Sommer in Berlin

Das sind die schönsten Orte für die kürzesten Nächte

Die Sommersonnenwende rückt näher: Am 21. Juni um 17.54 Uhr ist Sommeranfang. Wo man die kürzesten Nächte in Berlin besonders genießen kann.

Ein perfekter Ort für ein Picknick in der Sommernacht: der Viktoriapark in Kreuzberg.

Ein perfekter Ort für ein Picknick in der Sommernacht: der Viktoriapark in Kreuzberg.

Foto: Reto Klar

Berlin. Die Sommersonnenwende rückt näher, in den nächsten Tagen erleben die Berliner die kürzesten Nächte des Jahres. In diesem Jahr am 21. Juni um genau 17.54 Uhr ist astronomischer Sommeranfang. Auf der Nordhalbkugel der Erde erreicht die Sonne an diesem Tag ihren Höchststand. Wenn dieses Ereignis in Berlin auch nicht so begangen wird wie in den nordischen Ländern, so gibt es immerhin die Fête de la musique. Und es gibt viele andere wunderbare Orte, um den Sommer zu feiern. Die Bezirke-Reporter der Berliner Morgenpost haben einige Tipps für die längsten Tage des Jahres zusammengestellt.

Spandau: In Spandau lässt sich die kürzeste Nacht des Jahres entspannt im Open-Air-Kino in der Altstadt verbringen. 250 Sitzplätze gibt, wer es gemütlich mag, kann Kissen und Decken mieten. Zu sehen ist am 21. Juni zum Beispiel der Film „Das schönste Mädchen der Welt“, der im vergangenen September erstmals in die Kinos kam und von mehr als einer halben Million Menschen gesehen wurde. Die romantische Komödie handelt von dem Außenseiter Cyril, der sich in seine neue Mitschülerin Roxy verliebt. Der Film gewann unter anderem den Bayerischen Filmpreis als Bester Jugendfilm und war in mehreren Kategorien für den Deutschen Filmpreis nominiert.

Im Innenhof der Stadtbibliothek, Carl-Schurz-Straße 13, Spandau, Filmbeginn 21.45 Uhr, Eintritt acht, Kinder bis 15 Jahre sechs Euro.

Treptow-Köpenick: Für den Abend am 20. Juni gibt es nur eins, auf zur Fête de la musique, deren Herz diesmal in Treptow-Köpenick schlägt. Dem Fokusbezirk, mit über 80 Konzerten auf 25 Bühnen. Eingefleischte Skater wissen schon jetzt, wo sie hingehen. Für alle anderen ist es vielleicht eine Entdeckung: der Mellowpark gleich gegenüber der Alten Försterei der gefeierten Eisernen. Warum? Weil das ein ganz eigener Ort ist, ein Mekka für BMXler und Skater. Wenn es klappt, wird er zum Olympiatrainingspark entwickelt. Zurzeit sieht das Areal noch aus wie ein wilder Abenteuerspielplatz, auf dem in direkter Spreelage alles möglich scheint. Wer sich ans Ufer setzt, blickt durch das Ästegewirr hindurch auf die Altstadt von Köpenick. Die Sonne blitzt durchs Grün, mit Glück leuchtet später der Mond. Feuerschalen, bunt bemalte Wohnwagen und Bäume mit Schaukeln sorgen hier für ein Freiheits-Flair wie einst auf sommerlicher Jugendfreizeit in einem abgelegenen Landschulheim. Von 16 Uhr an bis spät treten an diesem Tag verschiedene Bands auf. Mystisch wird es sicher mit der Berliner Psychedelic-Rock-Band (ab 21 Uhr) mit dem verführerischen Namen „Disgusting Beauty“, sie experimentieren mit dem Sound der 60er-Jahre, Punk Riffs und Urban Poetry. Ihre Songs haben sie übrigens im alten Funkhaus Nalepastraße gemischt. Hoffentlich leuchtet der Mond über dem Mellowpark.

