Verkehr

Spandau fehlen Stellplätze für Fahrräder

Infravelo erarbeitet Analysen, wo Spandau neue Fahrradständer braucht. Eine Umsetzung ist aber nicht absehbar. Kritik kommt vom Bezirk.

Eigentlich immer überfüllt: die Fahrradständer am Bahnhof Spandau.

Eigentlich immer überfüllt: die Fahrradständer am Bahnhof Spandau.

Foto: Jessica Hanack / Hanack/ BM

Berlin. Der Mangel an Fahrradstellplätzen am Bahnhof Spandau ist, zum Leid der Fahrradfahrer, ein seit Jahren bekanntes Problem. Auch an anderen Orten in Spandau fehlen Abstellmöglichkeiten, wie eine Analyse des landeseigenen Unternehmens Infravelo ergab. Wann als Konsequenz jedoch zusätzliche Stellplätze für Fahrräder entstehen sollen, das ist offen.

Konkret geht es neben dem Bahnhof Spandau um die Bahnhöfe Haselhorst, Staaken, Altstadt Spandau, Paulsternstraße und Siemensdamm. Die Ergebnisse für die ersten drei Standorte liegen nun vor, laut Senatsverkehrsverwaltung zeigt sich dort ein moderater bis großer Bedarf an zusätzlichen Abstellanlagen im Vergleich zum Bestand.

Fahrradstellplätze in Spandau: Keine Angaben zur Umsetzung

Für den Bahnhof Spandau, das wurde bereits im Frühjahr mitgeteilt, wird für das Jahr 2030 ein Bedarf von etwa 1100 Bike+Ride-Plätzen geschätzt. Vorhanden ist zurzeit gut die Hälfte davon. Für die anderen drei Bahnhöfe seien die Untersuchungen weiter in Bearbeitung, heißt es.

Und solange an einigen Standorten noch die Untersuchungen laufen, werden an den anderen Orten keine weiteren Planungen vorangetrieben. „Sobald die Ergebnisse für alle Standorte vorliegen und ausgewertet sind, beginnt der nächste Schritt“, heißt es auf Nachfrage. Es gehe dabei um „weitere Planungsleistungen“, außerdem um rechtliche Fragen und die Flächensicherung.

„Sobald die Grundlagenermittlung abgeschlossen ist, können genauere Zeitangaben für die ,reale Umsetzung’ getroffen werden“, teilt die Senatsverkehrsverwaltung mit. „Nach derzeitigem Stand wird die Infravelo die Umsetzung ausgewählter Fahrradabstellanlagen übernehmen.“ Welche das sind und inwieweit Spandau profitiert, ist noch offen.

Bezirksverordnete äußern Kritik an fehlenden Fahrradstellplätzen

Aus der Spandauer Bezirksverordnetenversammlung gibt es wegen der langen Prüfphase und noch nicht absehbaren Umsetzung Kritik. „Man will die Leute dazu bringen, dass sie mit dem Rad zur Bahn oder Arbeit fahren. Das kann ich nur erwarten, wenn sie die Möglichkeit haben, dort ihr Fahrrad zu parken“, sagte Beate Christ (CDU) kürzlich im Verkehrsausschuss. „Das ist für mich ein weiteres Zeichen, dass Spandau bei Senatsplanungen einfach nicht vorkommt, ich finde das bedauerlich.“ Auch die SPD-Fraktion äußerte sich kritisch.

Dabei geht es nicht nur um die genannten Standorte, sondern auch um zwei Plätze, an denen Fahrradparkhäuser geprüft wurden. Einer befindet sich an der Hertefeldstraße in der Altstadt Spandau. Allerdings ist die mögliche Fläche in Privatbesitz. Laut Infravelo habe das Bezirksamt Spandau der Senatsverwaltung mitgeteilt, dass ein Kauf der Fläche aus finanziellen Gründen nicht absehbar ist. Weitere Planungen fänden deshalb nicht statt.

Fahrradparkhaus am U-Bahnhof Haselhorst steht auf der Agenda

Auch für den U-Bahnhof Haselhorst gab es entsprechende Prüfungen, dort ist auch eine Fläche vorhanden. Weit fortgeschritten ist das Projekt aber noch nicht, die Dimensionen eines Fahrradparkhauses müssten noch abgestimmt werden. Genaueres zur Umsetzung ist auch hier unklar.

Kritik kommt deshalb auch vom zuständigen Verkehrsstadtrat Frank Bewig (CDU). „Ich gebe zu, dass wir schon an bestimmten Stellen das Gefühl haben, dass wir als Außenbezirk nicht ganz vorne sind in den Prioritäten“, sagte er.

Im Zusammenhang mit den umliegenden Wohnungsbauprojekten habe man auch ein Fahrradparkhaus am U-Bahnhof Haselhorst als einen „Schlüssel“ in der Verkehrsanbindung betrachtet. „Und dann sitzen wir zusammen und müssen uns sagen lassen, dass dieser Standort nicht prioritär behandelt wird“, so Bewig.

Von der Senatsverkehrsverwaltung wird dagegen betont, dass man das Fahrradparkhaus ebenfalls als wichtig erachte. „Das Fahrradparkhaus Haselhorst steht im engen Zusammenhang mit den benachbarten Entwicklungsgebieten“ und werde von der Senatsverwaltung als notwendig angesehen, heißt es. Es kommt aber auch der Hinweis: „Die Projektanbahnung steht noch am Anfang.“

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