nicht genutzt werden.

Noch steht die Machbarkeitsstudie relativ am Anfang. Es läuft die Vermessung und Begutachtung der Fläche, die aber in den nächsten Wochen abgeschlossen werden sollen. Zudem wird analysiert, welche geschützten Tierarten entlang des Grabens leben könnten und deshalb bei weiteren Planungen beachtet werden müssten. Planmäßig soll die Machbarkeitsstudie bis zum Sommer fertig sein. Dabei will der Bezirk interessierte Spandauer einbinden, die in einem Gremium mit Fachleuten zusammenarbeiten und Hinweise einbringen können.

Weitere Projekte im Programm „Stadtumbau“ stehen an

Das Gebiet „Heerstraße Nord/Brunsbütteler Damm“ ist seit 2017 Teil des Förderprogramms „Stadtumbau“. In diesem Jahr sollen, neben der Machbarkeitsstudie für den neuen Grünzug, auch weitere Projekte vorangetrieben oder bereits umgesetzt werden. So ist geplant, die Naturschutzstation am Hahneberg in Kooperation mit Studenten der Beuth Hochschule für Technik zu erweitern; Thema der neuen Fläche ist die Insektenwelt.

Damit das geplante Begegnungszentrum „Zuversicht“, das unter anderem eine Kita, einen Veranstaltungssaal und ein Café beinhalten soll, entstehen kann, sollen in diesem Jahr möglichst die ersten Gebäude abgerissen werden. Zudem soll die konkretere Planung für das Gebäude weitergehen. In die Umsetzung soll es im Bereich Blasewitzer Ring/Maulbeerallee gehen: Hier sind barrierefreie Straßenübergänge mit Gehwegvorstreckungen an gefährlichen Punkten vorgesehen.

Mehr über den Bezirk Spandau lesen Sie hier.