Stadtentwicklung

Diese Projekte sind im Sanierungsgebiet Wilhelmstadt geplant

Ein neues Entwicklungskonzept enthält Pläne und Ziele für das Gebiet. Schwerpunkte: Kinderbetreuung, Havelufer und öffentliche Plätze.

Die Pichelsdorfer Straße ist die zentrale Einkaufsstraße in der Wilhelmstadt und soll umgestaltet werden.

Die Pichelsdorfer Straße ist die zentrale Einkaufsstraße in der Wilhelmstadt und soll umgestaltet werden.

Foto: Amin Akhtar

Berlin. Die Liste an geplanten Maßnahmen für die Spandauer Wilhelmstadt ist lang. Mehr als 40 Projekte werden im Entwicklungskonzept aufgeführt, die - mal in näherer, mal in entfernterer - Zukunft realisiert werden sollen. Schwerpunkte bilden dabei der Ausbau der Bildungs- und Betreuungseinrichtungen für Kinder und Jugendliche, das Havelufer, das vollständig für alle zugänglich werden soll, und öffentliche Plätze und Straßenräume, die aufgewertet werden sollen.

Seit 2011 gibt es das Sanierungsgebiet in der Wilhelmstadt, 27 Millionen Euro, hieß es damals, sollen an Fördermitteln des Landes in den Kiez investiert werden, um ihn attraktiver zu machen. Vorgesehen war ein 15-jähriger Förderzeitraum. Jetzt wurde ein neues „Integriertes Stadtentwicklungskonzept“ (ISEK) erarbeitet, dass die wesentlichen Ziele und Projekte für die kommenden Jahre enthält. Denn die Wilhelmstadt ist, seit es dort das Sanierungsgebiet gibt, deutlich gewachsen - und hat damit auch einen nochmal veränderten Bedarf, vor allem im Blick auf Kinder und Jugendliche.

Bewohnerzahl im Fördergebiet ist um mehr als zehn Prozent gewachsen

In der gesamten Wilhelmstadt haben Mitte 2018 gut 40.000 Menschen gelebt, 2011 waren es noch mehr als 6000 weniger. Auch in dem Fördergebiet ist die Zahl der Bewohner um mehr als zehn Prozent gestiegen und damit sogar stärker als im Berliner Durchschnitt. Deutliche Zuwächse, heißt es in dem neuen Konzept, gab es vor allem in den Altersgruppen unter 6 Jahre, 6 bis unter 15 Jahre, sowie 25 bis unter 45 Jahre, mit jeweils deutlich über 20 Prozent. „Die Bedarfe an Kitas und Schulen sind somit gestiegen“, lautet die Schlussfolgerung.

Entsprechend gibt es auch mehrere Projekte in diesem Bereich. Als kurzfristige Maßnahmen, die in den nächsten ein bis zwei Jahren umgesetzt werden sollen, werden Umbau und Erweiterung der Kita Hoppetosse und im Anschluss daran der Um- oder Neubau der Kita Wassergeister genannt. Mehr als zusätzliche 100 Kita-Plätze sollen so geschaffen werden. Als langfristiges Ziel taucht zudem die Reaktivierung des Kitastandorts Melanchthonstraße auf, der zurzeit als Hort genutzt wird. Einen Zeitplan gibt es laut ISEK hierfür aber noch nicht.

Knapp zehn Millionen für Umbau und Erweiterung einer Grundschule

Weitere Projekte, die Kinder und Jugendliche betreffen, sind Umbau und Sanierung der Christoph-Földerich-Grundschule, einschließlich der Erneuerung des Pausenhofs, dem Bau einer neuen Sporthalle und dem Umbau einer alten Turnhalle zu einer Mehrzweckhalle. Knapp zehn Millionen Euro sollen insgesamt investiert werden, ein Teil des Geldes ist bereits geflossen.

Außerdem tauchen in dem Konzept mehrere neue Spielplätze auf und der - bereits begonnene, aber nur langsam

vorankommende - Neubau des Jugendsportclubs Wildwuchs. Weil in der Wilhelmstadt ein Mangel an Plätzen in Jugendfreizeiteinrichtungen besteht, könnte außerdem ein völlig neuer Jugendclub mit 200 Plätzen in der Wilhelmstraße entstehen. Letzteres Projekt ist allerdings nur mit langfristiger Priorität eingestuft - wann der Jugendclub auf der Freifläche dort gebaut werden könnte, steht nicht fest.

Arbeiten am Havelufer gelten als Schlüsselmaßnahme

Weiter geht es mit dem Havelufer. Die Schaffung „eines durchgängigen barrierefreien Fuß- und Radweges entlang des Havelufers“ sei eine Schlüsselmaßnahme im Gebiet. Zurzeit stehen nicht alle Bereiche für die Öffentlichkeit offen. Bereits existierende Wegabschnitte sollen aufgewertet werden. Auch die Erreichbarkeit der Havel soll verbessert werden. Mehr als eine Million Euro aus dem Programm „Aktive Zentren“ sollen in das Havelufer sowie die Anbindung an den Metzer Platz fließen. Einzelne Abschnitte sollen noch in diesem Jahr angegangen werden.

Der Metzer Platz taucht auch an einem späteren Punkt noch einmal im Konzept auf. Auch den Platz selbst will man attraktiver und moderner gestalten. 2019 sollen laut Konzept „die anliegenden Eigentümer angesprochen und eine Vorplanung beauftragt werden“. Weitere genannte Plätze, bei denen allerdings nur langfristiger Handlungsbedarf gesehen wird, sind der Wilhelmplatz und der Melanchthonplatz, die beide neugestaltet werden sollen.

Auch die Pichelsdorfer Straße spielt weiter eine Rolle, deren Umbau eigentlich bereits starten sollte. Dieser verzögert sich aber, weil in der Straße zunächst noch Leitungen erneuert und Kanäle saniert werden sollen. Diese Arbeiten werden wohl

erst im Juni 2020 beginnen und planmäßig im Januar 2021 abgeschlossen sein.

Mehr als 600.000 Euro für Aufwertung der Bahn-Unterführung

Als weitere kurzfristige Maßnahme wird ein Thema genannt, das viele Spandauer beschäftigt und auch schon häufig von Bezirkspolitikern diskutiert wurde: die Bahn-Unterführung an der Klosterstraße, die für gut 600.000 Euro aufgewertet werden soll. Die Pläne im Konzept lesen sich gut: „Durch eine überzeugende künstlerische Leitidee, eine attraktive Lichtgestaltung und eine Minderung der Lärmbelastung“, soll der Bereich unter der Brücke schöner werden. Auch ein Taubenschutz ist vorgesehen. Nun muss, in Zusammenarbeit mit der Deutschen Bahn und dem Unternehmen Ströer, verantwortlich für die dortigen Werbeanlagen, nur noch eine tatsächliche Umsetzung folgen.

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