Baustelle

Anwohner leiden unter Baumaßnahmen an Hennigsdorfer Straße

Aufgrund der Baustelle fahren Lkw und Pkw durch den Silberhammerweg. Die Schrittgeschwindigkeit wird aber von fast jedem missachtet.

Seit Beginn der Baumaßnahme ist die Hennigsdorfer Straße nur noch in eine Richtung befahrbar.

Seit Beginn der Baumaßnahme ist die Hennigsdorfer Straße nur noch in eine Richtung befahrbar.

Foto: Susanne Kollmann

Reinickendorf.. Die Hennigsdorfer Straße ist neben der A111 und der Ruppiner Chaussee ein wichtiges Verbindungsstück zwischen Brandenburg und Reinickendorf, in erster Linie Heiligensee und Tegel. Seit vergangenem November wird dort gebaut, die Hennigsdorfer Straße ist seitdem eine Einbahnstraße – und wird das auch noch bis 2021 bleiben, da so lange die aufwendigen Bauarbeiten voraussichtlich andauern werden.

Wenn gebaut wird, leiden die Anwohner, das ist immer so. Nur sind seit geraumer Zeit nicht nur die Anwohner der Hennigsdorfer Straße betroffen, sondern auch die der umliegenden Straßen

Silberhammerweg, Krantorweg und Platenhofer Weg in Heiligensee. Autos aber auch Lkw sollen täglich durch die verkehrsberuhigten Bereiche fahren, um den Stau in den umliegenden Straßen zu vermeiden, sagen die Anwohner. Auf der Ruppiner Chaussee kommt es im Berufsverkehr immer zu Staus.

Den Heiligenseer Wahlkreisabgeordnete Stephan Schmidt (CDU) erreichten diverse Anwohnerbeschwerden, die von einer massiven Zunahme des Verkehrs durch diese kleinen Wohnstraßen sprechen, wie er sagt. Ein Grund für ihn, mal beim Senat nachzufragen.

Schrittgeschwindigkeit wird von fast allen missachtet

Nach Angaben des Senats wurde ein Geschwindigkeitsmessgerät am Silberhammerweg angebracht. An fünf Tagen im Mai sind 3.033 Fahrzeuge erfasst worden (darunter 1.954 Pkw und 592 Lkw). 73 Prozent der Fahrzeuge wurden mit einer Geschwindigkeit bis 20 km/h erfasst, 24 Prozent der Fahrzeuge sind mit 30 km/h durch den verkehrsberuhigten Bereich gefahren und ein Prozent sogar mit 40 km/h. Ein Fahrzeug sei nach Angaben der Polizei mit 60 km/h gemessen worden. Heißt: Nahezu alle missachten die vorgegebene Schrittgeschwindigkeit.

Senat: Verkehrssicherheit ist gewährleistet

„Fast 120 Lastwagen und circa 400 Autos fahren täglich durch den Silberhammerweg, über ein Viertel

davon hält sich bei weitem nicht an die vorgegebene Schrittgeschwindigkeit. Das ist bei den örtlichen Gegebenheiten sehr gefährlich und unzumutbar für alle Beteiligten“, betont Schmidt und ergänzt: „Konsequenzen aus diesen Tatsachen will man aber offenbar nicht ziehen.“

Mit dieser Aussage bezieht er sich auf die Stellungnahme des Senats, der in der Antwort schreibt, dass die Verkehrssicherheit in den Wohngebietsstraßen gewährleistet sei, da die Polizei vor Ort kontrolliere und die Verkehrslenkung Berlin (VLB) im engen Kontakt mit allen beteiligten Behörden stehe, um angemessen auf Probleme reagieren zu können.

„Ich bin verwundert und empört, dass man so wenig Rücksicht auf die Gesundheit der betroffenen Menschen nimmt. Dabei könnte man mit einigen abschnittsweisen Durchfahrtsverboten oder Einbahnstraßenregelungen die Situation zumindest erträglicher machen“, schlägt Stephan Schmidt vor. Er fordert die Verkehrslenkung auf, die angeordneten Maßnahmen noch einmal anhand der jetzt bekannten praktischen Auswirkungen zu überprüfen.

Warum wird die Hennigsdorfer Straße saniert?

Die Sanierung ist notwendig, weil die Fahrbahn überwiegend aus circa 16 Zentimeter dicken, unverdübelten Betonfeldern bestand, die teilweise mit einer schwarzen Fahrbahndecke überzogen waren. Diese Art des Fahrbahnaufbaus hielt den Anforderungen der Verkehrsbelastung nicht mehr stand und war nicht ausreichend tragfähig. Außerdem waren die Gehwege in einem schlechten Zustand und teilweise unbefestigt. Um die Verkehrssicherheit zu erhöhen und diese Mängel zu beseitigen, sowie die Anlieger vor Lärm und Erschütterungen zu schützen, wird diese Maßnahme umgesetzt.

Was wird alles gemacht?

Die Hennigsdorfer Straße wird von der Heiligenseestraße bis Ruppiner Chaussee im Ortsteil Heiligensee auf 1,8 Kilometern Länge grundhaft saniert. Es soll eine acht Meter breite Fahrbahn – einschließlich einem beidseitigen Sicherheitsstreifen für Radfahrer – entstehen. In den Nebenanlagen sind Bäume, Gehwege und Parkflächen und zwischen den Einfahrten, Lichtmasten und Bäume geplant. Im Zuge der Bauarbeiten erweitern die Berliner Wasserbetriebe (BWB) die unterirdischen Versorgungsleitungen vom Weidgraben bis Alt-Heiligensee. Die geschätzten Gesamtkosten betragen circa. 3,5 Millionen Euro (exklusive der Leistungen der BWB).