Mellowpark, An der Wuhlheide 250, Treptow-Köpenick. www.fetedelamusique.de/programm

Steglitz-Zehlendorf: Er heißt wirklich Fliegeberg und nicht Fliegerberg. Und ist einer der ersten Flugplätze der Welt in Lichterfelde. Otto Lilienthal wollte von der zwölf Meter hohen Aufschüttung aus dem Abraum einer Ziegelei fliegen. Und er hat es geschafft. Bis zu 80 Meter kam er 1894 mit seinen Gleitflügeln, tausende Versuche soll Lilienthal von dem kleinen Berg aus unternommen haben. Heute liegt der Hügel in einer weitläufigen Parkanlage. Am Eingang gibt es eine Stele, an der sich Besucher über die Geschichte des Flugpioniers und seine Gleitflüge informieren können. Seit 1932 ist auf dem Plateau des Hügels das Lilienthaldenkmal. Von dort oben hat man einen interessanten Rundblick auf Berlin und bis weit ins Land Brandenburg, den man in der kürzesten Nacht des Jahres am längsten genießen kann.

Fliegeberg, Lichterfelde, im Lilienthalpark an der Schütte-Lanz-Straße.

Charlottenburg-Wilmersdorf: Schönes Wetter vorausgesetzt ist der Teufelsberg der ideale Ort, um die kürzesten Nächte des Jahres zu feiern. Wer nach einer kleinen Wanderung den Berggipfel erreicht und sich mit einem Picknickkorb auf der Westseite niederlässt, hat am 21. Juni um 21.33 Uhr den besten Blick auf den Sonnenuntergang. Wer genug für ein Frühstück im Korb hat und lange durchhält, kann sich um schon 4.43 Uhr auf die Ostseite des Bergs begeben und die Sonne wieder über Berlin aufgehen sehen. Wer weniger Sitzfleisch hat, den langen Abend aber dennoch gern romantisch und im Freien verbringen möchte, sollte sich auf den Weg auf die Mierendorff-Insel machen. Die Truppe „Globe Berlin“ gibt in Erwartung des hölzernen Shakespeare-Theaters, das im Herbst dort aufgebaut werden soll, schon einmal gespielte Wortkunst auf einer Freilicht-Bühne im Österreichpark. Am 21. Juni gibt es um 19.30 Uhr „Über die Verführung von Engeln“, Liebeslyrik in Texten und Liedern von Bertold Brecht.

Sömmeringstraße 15, U7-Mierendorffplatz oder Richard-Wagner-Platz, Bus: X9, M27, N7. Tickets gibt es unter der Hotline 030/ 54 90 51 92 oder per Email unter ticketing@globe.berlin.

mailto:ticketing@globe.berlin

Reinickendorf: Die Seen in Reinickendorf sind immer einen Ausflug wert. Ob der Tegeler See, der Schäfersee oder der Flughafensee – sie alle sind idyllisch gelegen und verleihen ein Gefühl von Urlaub. Wer es etwas ruhiger mag, spaziert ab Konradshöhe entlang der Havel, an der Badestelle Sandhausen vorbei, wo kürzlich neuer Sand aufgeschüttet wurde, bis zum Heiligensee. Auch sehr schön ist es entlang des Tegeler Fließes. Ob mit dem Rad oder zu Fuß – man wird sicherlich ein paar der insgesamt 17 Wasserbüffel sehen, die gemütlich auf der Weide stehen und grasen. Für Romantiker bietet sich die Lübarser Höhe an, auf der man einen tollen Blick auf das Märkische Viertel und seine Tausend Lichter hat.

Pankow: Mitten in der Stadt und doch im Grünen, ökologisch und zugleich urban: die Bornholmer Gärten in Prenzlauer Berg feiern am 21. Juni im großen Stil die Fête de la Musique. Direkt am alten Mauerstreifen östlich des S-Bahnhofs Bornholmer Straße entdecken Besucher eine der größten Laubenkolonien der Berliner Innenstadt und finden dort ab 16 Uhr „musikalische Perlen, die man sich zierlich auffädeln kann, wenn man durch die Anlage spazieren geht“, wie es in einer Einladung heißt. Fest steht, dass auf drei verschiedenen Bühnen die Melodien des beginnenden Sommers erklingen sollen. Dann zelebriert Sängerin Corinna Bluhm Lieder aus den 20er-Jahren, Line Dancers und ein Blues Brigade lassen die Obstbäume wackeln und der Chor der benachbarten Bornholmer Grundschule singt Besuchern ein Ständchen. Ab 18.30 Uhr gibt die Kleingarten-Rockband „Born“ auf der Festwiese der Anlage Bornholm 1 ihre Hits zum Besten. Mit Unterstützung von Ostmusik-Legende Harald Wilk rockt sich die Band regelmäßig durch die Gärten der Stadt. Und spielte auch schon auf der dänischen Insel Bornholm. Um 21 Uhr versammelt sich das Publikum an der Hauptbühne der Anlage Bornholm 2 und startet mit einer Jam Session in die kürzeste Nacht des Jahres.

