Schulbauoffensive

Wo neue Schnellbau-Sporthallen in Berlin entstehen

In Spandau wurde der Grundstein für die erste Berliner Typensporthalle gelegt. Acht weitere sollen in den nächsten Monaten folgen.

Neun Typensporthallen nach diesem Modell sollen in Berlin entstehen.

Neun Typensporthallen nach diesem Modell sollen in Berlin entstehen.

Foto: scholl architekten partnerschaft

Berlin. Der Grundstein ist gelegt, in rund einem Jahr soll dort bereits Sportunterricht stattfinden: Am Lily-Braun-Gymnasium in Spandau entsteht Berlins erste sogenannte Typensporthalle, die bis Anfang 2021 fertig werden soll. Insgesamt sind als Teil der Berliner Schulbauoffensive neun dieser Hallen in Spandau, Steglitz, Lichtenberg, Mitte, Reinickendorf und Charlottenburg geplant.

Etwa neun Millionen Euro kostet die neue Turnhalle an dem Spandauer Gymnasium, die aus drei Teilen bestehen und außerdem eine Tribüne für 60 Zuschauer haben soll. Die Typensporthallen sind dabei vom Prinzip ähnlich wie die modularen Kitas. Aufgrund eines hohen Vorfertigungsgrades und einer modularen Bauweise soll es möglich sein, die Gebäude besonders schnell und nachhaltig zu errichten.

Baubeginn der Typensporthalle verzögerte sich

Das Ganze sei für Berlin ein Pilotprojekt, sagte Bildungssenatorin Sandra Scheeres (SPD) bei der Grundsteinlegung am Mittwoch. Für die Typensporthallen war 2017 extra ein Architektenwettbewerb durchgeführt worden, nach einem der Siegerentwürfe werden nun die Gebäude realisiert. Das weitere Verfahren dauerte allerdings etwas länger als geplant. Der Baubeginn der ersten Typensporthallen war ursprünglich bereits für 2018 geplant

Zu den Verzögerungen kam es, weil sich das Vergabeverfahren an einen Generalunternehmer für alle Berliner Standorte hinzog und zunächst kein Auftragnehmer gefunden wurde. Die Angebote, teilte eine Sprecherin der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung im Sommer 2019 mit, seien zu hoch gewesen. Nun aber sollen die Bauarbeiten an den verschiedenen Standorten dicht auf einander folgen. Sechs der Sporthallen sollen im Laufe des kommenden Jahres fertig werden, die anderen drei 2022.

Schule Bezirk Fertigstellung
Poelchau-Oberschule Charlottenburg-Wilmersdorf III/2022
Brodowin-Grundschule Lichtenberg III/2021
Schul- und Leistungssportzentrum Sportforum Berlin Lichtenberg IV/2021
Vineta-Grundschule Mitte II/2021
Kolumbus-Grundschule Reinickendorf II/2022
Lily-Braun-Gymnasium Spandau IV/2021
Bernd-Ryke-Grundschule Spandau I/2022
Carl-Friedrich-v.-Siemens-Gymnasium Spandau I/2021
Schule am Stadtpark Steglitz-Zehlendorf I/2021

Kosten für Sporthallen liegen bei bis zu 9,8 Millionen Euro

Die beiden Hallen in Charlottenburg und Reinickendorf, die als planmäßig als letztes fertiggestellt werden, sollen dafür größere Tribünen bekommen, die knapp 200 Zuschauern Platz bieten. Bei allen Projekten variieren die Kosten zwischen 8,8 und 9,8 Millionen Euro.

„Die Berliner Schulbauoffensive nimmt an Fahrt auf“, sagte Senatorin Scheeres am Mittwoch. Man erreiche

die angestrebte Beschleunigung nun auch beim Bau neuer Sporthallen. Gleichzeitig wolle man die neuen Sporthallen auch für die Stadtteile öffnen, sodass diese auch von Vereinen in der Nachbarschaft genutzt werden können. Bezirksbürgermeister Helmut Kleebank (SPD) bezeichnete die Typensporthalle an dem Spandauer Gymnasium als „Meilenstein“, mit dem der Schulsport an dem Standort sichergestellt werde.

Denn in den vergangenen Jahren, berichtete Ulrike Kaufmann, Leiterin des Lily-Braun-Gymnasiums, war der Schulsport tatsächlich ein „logistischer Aufwand“. Weil die eigene Halle nur die Größe eines Volleyballfelds habe, müssten die Schüler auf andere Sporthallen ausweichen, wodurch Zeit des Sportunterrichts verloren geht. Nun ist die Hoffnung groß, dass tatsächlich in einem Jahr die Einweihung gefeiert werden kann.

In Berlin sollen derweil auch über die modularen Hallen hinaus neue Turnhallen errichtet werden. Insgesamt 20 sind laut Senatsverwaltung für Bildung als gewöhnliche Neubauten geplant.