Sondervermögen

Reinickendorf will in Büros investieren

Bis Ende Januar können Mittel aus dem Topf für Sondervermögen Infrastruktur beantragt werden. Der Fokus liegt auf Personal.

In der Nähe des Rathauses möchte der Bezirk ein neues Bürogebäude für seine Mitarbeiter errichten.

In der Nähe des Rathauses möchte der Bezirk ein neues Bürogebäude für seine Mitarbeiter errichten.

Foto: Christian Schindler

Berlin. Mit dem Programm „Sondervermögen Infrastruktur der Wachsenden Stadt und Nachhaltigkeitsfonds“ (Siwana) werden seit 2014 Investitionen in der gesamten Stadt gefördert. Noch bis zum 31. Januar können die Bezirke ihre Investitionsvorhaben beantragen. Reinickendorf hat die Liste bereits erstellt.

Baustadträtin Katrin Schultze-Berndt (CDU) hat im Bauausschuss mitgeteilt, dass sie davon ausgehe, dass Reinickendorf ungefähr das Volumen erhalte, das der Bezirk im vergangenen Jahr seitens des Senats erhalten habe – das seien um die 4,3 Millionen Euro.

Auf dieser Grundlage hat das Bezirksamt eine Prioritätenliste erstellt: Auf Platz eins steht ein Zusatzantrag für die Errichtung eines Bürogebäudes für die Mitarbeiter des Bezirksamtes auf dem Gelände des Werkhofes in Alt-Wittenau in Nähe des Rathauses. Dieses Bauvorhaben wird schätzungsweise 1,6 Millionen Euro kosten. „Wir haben bereits ein Dienstgebäude beantragt, aber die Personalzahlen wachsen weiter. Jetzt gibt es noch einmal die Möglichkeit, dieses um eine Etage aufzustocken“, sagt Schultze-Berndt. Würde das nicht in einem Zug gemacht werden, würde eine spätere Aufstockung rund 300.000 Euro mehr kosten.

Flachwasserbecken im Tegeler Hafen soll saniert werden

Auf Platz zwei steht ein erneuter Anlauf für die Sanierung des Flachwasserbeckens im Tegeler Hafen, die beim vergangenen Mal nicht gewährt wurde. Dabei sei diese Sanierung nach Angaben der Baustadträtin wichtig, weil der Bezirk durch diese einmalige Maßnahme in Höhe von drei Millionen Euro jährliche Kosten für Reinigung und Unterhaltung in sechsstelliger Höhe einsparen würde. Der Fliesenboden am Grund des Beckens wird durch eine Kiesschicht ersetzt und so in ein natürliches Becken umgewandelt. „Dann wird eine Pflanzenkläranlage entstehen“, sagt Rüdiger Zech, Amtsleiter des Grünflächenamtes.

Auf Platz drei der Prioritätenliste für die Siwana-Mittel steht die Sportanlage in der Tietzstraße in Borsigwalde. Dort ist unter anderem ein Kunstrasen verlegt und ein Kleinspielfeld angelegt werden – Kosten 575.000 Euro.

Mit diesen drei Maßnahmen ist der Bezirk bereits über dem angedachten Budget hinaus. Es gibt aber noch zwei weitere Punkte. „Sehr dringlich ist die Sanierung der Seniorenfreizeitstätte in der Adelheidallee“, sagt Schultze-Berndt und ergänzt, dass man leider nicht alles auf Platz eins setzen könne. Es müssten 3,5 Millionen Euro investiert werden. Auf dem letzten Platz steht das Kinder-, Jugend-, und Familienzentrum Com X im Märkischen Viertel. Dort würde im Fall einer Genehmigung die Einrichtung in Höhe von 3,3 Millionen Euro saniert werden – darunter fallen unter anderem Brandschutzmaßnahmen, Erneuerungen der Heizungsanlagen und der barrierefreie Ausbau. Derzeit wird die Außenfassade samt Dach erneuert.

Stefan Valentin (SPD) versteht nicht, warum der Bezirk das Com X auf Position fünf stellt und nicht direkt an die derzeitige Maßnahme anschließt, und stattdessen das Tegeler Hafenbecken vorzieht. „Das Becken belastet den Bezirk jedes Jahr enorm. Das würde ich gerne für andere Dinge ausgeben wie für die Erhaltung des Grüns oder für den Straßenbau“, sagt Schultze-Berndt. Es sei wie bei den Schulen, bei denen auch nicht gleich alles auf einmal gemacht werden könne. Der Bezirk musste einfach Prioritäten setzen, sagt die Baustadträtin.