Theater

„Ich will der Erde auf den Grund gehen“

Im Humboldt-Jahr präsentieren Musikschule und Atrium das Leben des Naturforschers Alexander von Humboldt auf der Bühne.

Alexander von Humboldt und sein Begleiter werden von Ureinwohnern in Südamerika mit Giftpfeilen bedroht. Ravi Sund Roja (Mitte links) spielt den Naturforscher.

Alexander von Humboldt und sein Begleiter werden von Ureinwohnern in Südamerika mit Giftpfeilen bedroht. Ravi Sund Roja (Mitte links) spielt den Naturforscher.

Foto: Susanne Kollmann

Reinickendorf. Ureinwohner Südamerikas klopfen mit Holzstäben auf den Boden, nähern sich langsam dem Naturforscher und seinem Begleiter. Dabei sagen sie einen Spruch auf, immer und immer wieder – nahezu bedrohlich. Zusammengekauert sitzen die Fremdlinge auf dem Boden, bis, ja bis die Ureinwohner Giftpfeile auf die beiden schleudern. So oder so ähnlich muss es ausgesehen haben, als Alexander von Humboldt auf einen Indianerstamm in Südamerika gestoßen ist. Genau diese Geschichte spielt das Orchester der Musikschule und gecastete Schauspieler zu Ehren des Naturforschers nach – denn am 14. September jährt sich der Geburtstag von Alexander von Humboldt zum 250. Mal. Die Premiere des Musicals ist am 12. September.

Vor zehn Jahren wurde Stück schon einmal aufgeführt

Bereits vor zehn Jahren hat die Musikschule Reinickendorf das Stück „Humboldt! Ein Musical für Alexander von...“ aufgeführt. Daraus ist eine Musicaltradition entstanden. Das aktuelle Jubiläum ist ein guter Grund, es noch einmal aufleben zu lassen, finden die Verantwortlichen, Kulturstadträtin Katrin Schultze-Berndt (CDU), der Leiter der Musikschule Harald Fricke und Regisseur Ulrich Michael Heissig.

„Damals war es sehr provisorisch. Die Kostüme wurden selbst genäht, ein richtiges Bühnenbild gab es nicht“, erinnert sich Regisseur Ulrich Michael Heissig. Das sieht heute anders aus. Neben einem Bühnenbildbauer gibt es auch einen Kostümfundus.

Das Leben Humboldts wird auf eine witzige Art und Weise erzählt

Das Musical erzählt das Leben von Alexander von Humboldt – so gibt es Szenen im Humboldt-Schloss, in Paris, im Urwald oder in Russland. „Wir möchten mit dem Stück neugierig machen und den Mann näher bringen, der in Tegel aufgewachsen ist“, sagt Heissig. Erzählt wird die Geschichte des Universalgenies in einer witzigen Art und Weise ohne das Wesentliche außer Acht zu lassen – nämlich den Leitspruch Humboldts: Ich will der Erde auf den Grund gehen. „Es wird auch viel Wissen vermittelt“, ergänzt die Stadträtin.

Einige kleine Unterschiede zwischen der Biografie und dem Musical gibt es aber. „Wir haben wesentlich mehr weibliche Darsteller, im wirklichen Leben hatte Humboldt eher mit Männern zu tun“, sagt Heissig. Also wurde kurzerhand aus dem Zaren eine Großfürstin. Der Kern der Geschichte bleibt aber erhalten.

150 Teilnehmer proben seit März

150 Teilnehmer zwischen fünf und 70 Jahren proben seit März für die Aufführung. Mit dabei ist Ravi Sund Roja. Der 18 Jährige spielt niemand geringeres als Alexander von Humboldt. Aufgeregt ist er nur ein bisschen. „Ich freue mich jedes Mal, wenn ich auf der Bühne stehe“, sagt er. Musical und Singen – das sind seine beiden Leidenschaften.

„Mein Traum ist es Opernsänger zu werden“, sagt Ravi, der im Jugendchor der Deutschen Oper singt. Kein Wunder, hat er dieses Ziel sozusagen in die Wiege gelegt bekommen – seine Mutter ist Opernsängern, sein Vater Pianist. Ein Musical sei eine schöne Abwechslung.

Karten sind bereits erhältlich

Zwei Stunden dauert das Stuck, inklusive einer Pause. Karten sind bereits erhältlich. Die Premiere ist am 12. September um 19 Uhr, weitere Vorstellungen sind am 13. (19 Uhr), 14. (16 Uhr) und 15. September (16 Uhr) im Fontane-Haus an der Königshorster Straße 6. Karten kosten 14 Euro, ermäßigt 9 Euro und sind erhältlich unter 47 99 74 23 oder an der Abendkasse.