Kleingartenanlage Bornholm, Ibsenstraße 20, Pankow, 21. Juni, ab 16 Uhr.

Friedrichshain-Kreuzberg: Auf jeden Fall richtig liegt man in der kürzesten Nacht auf einer der Wiesen im Viktoriapark. Mitten in der Stadt und doch im Grünen. Dazu ein Picknickkorb und kühle Getränke: So gelangt man erst einmal stimmungsvoll in den Abend. Dann bietet sich ein Wechsel ins Lokal Golgatha auf dem Kreuzberg an. Dort ist freitags und sonnabends im Untergeschoss eine Tanzfläche mit DJ geöffnet. Oben spielen am 21. Juni zudem Bands der Fête de la Musique – für die Macher des Biergartens „der höchste Feiertag des Jahres“. Wenn man danach noch Energie hat und mal was ganz Verrücktes machen möchte: Mit Freunden ein Laufbier vom Späti besorgen, ein paar Schritte hinüber in die Bergmannstraße gehen, um sich dort auf eines der Parklets zu setzen. Vielleicht sind sie besser als ihr Ruf.

Viktoriapark, zwischen Kreuzbergstraße, Mehringdamm/Methfesselstraße, Sixtusgarten und Katzbachstraße, Kreuzberg.

Schöneberg: Die kürzeste Nacht des Jahres kann im bunten Schöneberg in den zahlreichen Bars und Kneipen verbracht werden. Und bei schönem Wetter natürlich draußen: Überall in den Straßen trifft man an diesem Abend auf Musiker. Für die private Fachhochschule der Populären Künste (HDPK) an der Potsdamer Straße organisiert Student Arjan Döring die diesjährige „hdpk Stage“ zur Fête de la musique. Von 16 bis 22 Uhr an der Train Cocktailbar am Willmannsdamm, direkt am U-Bahnhof Kleistpark liefern auf zwei Bühnen acht Berliner Acts den Soundtrack zum läng-sten Tag des Jahres. Auf dem Programm stehen Hip-Hop, Indie-Pop, Afro-Funk und Dream-Pop. Von da aus lässt sich gut die Potsdamer Straße und die Hauptstraße erkunden. Auch der Akazienkiez mit seinem vielen Cafés, Kneipen und Restaurants ist nicht weit.

Train Cocktailbar, Hauptstraße 162, Tempelhof-Schöneberg.

Neukölln: Ein echter Geheimtipp ist noch die Terrasse vom Hoteleingang. Riesige Kastanienbäume, eine terrassenförmige Treppenanlage, auf deren Stufen es sich wie in einem Amphitheater verweilen lässt, ein Springbrunnen und ein Imbiss gehören dazu. In den Sommermonaten werden zudem vom Estrel-Schiffsanleger Bootstouren angeboten. Der Biergarten ist jeden Tag bis Mitternacht geöffnet.

Auch der Klunkerkranich ist immer einen Besuch wert. Über den Dächern des Bezirks kann man auf einer großen begrünten Dachterrasse entspannt den Sonnenuntergang bei Cocktails genießen. Dazu schwingt lässige Musik ber die Köpfe der Gäste. So auch am 21. Juni. Geöffnet hat die Bar ab 12 Uhr, dann gibt’s Frühstück, gefolgt von Mittagessen. Erst um 2 Uhr in der Nacht ist Schluss.

www.estrel.com/de/hotel/restaurants-bars/sommergarten.html. Weitere Informationen zum Klunkerkranich unter http://klunkerkranich.org/

Mitte: Wenn sich die Sonne senkt über Berlin, gibt es kaum bessere Plätze als die Fischerpinte am Plötzensee – zumal wenn die hellen Abendstunden so lang sind, wie heute. Bei einem kühlen Bier kann man vom Steg aus den Blick über den ruhiger werdenden See schweifen lassen, in dem sich der rote Feuerball spiegelt, im Ohr Schlagermusik aus den Boxen der Pinte. Oder man mietet im angeschlossenen Bootsverleih selbst ein Tret- oder Ruderboot und schaut sich die schönste Ecke des Weddings aus einer anderen Perspektive an.

Fischerpinte Bootshaus Plötzensee, Nordufer, Mitte. Mo.–So., 10 – 23 Uhr.