Kommentar

Hadern um Sportmuseum in Berlin - Das ist unwürdig

Berlin und auch gerade die Umgebung des Olympia-Geländes in Charlottenburg mit seiner besonderen Geschichte benötigt ein Sportmuseum.

Das Sportmuseum zieht in die Maifeldtribünen.

Das Sportmuseum zieht in die Maifeldtribünen.

Foto: Maurizio Gambarini/Montage Bm

Das Hadern um ein Sportmuseum für Berlin dauert schon mehr als zehn Jahre. Kommt es, oder kommt es nicht? Wohin kommt es, oder warum kommt es nicht dorthin? Ist Geld dafür da oder nicht? Das ist unwürdig!

Sport ist der Teil der Alltagskultur, der die meisten Menschen in Deutschland zusammenführt, ob aktiv oder passiv. Millionen sind in Vereinen organisiert, Tausende beteiligen sich an Veranstaltungen wie dem Berlin-Marathon oder dem Pfannkuchenlauf des SCC, die keine festen Bindungen voraussetzen.

Olympische Spiele, Fußball-Bundesliga oder Bundesjugendspiele, große und kleine Aktivitäten hinterlassen Spuren, die ein Teil unserer Geschichte sind, weil sie eng mit unserem Alltagsleben verbunden sind. Sport war und ist auch politisch, wurde und wird für Propaganda eingesetzt. Das müssen Menschen wissen, und es muss immer wieder neu gelernt werden.

Dazu benötigt Berlin und auch gerade die Umgebung des Olympia-Geländes in Charlottenburg mit seiner besonderen Geschichte einen Ort, der all diese Spuren sammelt, zusammenführt, dokumentiert und für jedes Publikum verständlich und spannend aufarbeitet.

Geht es dem Sportmuseum so wie vielen Projekten in Berlin in jüngster Zeit, die einfach nicht fertig werden oder mit geradezu zermürbender Leidenschaftslosigkeit behandelt werden, dann ist das auch nur wieder so eine Sache, die engagierte Bürger an der Politik verzweifeln lässt.