Brückensanierung

Schneckenbrücke in Reinickendorf wird erst 2021 saniert

Der Senat kann den Termin für die Sanierung des Ernststraßenstegs zwischen Tegel und Borsigwalde nicht einhalten. Grund seien Personalengpässe.

Die Schneckenbrücke ist eine wichtige Verbindung der Ortsteile Tegel und Borsigwalde. Sie führt über die A111 und die Gleise der S-Bahn.

Die Schneckenbrücke ist eine wichtige Verbindung der Ortsteile Tegel und Borsigwalde. Sie führt über die A111 und die Gleise der S-Bahn.

Foto: Susanne Kollmann

Reinickendorf. Die Schneckenbrücke in Reinickendorf so unscheinbar und doch so wichtig für viele Reinickendorfer: Sie verbindet die Ernststraße der beiden Ortsteile Tegel und Borsigwalde über der A111 und die S-Bahngleise miteinander. Doch sie hat an Glanz verloren, findet beispielsweise Anwohner Peter Naujokat, Sprayer hätten sie mit ihren Kritzeleien verschandelt. Und in die Jahre gekommen ist sie ohnehin, an einigen Stellen ist der Boden aufgeplatzt. Kurzum: Die Schneckenbrücke muss saniert werden. Doch mit diesem Vorhaben lässt sich der Senat Zeit.

Bereits vor zwei Jahren hat der Reinickendorfer Abgeordnete Tim-Christopher Zeelen (CDU) eine Anfrage

an den Senat gestellt, wann der Ernststraßensteg, wie die Brücke korrekt heißt, saniert wird, nachdem im einst angedachten Jahr 2017 die Sanierung verschoben werden musste. Dieses Jahre wäre es soweit gewesen. Doch der CDU-Abgeordnete Zeelen wird seitens der Senatsumweltverwaltung nahezu mit der gleichen Antwort auf die erneute Anfrage vertröstet: Die Maßnahme musste aufgrund notwendiger Prioritätenfestlegung und Personalengpässen verschoben werden. Nächster Termin: 2021.

Reinickendorf: Schneckenbrücke soll durch Kunst aufgewertet werden

Zeelen ist verärgert: „Wir haben die klare Erwartung an den Senat, dass jetzt unverzüglich die Sanierungsmaßnahme erfolgt. Es kann nicht sein, dass der Termin wieder und wieder wegen struktureller Engpässe verschoben wird. Dann muss der Senat seine Probleme endlich in den Griff bekommen.“

„Erst 2017, dann 2019 und jetzt 2021. Ich finde das unfassbar! Die Schneckenbrücke ist ein echter Schandfleck in Reinickendorf, und der Senat schiebt das Thema auf die lange Bank. Wer soll denn jetzt noch glauben, dass es 2021 wirklich soweit ist“, ärgert sich Schönebeck, der als Bezirksverordneter für die CDU im Bauausschuss sitzt. Er hatte dem Senat vorgeschlagen, mit dem Verein „I love Tegel“ die Aufgänge der Brücke in Kooperation mit einem Streetart-Projekt aufzuwerten und nachhaltig gegen illegale

Schmierereien zu schützen. Dabei sollte die Historie von Borsigwalde und Tegel aufgegriffen werden. Die Antwort im Jahr 2017 klang positiv. „Die äußere Farbgestaltung des Überbaus bleibt erhalten. Die Innenflächen erhalten einen neuen, helleren Korrosionsanstrich. Die neue Betonbeschichtung im Bereich der Aufgänge wird mit dem Reinickendorfer Kunstprojekt abgestimmt“, so der Senat.

Schneckenbrücke in Reinickendorf: Beton muss instand gesetzt werden

In der aktuellen Stellungnahme mahnt der Senat nun an, dass es von „I love Tegel“ diesbezüglich keine Finanzierungszusage gebe. „Ein Witz“, findet Schönebeck. „Wir hatten bereits sehr konkrete Pläne und auch Fördermittel in Aussicht. Diese sind aber immer an Zeiträume gebunden. Man hat uns zweimal damit im Regen stehen lassen. Wenn wir uns auf den Senat verlassen können, nehmen wir die Planung wieder auf.“

Wenn es in zwei Jahren zur Sanierung kommen sollte, so sollen – Stand heute – folgende Maßnahmen umgesetzt werden: Lagerauswechselung, Erneuerung von Abdichtung und Dünnschichtbelag, Erneuerung des Korrosionsschutzes, Betoninstandsetzung und Erneuerung der Betonbeschichtung im Bereich der Aufgänge. Derzeit wird geprüft, ob auch die Beleuchtung verbessert werden muss. Bauliche Veränderungen, die das Befahren mit dem Fahrrad ermöglichen, stünden nach Angaben des Senats einer Barrierefreiheit entgegen und seien nicht beabsichtigt.

Senat gibt für Schneckenbrücke in Reinickendorf Bauzeit von zehn Wochen an

Die Bauzeit wird circa zehn Wochen betragen, davon werden sechs Wochen für Arbeiten auf der Brücke und an den Aufgängen mit Brückensperrung und vier Wochen für Arbeiten außerhalb der Aufgänge eingeplant. Peter Naujokat jedenfalls würde sich über die Sanierung freuen. „Ich kenne noch die alte Holzbrücke, die dort vorher stand.“ Er und seine Frau nutzen die Verbindung zwischen Borsigwalde und Tegel sehr häufig, seit 60 Jahren leben sie in der Nähe der Überquerung. Wenn es di Brücke eines Tages nicht mehr geben sollte, wäre das ein großes Problem für sie. Sie hoffen, dass die Sanierung bald umgesetzt wird und es nicht irgendwann zu spät ist und die Schneckenbrücke abgerissen werden muss.